Goldschmied Bruno Troller

Zugerstrasse 17, Horgen ZH

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Goldschmied Bruno Troller führt sein Atelier an der Zugerstrasse 17, wie die eigene Website es selbst formuliert, mitten im Zentrum von Horgen. Schon im Seitentitel steckt eine Reihenfolge: Goldschmied Bruno Troller, Ihr Diamanten- und Schmuckspezialist, Diamanten vor Schmuck. Die Seite selbst untermauert das. Ein Abschnitt mit der Überschrift Diamanten vom Spezialisten beschreibt Diamanten ausdrücklich als unsere Leidenschaft und verspricht eine umfangreiche Beratung für die Suche nach dem passenden Edelstein. Die eigentliche Goldschmiedearbeit, das Fertigen von Schmuckstücken nach eigenen Entwürfen und den Vorstellungen der Kundschaft, wird unter der Überschrift Exklusives hat Tradition beschrieben, ähnlich ausführlich, aber ohne dieselbe Formulierung einer Leidenschaft, die auf der Seite den Diamanten vorbehalten bleibt. Wer zu diesem Atelier geht, kommt der eigenen Darstellung nach also eher wegen des Steins als wegen eines fertigen Designs von der Stange, auch wenn beides am Ende zusammenkommt.

Im Atelier selbst, so die Website wörtlich, fertigt man nach eigenen Entwürfen und Vorstellungen des Kunden Schmuckstücke, wobei sorgfältige Verarbeitung und Materialien hoher Qualität als selbstverständlich gelten. Das ist die übliche Sprache eines Massanfertigers. Wer mit einer eigenen Idee kommt, bekommt sie umgesetzt, wer keine hat, kann sich auf einen Entwurf aus dem Haus verlassen. Die Wörter Verlobungsring oder Trauring kommen auf der Seite an keiner Stelle vor, die Rede ist durchgehend allgemein von Schmuckstücken. Für eine Kategorie, die gezielt nach Verlobungs- und Trauringspezialisten fragt, ist das ein ehrlicher Hinweis: Ein auf Diamanten spezialisiertes Atelier mit eigener Anfertigung deckt beides in der Praxis kaum vermeidbar ab, die eigene Seite sagt es aber nicht ausdrücklich.

Was das Atelier von vielen anderen Adressen in der Region unterscheidet, ist die eigene kleine Steinschleiferei. Unter der Überschrift Handarbeit in Vollendung schreibt die Website, dank dieser eigenen kleinen Steinschleiferei sei es möglich, diverse seltene Mineralien in Kombination mit edlen Metallen selbst einzuschleifen, was die Palette an Möglichkeiten erweitere. Das ist eine konkrete, nachprüfbare Aussage und kein austauschbarer Werbesatz. Wer einen ungewöhnlichen Stein mitbringt oder sich für ein selteneres Mineral statt für einen Standarddiamanten interessiert, findet hier eine Werkstatt, die diesen Schritt nicht an einen externen Schleifer auslagert, sondern im eigenen Haus erledigt. In einer Region, in der die meisten Ateliers fertig geschliffene Steine zukaufen, ist eine eigene, wenn auch kleine, Schleiferei ein selten genanntes Detail.

Der persönliche Ton ist ebenso Teil des Auftritts wie das fachliche Angebot. Unter der Überschrift Ein Dorforiginal mit Geschichte steht ein mit dem Namen Bruno Troller unterzeichnetes Zitat: Ein Fachgeschäft zeichne sich nicht nur durch die qualitativ hochwertige Ausführung seiner Arbeiten aus, am Anfang stehe immer eine gute und personenbezogene Beratung, beides sei ihm wichtig. Ein Name, keine Teamseite, keine zweite Werkstatt und keine Rede von einer Generationenfolge. Das liest sich nach einem Ein-Personen-Betrieb, in dem derselbe Mensch berät, entwirft und verkauft. Auffällig ist allerdings, dass die Überschrift selbst von Geschichte spricht, die Seite dazu aber keine einzige Jahreszahl nennt, weder ein Gründungsjahr noch eine Angabe zur Zahl der Jahre im Geschäft oder zur Generation. Mehrere Betriebe in der weiteren Region, darunter Familienbetriebe in vierter Generation, stellen genau das offen auf ihre eigene Startseite. Bruno Trollers Auftritt verweist zwar auf ein langjähriges Wirken, bleibt bei der konkreten Zahl dazu aber unbestimmt, sodass die Geschichte, die die Überschrift verspricht, nie konkret wird.

Öffnungszeiten und Kontakt

Geöffnet ist laut Website dienstags, mittwochs und freitags von 9 bis 12 Uhr und von 13.30 bis 18.00 Uhr. Der Donnerstag weicht davon ab: Vormittags gilt dieselbe Zeit von 9 bis 12 Uhr, am Nachmittag folgt aber statt der üblichen Stunden ein Abendverkauf von 17.00 bis 19.30 Uhr, eine Zeit, die für alle interessant ist, die unter der Woche erst nach Feierabend Zeit finden. Samstags ist von 9.00 bis 12.30 Uhr geöffnet, montags bleibt das Atelier durchgehend zu. Kontakt läuft über Telefon, 044 725 08 06, oder per E-Mail an goldschmied@troller.ch. Einen Onlineshop, ein Kontaktformular oder eine Terminbuchung nennt die Website nicht. Wer vorbeikommen will, findet das Atelier laut eigener Aussage mitten im Zentrum von Horgen. Horgen selbst liegt, wie Wikipedia es beschreibt, am linken, westlichen Ufer des Zürichsees, rund 15 Kilometer von der Stadt Zürich entfernt, und ist über den Bahnhof Horgen See mit den S-Bahn-Linien S2 und S8 direkt ab Zürich Hauptbahnhof zu erreichen, ohne Umsteigen.

Im Vergleich

Verglichen mit den grossen Häusern an der Bahnhofstrasse ist Bruno Trollers Atelier das genaue Gegenteil: keine Filiale, kein internationaler Markenname, dafür ein einzelner Name für Beratung, Entwurf und die eigene Steinschleiferei. Das deckt sich mit dem Profil, das diese Kategorie eigentlich sucht, nämlich Ateliers mit eigener Werkstatt statt reinen Verkaufsräumen. Verglichen mit anderen Adressen in der Region Goldküste und Zürcher Oberland, von denen mehrere sich ausdrücklich als Familienbetrieb in vierter Generation vorstellen, bleibt Trollers Website auffallend zurückhaltend bei der eigenen Geschichte: Dorforiginal und langjähriges Wirken ja, eine Jahreszahl oder Generationenangabe nein. Wer einen Betrieb sucht, der seine Tradition mit einem konkreten Gründungsjahr belegt, findet das hier nicht. Wer dagegen gezielt nach einem Diamantenspezialisten mit eigener Schleiferei sucht, findet in der Region kaum eine vergleichbar direkte Ansage. Auch die Lage unterscheidet sich von der Bahnhofstrasse: Horgen ist ein Ort am See mit eigenem Zentrum, kein Laufkundschaft-Standort mitten in der Zürcher Innenstadt. Wer herkommt, kommt gezielt.

Für wen es passt

Bruno Troller passt am besten zu einem Paar, das schon eine ungefähre Vorstellung vom gewünschten Stein hat, sei es ein klassischer Diamant oder ein selteneres Mineral, und das die Beschaffung und Fassung einem Diamantenspezialisten überlassen will, statt mit einem völlig offenen Designbriefing bei einem reinen Goldschmied zu starten. Passend auch für alle, die eine eigene Idee mitbringen: Die Website verspricht ausdrücklich Anfertigung nach eigenen Entwürfen und Vorstellungen des Kunden, nicht nur ein festes Sortiment. Der Donnerstagabend bis 19.30 Uhr eignet sich für alle, die unter der Woche in Zürich arbeiten und erst nach Feierabend mit der S-Bahn nach Horgen kommen können. Weniger geeignet ist das Atelier für alle, die vorab online Preise vergleichen oder eine schriftliche Zusage zu Garantie oder Ringgrössenänderung vor dem ersten Besuch haben wollen, denn zu beidem sagt die Website nichts. Auch wer ausdrücklich ein auf Verlobungs- oder Trauringe spezialisiertes Geschäft sucht, muss vor Ort nachfragen, weil die eigene Seite diese Begriffe nirgends verwendet. Wer zudem Wert auf eine konkret erzählte, mehrgenerationige Familiengeschichte legt, findet hier nur ein allgemeines Dorforiginal mit Geschichte, ohne Jahreszahl dazu.

Fazit

Für ein Paar am Zürichsee, das seinen Verlobungsring nicht ab Stange kaufen, sondern über einen erfahrenen Diamantenspezialisten mit eigener kleiner Steinschleiferei angehen will, ist Bruno Trollers Atelier in Horgen eine der direkteren Adressen in der Region. Die Reihenfolge des eigenen Auftritts, zuerst Diamanten, dann Goldschmiedearbeit, ist ungewöhnlich genug, um sie ernst zu nehmen, und die eigene Schleiferei ist eine konkrete, nachprüfbare Stärke statt einer leeren Behauptung. Der ehrliche Wermutstropfen: Wer eine mit Jahreszahl belegte Firmengeschichte, veröffentlichte Preise oder eine ausdrückliche Nennung von Verlobungs- und Trauringen sucht, findet auf der eigenen Website nichts davon, trotz einer Überschrift, die ausgerechnet von Geschichte spricht. Wer damit leben kann, vor Ort nachzufragen statt vorab online zu vergleichen, bekommt in Horgen ein Atelier, das seine Stärke beim Stein selbst sucht, nicht bei der Verpackung drumherum.

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