Barbara Phan (Unikat Höngg)

Höngg, Zürich (Kreis 10)

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Barbara Phan arbeitet als Goldschmiedin im Rahmen von Unikat Höngg, einem kleinen Quartierladen an der Limmattalstrasse 167 in Höngg, Postleitzahl 8049 Zürich. Der Stadtteil gehört seit 1934 zu Stadtkreis 10, einem der äusseren Kreise, die auf keinem Spaziergang über die Bahnhofstrasse vorkommen. Wer im Quartier wohnt oder in der Nähe arbeitet, findet hier eine Goldschmiedin, ohne für ein Beratungsgespräch in die Innenstadt zu fahren.

Der Laden selbst ist keine reine Schmuckboutique. Unikat Höngg wurde von 4 Frauen gegründet, nachdem eine von ihnen in einer Strickrunde die Idee für ein Wollgeschäft in Höngg vorschlug und kurz darauf das alte Wöschhüsli am Höngger Meierhofplatz frei wurde. Aus dieser Gelegenheit entstand ein Geschäft, das Wolle, Strickkurse, eine Schreibwerkstatt, Gourmetprodukte und eben auch Schmuck unter einem Dach vereint, dazu eine Zusammenarbeit mit dem Verein ZürichMeetsTanzania, dessen Erlös eine medizinische Grundversorgung im Süden Tansanias mitfinanziert. Im heutigen Team stehen 3 Frauen, jede mit einem eigenen Fachgebiet: Silvia Eggli Christen, Ruth Häusermann und eben Barbara Phan für den Schmuckbereich.

Phan ist eidgenössisch diplomierte Goldschmiedin. Die Lehre absolvierte sie bei Goldschmied Niederer in Weiningen, und mittlerweile bringt sie über 20 Jahre Berufserfahrung mit. Seit einigen Jahren führt sie eine eigene Werkstatt, in der sie sowohl Auftragsarbeiten übernimmt als auch an ihren eigenen Kollektionen arbeitet. Die Website beschreibt sie als jemanden, für den die Arbeit mit den Händen nach all der Zeit noch immer spannend ist, was zur Beobachtung passt, dass mancher Goldschmiedbetrieb das eigentliche Handwerk aufgibt, sobald reiner Verkauf lukrativer wird. Hier ist die Werkbank offenbar noch das Zentrum des Geschäfts.

Was Sie bekommen

Wer bei Unikat Höngg eine Anfertigung nach Mass bestellen will, durchläuft einen klar beschriebenen Ablauf: zuerst eine Skizze und eine Offerte, erst danach beginnt die eigentliche Anfertigung. Die Produktseite für Massanfertigungen nennt ausdrücklich Verlobungsringe und Hochzeitsschmuck als Beispiele, neben persönlichen Geschenken und Schmuck zu Jubiläen. Im Angebot stehen massgeschneiderte Ringe, Halsketten, Armbänder und Ohrringe, dazu individuelle Gravuren und eine Auswahl an Edelsteinen und besonderen Materialien. Wer noch alten Familienschmuck besitzt, der nicht mehr getragen wird, kann diesen laut Barbara Phans eigener Beschreibung als Material für ein neues Stück einbringen, statt ihn in einer Schublade verstauben zu lassen. Für ein Brautpaar, das den Ring der Grossmutter oder ererbte Steine umarbeiten lassen will, ist das ein konkretes, nicht alltägliches Angebot.

Neben Neuanfertigungen deckt sie auch die alltäglichen Reparaturen ab: eine gerissene Kette, ein verlorenes Ohrsteckermütterli, ein Ring, der zu gross oder zu klein geworden ist, das Reinigen und Auffrischen von Schmuckstücken sowie das Neuknüpfen von Perlenketten. Für einen Trauring oder Verlobungsring, der Jahre nach dem Kauf angepasst werden muss, ist das genau die Art von Nachbetreuung, die eine grosse Adresse an der Bahnhofstrasse nicht persönlicher anbietet, eine kleine Werkstatt im Quartier aber schon.

Was auffällt

Unter «Mein Schmuck» präsentiert Phan 2 Linien, und der Unterschied zwischen beiden lohnt sich zu kennen. «Phan Jewels» ist ihre eigene Kollektion: Sie arbeitet mit Platin, Gold, Silber, Stahl und teils mit Edelsteinen wie Diamanten, dazu kommen gelegentlich Holz- oder Lederelemente. Ihr erklärtes Steckenpferd sind strukturierte Oberflächen, die über gezielte Fräsungen und bewusste Unebenheiten entstehen, wodurch jedes Stück tatsächlich zum Unikat wird. Die zweite Linie, «Fineline by Katahati», stammt dagegen aus Bali und wird im Laden verkauft, nicht von Phan selbst hergestellt: ein fröhlicher, sommerlicher Schmuck, der günstiger ist und laut Beschreibung gut zur Badi passt. Wer sich für eine Anfertigung interessiert, sollte diese beiden Linien nicht verwechseln. Die Handschrift der Goldschmiedin liegt bei «Phan Jewels» und in den Massanfertigungen, nicht im zugekauften Sortiment.

Wie es organisiert ist

Der Laden hat feste Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 14 bis 18 Uhr, Samstag von 10 bis 16 Uhr. Kontakt läuft über ein Formular auf der Website oder telefonisch, ein Onlineshop existiert für das Wollsortiment und für die Schmucklinien, nicht aber für individuelle Anfertigungen, die naturgemäss zuerst ein Gespräch brauchen. Auf der Website finden sich keine Preislisten für Massanfertigungen oder Reparaturen und auch keine schriftlich genannte Gewährleistungsfrist. Wer das wissen will, bekommt es am ehesten im direkten Gespräch, nicht per Klick.

Das Haus selbst, das ehemalige Wöschhüsli, liegt am Meierhofplatz mitten im Quartier, was Unikat Höngg zu dem macht, was die Betreiberinnen selbst einen Treffpunkt nennen: Man kann auf einen Kaffee vorbeikommen, ohne gleich einen Auftrag zu haben. Für ein Handwerk, das sonst oft hinter einer Vitrine an der Bahnhofstrasse verschwindet, ist das eine ungewöhnlich niederschwellige Form von Nähe.

Wie es sich vergleicht

Verglichen mit den grossen Häusern an der Bahnhofstrasse, die mit Jahrhunderten an Firmengeschichte werben, ist Unikat Höngg jung und unprätentiös: kein Schaufenster mit Vitrinenschmuck, keine mehrsprachige Beratung für internationale Kundschaft, keine Filialkette. Der Vorteil liegt im direkten Draht zur Person, die tatsächlich an der Werkbank sitzt, und im Skizze-Offerte-Ablauf, der eher an eine handwerkliche Auftragsarbeit erinnert als an einen Ladenkauf. Innerhalb der Kategorie der äusseren Stadtkreise ist das auch ein Unterschied zu manchen Trauring-Ecken, die nur ein kleines Regal innerhalb eines grösseren Uhren- und Schmuckgeschäfts belegen. Hier trägt der Schmuckbereich einen Namen, eine Ausbildung und eine eigene Werkstatt, auch wenn er nur einer von mehreren Bereichen im selben Laden ist.

Wer das anspricht

Am besten passt dieses Angebot zu einem Paar, das im Kreis 10 oder in der Nähe wohnt oder arbeitet und keine Lust auf eine eigene Innenstadtfahrt hat, das gern altes Familiengold oder ererbte Steine in ein neues Stück einbringen möchte und das mit einer direkten Preisanfrage statt einer Online-Preisliste leben kann. Wer dagegen eine grosse Auswahl an fertigen Ringen zum Anprobieren sucht oder eine mehrsprachige Beratung für Gäste aus dem Ausland braucht, ist bei einer der grösseren Adressen im Zentrum besser aufgehoben.

Fazit

Barbara Phan bringt eine anerkannte Ausbildung, über 20 Jahre Erfahrung und eine eigene Werkstatt mit, und die Website ihres Ladens nennt Verlobungsringe ausdrücklich als eine der Auftragsarbeiten, die sie übernimmt, nicht nur als vage Möglichkeit. Das ist für eine so kleine Adresse ungewöhnlich konkret. Der Haken ist ebenso klar: keine Preise, keine schriftliche Gewährleistung, kein Showroom, alles läuft über ein persönliches Gespräch. Für ein Paar, das genau diese Art von direktem, unaufwendigem Kontakt zu einer Handwerkerin sucht und nicht zwingend an der Bahnhofstrasse einkaufen will, ist das trotzdem eine der ehrlicheren Adressen in den äusseren Kreisen.

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