B-Schmuck
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B-Schmuck ist kein Laden, der Ringe von der Stange verkauft und irgendwo im Hintergrund ein Werkstattschild aufhängt. An der Forchstrasse 50, 8008 Zürich, ein paar Tramstationen vom See entfernt im Seefeld, arbeiten Beat Egli und Jeannette Binda seit 1998 in einem Silber- und Goldschmiede-Atelier, das Kundschaft direkt am Werktisch bedient statt über eine Verkaufstheke mit Vitrine wie bei einem klassischen Juwelier. Wer hier ein Ring- oder Verlobungsringpaar in Auftrag gibt, gibt es bei den zwei Personen in Auftrag, die es danach auch tatsächlich anfertigen.
Auf der Website stellt sich das Haus als «Das Goldschmiede-Team Beat Egli und Jeannette Binda» vor, beide als ausgebildete Silber- und Goldschmiede. Das ist kein Detail, das man überlesen sollte: In dieser Kategorie, den Goldschmieden der äusseren Stadtkreise, ist ein Zweierteam am eigenen Werktisch etwas anderes als eine Trauring-Ecke in einem grösseren Uhren- und Schmuckgeschäft, in der die eigentliche Anfertigung an eine externe Werkstatt geht.
Was Sie bekommen
Die Website listet sechs Warengruppen: Ohrschmuck, Collier, Ringe, Armschmuck, Objets d'Art und Broschen. Ringe sind damit eine von mehreren Sparten, keine eigene Trauring-Linie mit Kollektion und Katalognummern. Das Atelier arbeitet mit Gold, Platin und Silber und verwendet nach eigener Aussage ausschliesslich natürliche Diamanten und Farbsteine. Eine Spezialität des Hauses ist Email, ein Fachgebiet von Jeannette Binda, ausgebildete Goldschmiedin, das man selten bei einem auf Ringe fokussierten Betrieb im gleichen Haus findet. Wer eine bestimmte Fasson im Kopf hat, kann laut der Website mit einem Modell arbeiten, um die Idee vor der Ausführung zu sehen und während der Entstehung Einfluss auf das Ergebnis zu nehmen. Von einer Anfertigung nach Mass ist auf der Seite zwar nicht wörtlich die Rede, aber genau das beschreibt der Ablauf: Wunsch, Modell, dann die Umsetzung von Hand.
Dass die Website ausdrücklich festhält, ausschliesslich natürliche Diamanten und Farbsteine zu verwenden, ist für ein Ring-Vorhaben keine Nebensache. Wer sich heute für einen Verlobungsring entscheidet, landet bei manchen Adressen zunehmend auch bei laborgezüchteten Steinen, die günstiger sind, aber eine andere Herkunftsgeschichte haben. B-Schmuck positioniert sich hier klar auf der einen Seite dieser Frage, ohne das im Marketing besonders auszuwalzen; es steht schlicht als ein Satz auf der Startseite, nicht als Verkaufsargument mit eigener Unterseite.
Was die Seite nicht zeigt, ist ein Warenkorb oder eine Preisliste zum Durchklicken. Es gibt weder eine Angabe zu Preisen noch zu einer Lieferzeit für eine Auftragsarbeit. Wer wissen will, was ein bestimmter Ring kosten oder wie lange die Anfertigung dauern würde, muss das im Gespräch vor Ort klären, nicht auf der Website nachlesen.
Was diese Adresse besonders macht
Der auffälligste Punkt ist, dass hier kein Verkaufsteam zwischen Kundschaft und Werkbank steht. Beat Egli und Jeannette Binda werden als das Goldschmiede-Team vorgestellt, nicht als Inhaberpaar mit angestellten Handwerkern im Hintergrund. Nach eigener Darstellung entsteht die Kollektion im eigenen Haus, nicht zugekauft aus einem Lieferantenkatalog, und die Kreativität des Betriebs zeigt sich laut der Website gerade in dieser hauseigenen Linie. Für ein Paar, dem wichtig ist, wer den Ring tatsächlich in der Hand hatte, ist das ein reales Unterscheidungsmerkmal gegenüber einer Bijouterie mit Schaufensterauslage und Ware aus dem Grosshandel.
Wie das Atelier organisiert ist
Geöffnet ist von Dienstag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 16 Uhr, montags bleibt das Geschäft geschlossen. Es gibt keinen Onlineshop: Beratung, Modell und Ausführung laufen über das persönliche Gespräch vor Ort, nicht über einen digitalen Bestellprozess. Erreichbar ist die Adresse mit Tram Nr. 4 oder Bus Nr. 31 bis Signaustrasse, und die Website weist einen reservierten Parkplatz hinter dem Haus aus, was für Kundschaft mit Auto aus Zollikon oder Küsnacht praktischer ist als jede Parkplatzsuche an der Bahnhofstrasse. Eine Terminpflicht nennt die Website nicht ausdrücklich, aber bei einem Zweipersonenbetrieb, der gleichzeitig an der Werkbank steht, dürfte ein kurzer Anruf vor dem Besuch sinnvoller sein als ein spontaner Abstecher wie in einem Ladengeschäft mit durchgehender Auslage.
Im Vergleich
Im Vergleich zu den grossen Häusern an der Bahnhofstrasse ist B-Schmuck bewusst klein: zwei Goldschmiede statt eines Teams aus Verkauf, Gemmologie und Uhrmacherei unter einem Dach. Wer im Seefeld oder allgemein in Kreis 8 wohnt oder arbeitet, spart sich damit den Weg in die Innenstadt für ein Anliegen, das sich ohnehin am besten im persönlichen Gespräch klärt. Innerhalb dieser Kategorie, den Goldschmieden der äusseren Kreise, gehört B-Schmuck zu jenen Adressen, die die Werkstatt selbst betreiben statt eine Trauring-Ecke innerhalb eines grösseren Geschäfts zu sein. Das hat aber auch eine Kehrseite: keine breite Kollektion zum Anprobieren im Laden, sondern Einzelstücke, die erst im Gespräch entstehen, und eine Website, die eher als Visitenkarte dient denn als Schaufenster mit allen Modellen.
Für wen sich das eignet
Diese Adresse passt zu einem Paar, das ohnehin im Seefeld unterwegs ist oder das gezielt eine Werkstatt sucht, in der dieselben zwei Personen beraten und fertigen. Sie passt weniger zu jemandem, der eine bestehende Ringlinie anprobieren und gleich mitnehmen will, oder der vorab eine Preisspanne online sehen möchte, bevor er überhaupt anruft. Ebenso passt sie zu einem Paar, das schon eine ungefähre Vorstellung von Fassung oder Stein mitbringt und die Umsetzung lieber in zwei bekannten Händen weiss als irgendwo in einer Lieferkette mit mehreren Zwischenstationen. Wo ein Ring in der eigenen Werkstatt entsteht statt aus einem Katalog zugekauft zu werden, dauert eine Auftragsarbeit erfahrungsgemäss länger als ein Ring ab Lager, auch wenn B-Schmuck selbst keine Lieferzeit veröffentlicht und man das im Einzelfall abklären muss.
Das Fazit
Was auf der Website fehlt, sollte man vorher wissen: keine veröffentlichten Preise, keine Angabe zu Gewährleistung oder zu einer späteren Grössenänderung, und keine Aussage darüber, wo Beat Egli oder Jeannette Binda ihre Lehre absolviert haben. Wer das vor der Bestellung klären will, muss es im Laden fragen, nicht auf der Seite nachlesen, und das ist ein echter, wenn auch kleiner Wermutstropfen für ein Atelier, das sonst mit Transparenz punktet, etwa darüber, wer tatsächlich am Werktisch sitzt. Als Adresse für ein Paar aus dem Quartier, das eine persönliche Anfertigung einem Ring von der Stange vorzieht, bleibt B-Schmuck seit 1998 eine der wenigen Stellen in Kreis 8, an denen genau das noch der Fall ist. Unter dem Strich überwiegt, was die Seite zeigt und was sich in der Recherche bestätigt hat: ein eingespieltes Zweierteam, das seit 1998 am gleichen Ort arbeitet und offenlegt, wer die Stücke tatsächlich fertigt, was in dieser Kategorie keineswegs selbstverständlich ist.