Forma Forte

Spiegelgasse 5, Zürich (Niederdorf)

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Forma Forte ist das Ladenlokal des Schmuckdesigners Rainer Berchtold an der Spiegelgasse 5 im Niederdorf, ein paar Gassen hinter dem Rathaus. Auf der eigenen Website wirbt er schlicht mit "Ihr Schmuckdesigner in Zürich", während local.ch den Betrieb unter dem Zusatz "NOW OR NEVER" führt, offenbar der Name, unter dem Berchtold seine Arbeiten auch sonst zeigt. Wer die Adresse aufsucht, findet an derselben Front zwei Geschäfte: Forma Forte teilt sich das Ladenlokal mit dem Goldschmied-Atelier André Trachsel, das ebenfalls in dieser Liste steht. Es handelt sich um zwei getrennte Betriebe unter einem Dach, nicht um zwei Namen für dieselbe Firma, ein Detail, das sich vor einer Terminvereinbarung zu klären lohnt, damit man nicht beim falschen Klingelschild landet.

Die Spiegelgasse selbst liegt mitten im Niederdorf, jenem Teil der Altstadt, in dem sich kleine Ateliers eher in Seitengassen als an einer Haupteinkaufsstrasse verstecken. Wer von der Bahnhofstrasse oder vom Paradeplatz herüberkommt, tauscht die grossen Schaufenster der etablierten Häuser gegen ein Ladenlokal, das mehr Werkstatt als Verkaufsraum wirkt, ohne die üblichen Blickfangvitrinen und ohne Personal an der Tür.

Zwei Namen an einer Klingel sind in dieser Gasse offenbar kein Einzelfall: Wo grössere Häuser einen ganzen Gebäudekomplex für eine einzige Marke belegen, teilen sich hier zwei unabhängige Handwerksbetriebe eine Adresse. Für die Kundschaft heisst das vor allem, beim Klingeln oder beim Anruf den richtigen Namen zu nennen, statt einfach bei der nächstbesten Tür zu läuten.

Was man in der Galerie sieht

Die Website ist eine einzige, bildlastige Seite ohne eigene Unterseiten: eine nach Schmuckgattung gegliederte Galerie, dazu eine Kontaktzeile mit der Telefonnummer 044 211 13 14, der Adresse Spiegelgasse 5, 8001 Zürich und einer E-Mail-Adresse an formaforte@bluewin.ch. Ein Instagram-Konto unter dem Namen forma_forte ist verlinkt und auf den ersten Blick als Berchtolds eigener Kanal erkennbar.

Der grösste Teil der gezeigten Arbeiten sind Ringe: 37 Bilder allein in dieser Rubrik, deutlich mehr als in jeder anderen Kategorie der Seite. Daneben stehen sieben Colliers, zwei Armbänder, sechs Stücke unter der Rubrik UpCycling und ein einzelnes Objekt. Auffällig ist eine Sparte, die man bei einem Verlobungsring-Vergleich nicht erwarten würde: 23 Aufnahmen von Gehstöcken, offenbar ein eigener Zweig des Ateliers, dem die Website ebenso viel Raum gibt wie den Armbändern. Die Fotos stammen von drei unterschiedlichen Namen, Picup, Beat Albrecht und Ernst Spycher, was eher auf eine über Jahre gewachsene Sammlung von Auftragsarbeiten hindeutet als auf einen Katalog, der eigens für den Website-Start zusammengestellt wurde.

Für den Verlobungsring-Kontext ist die UpCycling-Rubrik die interessanteste Abteilung: Sie zeigt Stücke, die erkennbar aus vorhandenem Material neu gearbeitet wurden, klassisches Goldschmiedehandwerk, bei dem ein altes Erbstück oder ein einzelner Stein in eine neue Fassung wandert, statt im Tresor liegen zu bleiben. Genau für diese Art Auftrag wendet man sich eher an ein kleines Atelier als an einen grossen Juwelier mit fixem Kollektionssortiment.

Wie der Kontakt läuft

Einen Onlineshop gibt es nicht, ebenso wenig eine Möglichkeit, ein gezeigtes Stück direkt zu bestellen. Wer ein Modell in echt sehen oder einen eigenen Verlobungsring oder Trauring besprechen will, ruft an oder schreibt eine E-Mail, wie es für die meisten Ateliers in diesem Teil der Altstadt üblich ist. Öffnungszeiten stehen auf der Website nicht, ebenso wenig ein Hinweis, ob ein spontaner Besuch ohne Voranmeldung Sinn ergibt. Für ein erstes Gespräch über einen eigenen Entwurf lohnt sich der Griff zum Telefon ohnehin eher als der unangekündigte Besuch, gerade weil ein Ein-Personen-Atelier oft an der Werkbank steht und nicht an der Ladentheke.

Was die Website nicht sagt

Anders als bei manchen Nachbarn im Niederdorf verrät die Seite nichts über Rainer Berchtolds Ausbildung: keine Angabe zur Lehre, kein Lehrbetrieb, kein Gründungsjahr für das Studio an der Spiegelgasse. Der Suchdienst search.ch führt den Betrieb unter der Kategorie Bijouterie, während er das benachbarte Atelier André Trachsel ausdrücklich als Goldschmied klassiert. Das ist kein Beleg gegen eine Goldschmiedeausbildung, nur ein Hinweis darauf, dass sich Forma Forte selbst eher als Designstudio denn als klassischer Handwerksbetrieb zeigt, auch wenn die UpCycling-Arbeiten auf echtes Goldschmiedehandwerk am eigenen Werkstück schliessen lassen. Wer eine dokumentierte Lehre oder eine lange Standortgeschichte als Auswahlkriterium hat, findet dazu auf der eigenen Seite nichts und sollte im Gespräch direkt danach fragen, statt es anzunehmen.

Preise nennt die Website ebenfalls keine, weder für einen einfachen Trauring noch für eine aufwendigere Anfertigung nach Mass. Auch zu Lieferzeiten oder einer Gewährleistung auf die eigene Arbeit steht online nichts. Das ist bei einem kleinen Atelier ohne Webshop nichts Ungewöhnliches, heisst aber, dass ein Preisrahmen erst im persönlichen Gespräch entsteht und nicht schon am Bildschirm zuhause.

Wie es sich einordnet

Verglichen mit einem Haus an der Bahnhofstrasse, das fertige Kollektionen in der Vitrine zeigt und seine Geschichte auf einer eigenen Seite erzählt, wirkt der Auftritt von Forma Forte bewusst schmal: eine Galerie, eine Telefonnummer, ein Instagram-Konto. Verglichen mit dem Atelier gleich nebenan, das sich klar als Goldschmiedebetrieb ausweist, bleibt bei Forma Forte offen, wer die Stücke tatsächlich am Werktisch fertigt und wer nur den Entwurf liefert. Wer das stört, sollte es beim ersten Telefonat klären. Wer dagegen ohnehin auf ein persönliches Gespräch statt auf eine Website-Recherche setzt, verliert dadurch wenig.

Für wen sich das eignet

Forma Forte passt zu einem Paar, das sich nicht für ein Modell aus einer Vitrine entscheiden will, sondern für ein Gespräch mit der Person sucht, die den Ring am Ende auch entwirft. Die Bandbreite der Galerie, von filigranen Ringen bis zu den Gehstöcken, spricht für jemanden, der auch ungewöhnliche Wünsche umsetzt und nicht nur ein enges Sortiment klassischer Fassungen bedient. Wer ein Familienstück, einen ererbten Stein oder altes Gold in einen neuen Verlobungsring verwandeln möchte, ist mit der UpCycling-Erfahrung des Ateliers eher richtig als in einem Geschäft, das ausschliesslich Neuware verkauft. Wer dagegen vorab einen Katalogpreis online vergleichen oder ganz ohne Termin ins Geschäft spazieren möchte, findet bei Forma Forte keine der beiden Optionen und weiss das besser schon vorher.

Fazit

Forma Forte ist ein kleines, sichtbar aktives Atelier mitten im Niederdorf, mit einer breiteren Formensprache als der Name Verlobungsring zunächst vermuten lässt, und mit UpCycling-Arbeiten, die für echtes Handwerk an vorhandenem Material sprechen. Was fehlt, ist die Art von Hintergrundtext, die anderswo in dieser Kategorie Vertrauen schafft: eine Ausbildung, eine Standortgeschichte, ein Preisanker. Für ein Paar, das den persönlichen Weg über ein Erstgespräch ohnehin bevorzugt, ist das kaum ein Hindernis, eher ein Grund, die offenen Fragen selbst zu stellen, bevor man sich auf einen Entwurf einlässt. Wer das tut, findet an der Spiegelgasse 5 ein Atelier, das seine Arbeit lieber zeigt als beschreibt.

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