Brian Goldschmiede und Uhren

Höngg, Zürich (Kreis 10) · seit 2001

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Mitten in Höngg, ein paar Schritte vom Zwielplatz entfernt, führen Suzanne und Michael Brian seit 2001 eine kombinierte Goldschmiede- und Uhrenwerkstatt an der Limmattalstrasse 222. Wer den Betrieb kennt, kennt ihn oft über ein Presseporträt der Quartierzeitung Höngger aus dem Jahr 2016, das ihn so beschreibt, wie er sich bis heute auf der eigenen Website zeigt: eine kleine Werkstatt hinter dem Ladentisch, in der die meisten Eheringe individuell und exklusiv angefertigt werden, auch nach Vorlagen und Wünschen der Kundschaft. Für ein Paar, das seinen Trauring nicht ab Stange, sondern im eigenen Quartier in Auftrag geben will, ist das die zentrale Tatsache über diesen Betrieb.

Brian ist zugleich Goldschmiede und Uhrengeschäft, und beide Seiten laufen im selben Raum. Auf der Schmuckseite bietet der Betrieb Eigenkreationen in 750er Gelbgold, 750er Weissgold und 750er Champagner-Weissgold, dazu Fassungen mit Brillanten, Saphiren, Rubinen und rosa Saphiren sowie Süsswasser-Zuchtperlen. Modelle mit eigenen Namen wie "Wave" oder "Moon" stehen neben Auftragsarbeiten nach Kundenskizze, und wer ein Familienstück umarbeiten statt neu kaufen will, ist ebenso richtig hier: Umarbeitung, Grössenanpassung, Reparatur und Schmuckschätzung gehören zum Standardangebot, dazu ein Aufziehservice für Perlen- und Steinketten. Trauring- und Schmuckpreise nennt die Website nicht, die bekommt man erst im Gespräch am Ladentisch.

Auf der Uhrenseite führt der Laden ein überschaubares Sortiment an Marken wie Mido, Certina, Junghans, Mondaine, Boccia Titanium, Luminox und Max Bill, und hier sind die Preise anders als beim Schmuck offen ausgezeichnet: eine Certina DS-2 Lady in Quarz kostet 435 Franken, eine Mido Commander Datoday mit Automatikwerk 1030 Franken, eine Junghans Max Bill Bauhaus in Automatik 1735 Franken. Dazu kommt eine eigene Seite mit drei limitierten Uhrenauflagen, etwa eine Certina DS Super PH1000M Powermatic 80 als Nummer 506 von 1000 Stück für 915 Franken oder eine Junghans Max Bill Regulator Edition 60 als Nummer 236 von 1060 Stück für 2595 Franken, samt Modellnummer und Auflagengrösse direkt auf der Produktseite genannt. Das ist eine bewusst andere Preisliga als die grossen Manufakturhäuser an der Bahnhofstrasse, und der Laden macht daraus keinen Hehl, sondern stellt die Zahlen einfach auf die eigene Website.

Der Punkt, der einen Trauring-Kauf hier von einer reinen Verkaufsvitrine unterscheidet, ist die Werkstatt selbst. Laut dem Presseporträt setzen die Brians "möglichst auf Eigenproduktionen", gerade damit sie später einen eigenen Reparatur-Service anbieten können, ohne ein Stück an einen fremden Betrieb weiterreichen zu müssen. Das beantwortet eine Frage, die bei einem Trauring erst Jahre nach der Hochzeit wichtig wird, nämlich wer den Ring nachträglich enger macht oder einen verlorenen Stein ersetzt. Zur Herkunft: Suzanne und Michael Brian sind beide gelernte Goldschmiede, sie als Goldschmiedin, er als Goldschmied. Michael absolvierte seine Lehre bei Rudolf Gloor, dem Vater seiner Frau Suzanne, was dem Betrieb eine handwerkliche Linie gibt, auch wenn der Laden an der Limmattalstrasse selbst erst 2001 eröffnet wurde und keine über Generationen gewachsene Adresse ist. Der Betrieb bezieht sein Gold laut eigener Angabe über einen RJC-zertifizierten Lieferanten (Responsible Jewellery Council) im Rahmen der Initiative OEKOGOLD, wirbt also mit Schweizer Fertigung statt Stangenware aus dem Ausland, und ist beim Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit für den Ankauf von Altedelmetall registriert. Keiner dieser Punkte ist für sich spektakulär, aber es sind genau die Art von nachprüfbaren Details, die ein Quartiergeschäft von einer blossen Behauptung "wir arbeiten sauber" unterscheiden.

Wie der Betrieb organisiert ist

Der Laden liegt direkt am Zwielplatz, mit der Tramlinie 13 und der Buslinie 80 vor der Tür und zwei Parkplätzen unmittelbar davor, was für ein Geschäft ausserhalb der Innenstadt keine Nebensache ist, wenn man zu zweit vorbeikommen will. Geöffnet ist Dienstag bis Freitag von 09:00 bis 12:00 und von 14:00 bis 18:30 Uhr, Samstag durchgehend von 09:00 bis 13:00, montags bleibt der Laden geschlossen. Das ist der Rhythmus eines Handwerksbetriebs, keine Innenstadt-Öffnungszeit mit Abendtermin, wer spontan am Montagabend vorbeischauen will, muss umplanen. Auf dem Bewertungsportal zuri.net sammelt der Betrieb 19 Bewertungen mit überwiegend lobenden Kommentaren zur Beratung und zum Service, eine solide, wenn auch nicht riesige Stichprobe für ein kleines Quartiergeschäft. Zum Zeitpunkt dieser Recherche kündigt die eigene Website zudem Betriebsferien vom 30. Juli bis 11. August 2026 an, ein deutliches Zeichen dafür, dass der Betrieb im Sommer 2026 weiterhin aktiv geführt wird und nicht nur eine alte Seite online lässt.

Wie er sich vergleicht

Im Vergleich zu einem Haus an der Bahnhofstrasse ist Brian das Gegenmodell: keine Schaufensterlage in der teuersten Einkaufsstrasse des Landes, keine grosse internationale Markenpalette, dafür ein Betrieb, bei dem das Paar mit hoher Wahrscheinlichkeit direkt mit der Person spricht, die den Ring später auch anfertigt oder repariert. Wer ohnehin in Höngg, Wipkingen oder Altstetten wohnt, spart sich zudem den Weg in die Innenstadt für jede spätere Anpassung. Der Nachteil liegt auf der Hand: Die Website nennt keine Preise für Trauringe oder Schmuckanfertigungen, nur für die Uhren, und wer eine grosse Auswahl oder ein Ladengeschäft mit Ausstellungsfläche im Bahnhofstrasse-Format erwartet, findet hier ein deutlich kleineres Sortiment. Das oft zitierte Presseporträt ist zudem mittlerweile ein Jahrzehnt alt und als "Publireportage" gekennzeichnet, also ein bezahlter redaktioneller Beitrag der Quartierzeitung und kein unabhängiger Testbericht. Schon 2016 hielt der Text fest, dass Suzanne und Michael Brian damals seit 25 Jahren verheiratet waren und zwei Kinder haben, ein Detail, das zeigt, wie lange das Paar zusammenarbeitet, aber eben mit Stand 2016, nicht heute. Die Kernaussage zu den selbst gefertigten Eheringen deckt sich immerhin mit dem, was der Betrieb aktuell auf der eigenen Website zu Eigenproduktion und Reparatur schreibt.

Für wen sich das lohnt

Am besten passt Brian zu einem Paar, das in den westlichen Stadtkreisen wohnt oder arbeitet, das einen Trauring nach eigener Skizze oder mit einem geerbten Stein möchte und das den direkten Draht zur Werkstatt einer Bestellung ab Katalog vorzieht. Wer stattdessen eine grosse internationale Markenpalette oder Beratung auf Englisch sucht, ist an der Bahnhofstrasse oder bei einem grösseren Haus besser aufgehoben.

Fazit

Für ein Trauringpaar, das in Höngg oder der Nachbarschaft zuhause ist, gehört Brian zu den wenigen Adressen im Quartier, bei denen die Anfertigung nachweislich im eigenen Haus passiert und nicht nur behauptet wird. Klein, ehrlich in der Preisdarstellung bei den Uhren, mit einer Werkstatt-Geschichte, die sich über zwei Jahrzehnte zurückverfolgen lässt, auch wenn man die Ringpreise erst im Gespräch erfährt.

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