Sahak Fine Swiss Jewellery

Limmatquai 24, Zürich

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Sahak Fine Swiss Jewellery nennt sich auf der eigenen Startseite schlicht «Ihre Goldschmiede & Uhrmacher», und das ist fast wörtlich zu nehmen. Am Limmatquai 24, im Haus zum Finken direkt am Wasser, betreibt Sahak Demirci mit seinem Team ein Goldschmiede-Atelier und daneben einen Uhrenverkauf mit eigener Reparatur- und Revisionswerkstatt. Wer hier einen Verlobungsring bestellt, tut das nicht bei einer internationalen Marke mit Filiale in der Altstadt, sondern bei einem inhabergeführten Betrieb, dessen eigene Chronik bis in ein Kelleratelier in Winterthur zurückreicht.

Demirci hat an der Zürcher Hochschule für Gestaltung studiert und danach seine Lehre zum Goldschmied in Schaffhausen absolviert, nicht in Zürich selbst. 2009 fertigte er erste Stücke für Freunde und Bekannte in einem Kelleratelier in Winterthur, 2010 eröffnete er dort im April sein erstes eigenes Ladengeschäft unter dem Namen Faktor S Design & Goldschmiede. 2012 zog der Betrieb im November an die Obergasse 7 in der Winterthurer Altstadt. Am 25. August 2016 folgte, neu als Sahak Jewellery AG, ein zweiter Standort in der Zürcher Altstadt, mit eigener Eröffnungsfeier. 2020 gab das Unternehmen die getrennten Standorte auf und zog vollständig ins Haus zum Finken am Limmatquai 24, 8001 Zürich, ein Gebäude, in dem laut der Fachzeitschrift Gold'Or das Goldschmiedehandwerk bereits seit über 100 Jahren gelebt wird. 2025 feierte das Haus, gerechnet ab der Ladeneröffnung 2010, sein 15-jähriges Jubiläum.

Im Atelier arbeitet nicht nur Demirci selbst als Goldschmied und Designer, ein Team aus 7 Personen teilt sich Werkbank, Beratung und Administration. Anicia Bombo und Anja Bänninger sind ausgebildete Goldschmiedinnen und übernehmen Anfertigungen ebenso wie die Kundenberatung, Mario Zimmermann arbeitet zusätzlich als Fasser und Graveur und ist gleichzeitig Lehrmeister im Betrieb. Aktuell bildet das Haus mit Ilyas Garulin einen eigenen Goldschmiede-Lernenden aus, was für diese Kategorie zählt, weil es zeigt, dass die Ausbildung nicht nur in der Vergangenheit des Inhabers steckt, sondern im Betrieb weiterläuft. Sophie Guermann kümmert sich um Marketing und Kommunikation und bringt gemmologische Zertifizierungen von GIA und SFGZ mit, Madlen Russenberger führt die Buchhaltung. Auf der Team-Seite der Website steht sogar ein Hund, Ace von der Saanefelsen, mit dem Titel «Chef Entertainment Officer», ein kleines Detail, das zum familiären Auftritt des Hauses passt.

Was man bekommt

Für Verlobungsringe unterteilt die Website das Sortiment in 5 Linien: Alliance, Diamanten, Farbedelsteine, Solitär und Trilogie, dazu eine wachsende Zahl fest benannter Kollektionen wie Blossom, Heritage oder die als Unikate bezeichnete Reihe für Einzelanfertigungen. Bei den Trauringen verarbeitet das Atelier Weissgold, Rotgold und Platin ebenso wie Carbon und Holz, etwa Nussbaum oder Pflaume, dazu Bicolor-Kombinationen, mit Optionen für eingefasste Brillanten oder eine eingravierte Fingerabdruckstruktur. Der Anspruch, den die Website selbst formuliert, ist eine Begleitung vom ersten Gespräch bis zum fertigen Ring, nicht der Verkauf eines Stücks von der Stange.

2016 lancierte Demirci pünktlich zum Valentinstag ein eigenes Label, Sahak Unique Pink Jewellery, das laut der Chronik der Website mit, wie das Haus selbst schreibt, der «europaweit ersten Schmuck-Kollektion für gleichgeschlechtliche Paare» startete. Die Website führt bis heute eine eigene Rubrik für gleichgeschlechtliche Paare unter der Hochzeits-Navigation, was für ein Zürcher Publikum, das nach einem Haus ohne heteronormative Schaufensterdekoration sucht, ein direkter Hinweis ist und nicht nur ein Lippenbekenntnis.

Neben dem Schmuck führt Sahak seit 2017 auch die Uhrenmarke Aerowatch, ein 1910 gegründetes Schweizer Familienunternehmen, das seit 2008 im jurassischen Saignelégier sitzt und für handgravierte Werke und Guilloché-Zifferblätter bekannt ist. Dazu kommen eigene Kategorien für Damen-, Herren- und Taschenuhren. Wer den Ring abholen und gleichzeitig eine Uhr in die Revision geben will, kann das laut der Handwerksseite an derselben Adresse tun, denn die Website führt neben der Schmuckanfertigung ausdrücklich auch Uhrenreparatur und -revision sowie Kettenreparaturen, Ringgrössenänderungen und den Ersatz von Edelsteinen als eigene Dienstleistungen. Bei Diamanten und Farbedelsteinen verweist die Website auf eidgenössisch diplomierte Fachpersonen für die gemmologische Beurteilung und wirbt allgemein mit Edelmetallen und Edelsteinen aus nachhaltigem Hintergrund, ohne dafür ein konkretes Zertifikat oder Siegel zu benennen. Einen Preis oder eine Preisspanne veröffentlicht die Website nirgends, ebenso wenig eine Lieferzeit oder eine formale Garantiedauer über die gesetzlichen Vorgaben hinaus. Wer das wissen will, muss ins Gespräch.

Wie der Betrieb organisiert ist

Geöffnet ist am Limmatquai 24 dienstags bis freitags von 10.00 bis 12.15 Uhr und von 13.30 bis 18.00 Uhr, samstags von 10.00 bis 17.00 Uhr, montags bleibt das Geschäft geschlossen. Für eine Anfertigung nach Mass braucht es in der Regel mehrere Termine, von der ersten Skizze über die Materialwahl bis zur Anprobe, einen festen Zeitrahmen dafür nennt die Website nicht. Die Kollektionen lassen sich online durchstöbern, für eine individuelle Anfertigung bleibt aber der persönliche Termin vor Ort der eigentliche Weg, nicht ein Klick im Shop.

Wie es sich vergleicht

Anders als ein Haus, das seit Generationen an derselben Zürcher Adresse residiert, erzählt Sahak die eigene Geschichte offen als Aufstieg: von einem Kelleratelier in Winterthur über zwei parallele Standorte bis zu einer einzigen Adresse mitten in der Altstadt. Diese Konzentration auf einen Ort statt einer Zweigstelle in Winterthur oder anderswo deckt sich mit dem, was diese Kategorie auszeichnet: ein eigener Name auf dem Türschild und eine Werkstatt, die man von der Verkaufsfläche aus sieht statt nur zu ahnen. Anders als bei den grossen Namen an der Bahnhofstrasse kommt bei Sahak die Uhrenseite nicht von einer fremden Marke allein, sondern über den eigenen Reparaturbetrieb, was das Haus näher an eine klassische Goldschmiede-Uhrmacher-Kombination rückt als an eine reine Markenboutique.

Für wen es sich lohnt

Sahak passt zu einem Paar, das einen Ring wirklich von Grund auf entwerfen will und dabei nicht zwischen mehreren Terminorten pendeln möchte, weil Beratung, Anfertigung und, falls nötig, die spätere Reparatur unter demselben Dach stattfinden. Es passt auch zu einem Paar, das eine Uhr gleich mitbringen oder mitnehmen will, und zu jenen, für die das eigene Pink-Jewellery-Label ein sichtbares Zeichen ist statt nur eine Randnotiz im Sortiment. Wer eine über Generationen gewachsene Familienadresse an der Bahnhofstrasse sucht, findet die hier nicht, das Haus ist dafür offen jung und sagt das auch selbst so.

Das Fazit

Sahak Fine Swiss Jewellery verbindet eine nachvollziehbar erzählte Firmengeschichte mit einem Atelier, in dem tatsächlich noch ausgebildet wird, aktuell mit einem eigenen Lernenden unter der Aufsicht des hauseigenen Lehrmeisters. Dass die Website weder Preise noch eine Garantiedauer nennt, ist der einzige echte Wermutstropfen, wer budgetieren will, kommt an einem ersten Gespräch nicht vorbei. Für ein Paar, das Ring und Uhr an derselben Adresse besprechen, anfertigen und später warten lassen will, ist das Haus am Limmatquai eine der wenigen Adressen in der Altstadt, die das tatsächlich anbietet.

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