Blum Juwelier
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Blum Juwelier ist kein Laden mit vollen Vitrinen und Grossauflagen, sondern ein Haus, das Schmuck für einzelne Kundinnen und Kunden entwirft und fertigt. Geführt wird es von Christine und Bernhard Blum, die auf ihrer eigenen Website als "beide ausgebildete Gemmologen" vorgestellt werden. Bernhard Blum trägt dort zusätzlich den Titel Gemmologe GIA, den er beim Gemological Institute of America erworben hat. Bei Christine Blum nennt die Seite nur die allgemeine Bezeichnung Gemmologin, ohne eine bestimmte Ausbildungsstätte zu erwähnen. Für ein Geschäft, das ausdrücklich auf der Beurteilung von Steinen aufbaut, ist das ein Detail, das man vor einem Termin ruhig direkt nachfragen darf, statt es vom gemeinsamen Nachnamen abzuleiten: Ob Christine und Bernhard Blum verwandt, verheiratet oder auf andere Weise verbunden sind, sagt die Website nirgends.
Das Geschäft liegt an der Adresse Pelikanplatz 15, 8001 Zürich, in der Altstadt und nur wenige Gehminuten von der Bahnhofstrasse entfernt, aber ohne deren Schaufensterdichte. Geöffnet ist laut eigener Kontaktseite Montag bis Freitag von 9.00 bis 18.30 Uhr, samstags nur nach Vereinbarung. Für Termine ausserhalb dieser Zeiten schreibt das Haus selbst, man sei "auf Vereinbarung gerne auch ausserhalb der Öffnungszeiten" da, was für ein Gespräch über einen Verlobungsring ohne Mittagspause praktisch ist. Wer eine Lehre als Goldschmied oder Goldschmiedin gemacht hat und ob diese Werkbank tatsächlich am Pelikanplatz steht, sagt die Website nicht: Sie nennt lediglich ein "Goldschmiede-Team", mit dem Christine und Bernhard Blum zusammenarbeiten, ohne dessen Standort oder Ausbildungsweg zu beschreiben.
Was hier entsteht
Im Zentrum steht, was die eigene Seite unter "Kreationen" zeigt: Einzelanfertigungen und, in den Worten der Website, "Unikate nach Kundenwunsch", keine Serienware ab Stange. Die Unterseite "Manufaktur" führt das vor, indem sie zu vier Schmuckarten, Ohrhänger, Ring, Ohrstecker und Armband, jeweils eine Skizze neben das fertige Stück stellt: der Weg vom Entwurf zum Objekt ist damit sichtbar gemacht statt nur behauptet. Als Material verwendet das Haus durchgehend 750/000 Gold, wahlweise in Weiss-, Gelb- oder Roségold, dazu 925er Silber sowie schwarz rhodinierte Varianten für dunklere Fassungen. Bei den Steinen geht das Sortiment deutlich über Diamanten hinaus: Saphire, Rubine, Smaragde, Tansanit, Turmalin in mehreren Farbvarianten (darunter Chromturmalin und Rubellit), Topas, Zirkon, Hessonit-Granat, Jade, Korallen, Aquamarin, Südseeperlen sowie türkisfarbene Steine aus Persien tauchen in den gezeigten Stücken auf.
Beispiele aus dem Portfolio
Die Kreationen-Seite beschriftet jedes Stück mit Material und Steinangaben, was sich direkt nachprüfen lässt und ein reales Bild der Grössenordnung gibt, in der hier gearbeitet wird. Ein Ring in 750er Weissgold trägt einen einzelnen Tansanit von 42.54 ct, gefasst mit 60 Brillanten von zusammen 0.95 ct. Ein anderer Ring in Roségold zeigt einen Turmalin von 14.44 ct neben 269 Brillanten mit 2.77 ct Gesamtgewicht. Deutlich grösser fällt ein Roségold-Objekt aus mit 43 Turmalinen von zusammen 61.39 ct und 1163 Brillanten mit 4.74 ct, eine Grössenordnung, die eher zu einer aufwendigen Sonderanfertigung als zu einem Katalogartikel passt. Ein schwarz rhodiniertes Weissgold-Stück kombiniert 74 Saphire von 2.59 ct mit zwei facettierten Korundscheiben von 76.0 ct. Für Brautschmuck relevanter sind Roségold-Ohrhänger mit 376 Brillanten und 2.40 ct TW VVS Gesamtgewicht, sowie ein Ring in 750er Gold mit Diamant im Cushion-Schliff, wie ihn die Seite ebenfalls zeigt. Ein weiteres Stück verbindet 372 Brillanten mit 3.66 ct und einen einzelnen Zirkon von 3.46 ct, eine Kombination, die zeigt, dass auch weniger geläufige Steine wie Zirkon einen Platz im Sortiment haben und nicht nur die bekannten vier Edelsteinarten. Daneben finden sich schlichtere Stücke in 925er Silber, teils graviert, teils gehämmert, ein Hinweis darauf, dass das Angebot preislich nicht nur oben ansetzt, auch wenn die Website selbst keine Preise nennt. Jade, Koralle, Südseeperlen und der erwähnte persische Türkis tauchen dagegen nur in einzelnen Stücken auf, eher als Ausnahme denn als zweite Sortimentslinie neben Diamant und den klassischen Farbsteinen.
Wer hier arbeitet und wie der Ablauf ist
Die Website beschreibt die Arbeitsweise so, dass Christine und Bernhard Blum "zusammen mit ihrem Goldschmiede-Team höchste fachliche Kompetenz mit künstlerischer Inspiration" zu den fertigen Stücken vereinen. Das liest sich als klare Rollenteilung: Christine und Bernhard Blum verantworten die gemmologische Seite, also die Beurteilung und Auswahl der Steine, während das Goldschmiede-Team die Fassung und Ausführung übernimmt. Für Kundschaft, die Wert darauflegt, dass dieselbe Person einen mitgebrachten Stein prüft und später auch die Anfertigung begleitet, ist diese Aufteilung ein Punkt, den man beim Erstgespräch klären sollte, statt sie stillschweigend vorauszusetzen. Ein eigener Bereich zu Reparaturen, Grössenänderungen oder einer schriftlichen Gewährleistung über die gesetzliche gemäss Obligationenrecht hinaus lässt sich auf der Website nicht finden; wer das braucht, muss vor Ort nachfragen.
Im Vergleich zur Bahnhofstrasse und zu anderen Altstadt-Ateliers
Wer stattdessen ein Haus an der Bahnhofstrasse selbst besucht, kauft in der Regel aus einer Markenkollektion, mit fester Preisliste und Verkaufsteam. Blum Juwelier funktioniert näher am Muster der übrigen Ateliers in dieser Kategorie: kleines Team, Termin statt Laufkundschaft, das Ergebnis entsteht erst im Gespräch. Was dieses Haus innerhalb dieses Musters unterscheidet, ist die explizite gemmologische Qualifikation der Inhaberschaft selbst und nicht nur des Verkaufspersonals; die Detailtiefe der Beschriftungen auf der eigenen Kreationen-Seite, bis zur zweiten Nachkommastelle beim Karatgewicht, stützt den Eindruck, dass hier tatsächlich mit dem einzelnen Stein gearbeitet wird und nicht mit Sammelbezeichnungen wie "diverse Brillanten".
Was die Website offenlässt
Ein Gründungsjahr, eine Familiengeschichte oder Angaben dazu, wie lange das Haus schon am Pelikanplatz ansässig ist, publiziert die Website nirgends; der Fusszeilen-Copyright-Vermerk auf der Startseite datiert von 2016, was eher auf einen länger nicht überarbeiteten Webauftritt als auf ein junges Unternehmen hindeutet, ohne dass sich daraus ein genaues Alter des Geschäfts ableiten liesse. Ebenso wenig steht etwas zu Ausbildungswegen des Goldschmiede-Teams, zum Standort der Werkstatt oder zu Lieferzeiten für eine Massanfertigung. Eine Suche nach Hinweisen auf eine Schliessung, einen Konkurs oder einen Verkauf des Geschäfts ergab nichts dergleichen; mehrere unabhängige Branchenverzeichnisse (darunter search.ch und local.ch) führen die Adresse Pelikanplatz 15 weiterhin mit denselben Kontaktangaben wie die eigene Website, und die Telefonnummer 044 211 05 83 samt Fax 044 211 05 87 stimmt über alle geprüften Quellen überein.
Fazit
Für ein Schweizer Paar, das einen Verlobungs- oder Trauring nicht von der Stange kaufen, sondern um einen bestimmten Stein herum entwerfen lassen will, und dem eine belegte gemmologische Qualifikation der Inhaberschaft wichtiger ist als eine grosse Markenvitrine, ist Blum Juwelier ein plausibler Termin in der Altstadt. Die Lücken liegen dort, wo sie bei einem kleinen, nach Termin arbeitenden Betrieb oft liegen: Firmengeschichte, Werkstattstandort und Preisrahmen erfährt man erst im persönlichen Gespräch, nicht auf der Website. Das ist ein Grund, vorher anzurufen, aber kein Grund, das Haus von der Liste zu streichen.