Ann Perica
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Wer im Kreis 8 oder in der Nähe wohnt und keinen Ausflug an die Bahnhofstrasse machen will, landet bei der Suche nach einem Verlobungsring früher oder später bei Ann Perica im Seefeld. Das Label sitzt an der Seefeldstrasse 73, ein Stück vom Seeufer entfernt, in einem Showroom, den man nicht zufällig entdeckt, sondern gezielt ansteuert. Anders als die alteingesessenen Häuser an der Bahnhofstrasse ist Ann Perica kein Familienbetrieb mit mehreren Generationen am selben Ladentisch. Gegründet hat die Marke die Zürcherin Ann Perica selbst, 2015, nach einer Karriere als Make-up-Artistin in der Modebranche, einem Studium der Betriebswirtschaft und 15 Jahren im internationalen Diamantenhandel. 5 Jahre nach der Gründung eröffnete sie ihren ersten eigenen Showroom im Seefeld. Wer fragt, wie lange die Adresse schon besteht, bekommt also eine ehrliche Antwort: eine junge Adresse mit einer Gründerin, die vorher lange in der Branche gearbeitet hat, nicht ein Betrieb mit langer eigener Geschichte an genau diesem Ort.
Das ist die eine Seite, die zur Einordnung gehört. Die andere: Ann Perica ist als GmbH eingetragen, unter dem eigenen Namen der Gründerin, und tritt heute mit einem eigenen Team auf, nicht nur mit ihr als alleinigem Gesicht. Auf der Team-Seite stehen vier weitere Namen: Lara Schafroth für Kundenservice und Produktmanagement, Alessandra Leo für Marketing, Eliana Arico als Store-Managerin und Sandra Stoppany für die grafische Gestaltung. Wer eine Goldschmiedin oder einen Goldschmied mit Namen und Lehrjahr sucht, findet diese Angabe auf der Website nicht. Die Stücke entstehen laut eigenen Angaben von Hand in der Schweiz, gefertigt von Ann Perica und ihrem Team zusammen mit, so die eigene Formulierung, geschulten Handwerkerinnen und Handwerkern in der Schweiz. Ob diese Werkstatt im selben Haus im Seefeld liegt oder bei einem Partneratelier andernorts in der Schweiz, sagt die Website nirgends. Das ist der Punkt, an dem Ann Perica weniger offenlegt als ein Betrieb, der seine Werkbank direkt hinter der Vitrine zeigt, und er ist erwähnenswert für alle, denen genau das wichtig ist.
Was Ann Perica dafür bietet, ist eine Preistransparenz, die im Zürcher Verlobungsringgeschäft selten genug ist, um zum eigentlichen Argument zu werden. Auf der Website läuft ein Online-Konfigurator, mit dem man zuerst ein Fassungsdesign wählt, vom klassischen Solitär über Three Stone bis Halo, danach das Metall (18 Karat Gelb-, Weiss- oder Roségold, oder Platin) und zuletzt einen Diamanten aus einer Datenbank mit zertifizierten Natur- oder Labordiamanten in verschiedenen Schliffen wie rund, oval, Smaragd, Radiant, Kissen, Birne, Marquise oder Herz. Jede Fassung trägt einen Startpreis in Franken: der Solitär beginnt ab 1800 Franken, dieselbe Fassung mit Pavé-Steinen ab 3400 Franken, Three Stone ab 3200 Franken, Halo ab 4900 Franken und Halo mit Pavé ab 6500 Franken. Diese Beträge gelten für die Fassung allein, der gewählte Diamant kommt separat dazu, aber man kennt die Grössenordnung, bevor man überhaupt eine Nachricht schreibt oder einen Termin bucht. Genau das unterscheidet Ann Perica von Häusern, bei denen der Preis erst im persönlichen Gespräch fällt.
Fertige Ringe und Massanfertigung
Neben dem Konfigurator führt Ann Perica eine Kollektion bereits gefertigter Ringe mit festen oder Ab-Preisen, vom Birthstone-Ring ab 1700 Franken bis zum Cleo-Ring für 13100 Franken, dazwischen Modelle wie Anna ab 2900 Franken, Mila ab 2100 Franken oder Ann ab 5600 Franken. Ebenso gibt es eine eigene Trauringlinie: schlichte runde oder ovale Bänder für 1300 Franken, von den schmaleren Pavé-Ringen ab 2300 Franken bis zur breitesten Maxi-Fassung ab 6100 Franken, dazu Eternity-Ringe und gedrehte Varianten dazwischen. Wer sich lieber etwas komplett Eigenes wünscht, kann über die Custom-Seite ein Erstgespräch anfragen, wahlweise im Showroom im Seefeld, telefonisch oder per Videoanruf, und danach mit dem Team Steine und Design festlegen. Für eine solche Massanfertigung nennt die Website eine Produktionszeit von 4 bis 8 Wochen, versendet wird versichert per Fedex, oder man holt das fertige Stück direkt im Seefeld ab. Wer ein Erbstück mitbringt, dem rechnet Ann Perica den Materialwert von Gold und Steinen an die neue Rechnung an, statt ihn ungenutzt in der Schublade liegen zu lassen. Die Marke wirbt zudem damit, nur in der Schweiz recycliertes Gold zu verwenden und bei der Herkunft der Steine offen Auskunft zu geben, was zur Preistransparenz insgesamt passt.
Garantie und was danach kommt
Auf die Frage, was passiert, wenn der Ring in ein paar Jahren wieder in die Werkstatt muss, hat die Website eine konkrete Antwort, was längst nicht selbstverständlich ist. Ann Perica gewährt 2 Jahre Garantie ab Lieferung, in dieser Zeit repariert, ersetzt oder erstattet das Unternehmen defekte Stücke nach eigenem Ermessen, ausgenommen sind Schäden durch unsachgemässe Handhabung, normalen Verschleiss oder Reparaturen durch Dritte. Empfohlen wird zusätzlich eine professionelle Kontrolle alle 2 Jahre, damit Fassungen und Steine rechtzeitig nachgezogen werden, bevor tatsächlich einer verloren geht. Zur Änderung der Ringgrösse Jahre nach dem Kauf, einem Thema, das bei praktisch jedem Verlobungsring irgendwann ansteht, äussert sich weder die Pflegeseite noch die Rückgabebedingungen. Die Website macht dazu keine Angabe, und dieser Text erfindet keine. Die Rückgabefrist selbst ist klar geregelt: 14 Werktage ab Erhalt der Ware, sofern das Stück ungetragen, unbeschädigt und in der Originalverpackung ist, Rückerstattungen erfolgen danach innerhalb von 10 Werktagen auf das ursprüngliche Zahlungsmittel. Reduzierte Ware ist vom Rückgaberecht ausgeschlossen, ebenso personalisierte und gravierte Stücke, was bei einem Label, dessen halbes Sortiment auf Massanfertigung setzt, wenig überrascht.
Regionale Einordnung
Das Seefeld ist kein Quartier, an dem man zufällig vorbeikommt, wenn man ohnehin in der Stadt einkauft, sondern eines, das man bewusst ansteuert, meist zu Fuss vom Seeufer her. Für ein Paar, das im Kreis 7 oder 8 wohnt oder dort arbeitet, spart das den Weg über den Paradeplatz oder die Bahnhofstrasse, für alle anderen ist es ein kleiner Umweg, der sich vor allem dann lohnt, wenn man den Konfigurator vorher schon genutzt und eine Fassung im Kopf hat. Die festen Öffnungszeiten des Showrooms, Dienstag bis Freitag 11 bis 19 Uhr und Samstag 11 bis 16 Uhr, unterscheiden Ann Perica von reinen Terminanbietern, bei denen man erst um einen freien Slot bitten muss, bevor man überhaupt einen Ring in der Hand hält. Wer ausserhalb dieser Zeiten will, kann trotzdem über die Website einen Termin reservieren, laut eigenen Angaben meldet sich das Team innerhalb von 2 Arbeitstagen zurück, ansonsten wird empfohlen, im Spam-Ordner nachzusehen.
In der Presse ist das Label kein Unbekannter: Die NZZ und die Schweizer Illustrierte haben ebenso über Ann Perica berichtet wie Vogue und Annabelle, dazu internationale Titel wie L'Officiel Bulgaria. Das ersetzt keine eigene Anprobe im Seefeld, zeigt aber, dass es sich nicht um ein Nischenprojekt ohne Aussenwahrnehmung handelt.
Für wen sich das lohnt
Ann Perica passt zu einem Paar, das lieber online vorrechnet, bevor es einen Termin bucht, und das einen sichtbaren Ab-Preis einem blossen "kommen Sie doch vorbei" vorzieht. Es passt weniger zu jemandem, der ausdrücklich eine alteingesessene Werkstatt mit sichtbarer Werkbank und einer Goldschmiedin mit eigenem Namen und eigener Lehre sucht, denn genau diese Angabe liefert die Website nicht. Was sie liefert, sind klare Franken-Beträge von der Einstiegsfassung bis zum fertigen Ring, eine nachvollziehbare Garantie von 2 Jahren mit empfohlener Kontrolle, feste Öffnungszeiten statt reiner Terminlogik, und ein Standort im Seefeld, der einen guten Grund liefert, einmal von der Bahnhofstrasse wegzugehen. Für Paare, die im Osten der Stadt zu Hause sind oder einfach lieber vorab wissen, worauf sie sich preislich einlassen, ist das eine der ehrlicheren Adressen ausserhalb des Zentrums.