Valquère
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Valquère ist die auf im Labor gezüchtete Diamanten spezialisierte Marke der belgischen BAUNAT-Gruppe, deren Hauptsitz an der Schupstraat 21 in Antwerpen liegt. In Zürich zeigt sie Präsenz mit einem Showroom an der Talstrasse 20, in der Nähe des Paradeplatzes, nur ein paar Schritte von der Bahnhofstrasse entfernt, aber ohne deren Publikumsverkehr: Besuche laufen nach Terminvereinbarung. Wer sich meldet, trifft laut Website auf zwei Beraterinnen, Jeanne Besse und Suzane Greier, die auf Deutsch, Englisch und Französisch beraten. Als Öffnungszeiten nennt die Website Montag bis Freitag von 9.30 bis 18.00 Uhr, am Wochenende nur nach Absprache.
Wichtig für die Einordnung, bevor man weiterliest: Der Showroom teilt sich Adresse und Telefonnummer (+41 78 245 25 52) mit BAUNAT, ebenfalls auf dieser Seite gelistet, sowie mit BNT Diamonds. Alle drei Namen führen zu ein und demselben Betrieb an ein und demselben Ort. BAUNATs eigene Zürich-Seite nennt exakt dieselbe Adresse und dieselbe Nummer, das lässt sich also gegenprüfen. Es ist kein verstecktes Detail und kein Grund, misstrauisch zu sein, aber es lohnt sich zu wissen, bevor man drei vermeintlich unabhängige Adressen dieser Liste miteinander vergleicht und für drei getrennte Meinungen hält.
Was man bekommt
Das Sortiment deckt Verlobungsringe in den Fassungen Solitär, Halo und Trilogie ab, dazu Trauringe, Eternity-Ringe, Ohrringe, Ketten und Armbänder sowie eine Anfertigung nach Mass für ein eigenes Design. Die Diamanten sind IGI-zertifiziert und laut Website in Struktur, Feuer und Brillanz mit geförderten Steinen identisch. Neben farblosen Steinen führt Valquère auch farbige Labordiamanten in Blau, Pink, Gelb, Rot und Grün, ein Sortiment, das über das hinausgeht, was die meisten Zürcher Goldschmieden an Lager haben. Als Metall stehen 18-karätiges recyceltes Gold und Platin mit dem Feingehalt 950 zur Wahl, was zur Ausrichtung dieser Kategorie passt: recyceltes statt frisch gefördertes Material.
Für Verlobungsringe nennt die Website Preise zwischen 2238.50 und 9522.70 Euro, inklusive 21 Prozent Mehrwertsteuer. Das ist die belgische Mehrwertsteuer, nicht die Schweizer: Valquère verkauft in Euro, nicht in Franken, und was ein Kauf ab Zürich an Einfuhrabgaben auslöst, sagt die Website nirgends. Wer das genau wissen will, muss vor dem Kauf nachfragen, veröffentlicht ist dazu nichts.
Dass eine Anfertigung nach Mass überhaupt im Angebot steht, ist bei einer Marke dieser Grösse nicht selbstverständlich: Viele vergleichbar grosse Online-Juweliere verkaufen ausschliesslich aus einer festen Kollektion, ohne Spielraum für ein eigenes Design.
Was heraussticht
Der auffälligste Pluspunkt ist die Kundenbewertung: Valquère weist auf mehreren Seiten seines Auftritts eine Trustpilot-Bewertung von 5 von 5 Sternen aus, gestützt auf 4017 Bewertungen. Das ist eine hohe Zahl für eine Nische, die in der Schweiz noch relativ jung ist, auch wenn sich die Zahl vermutlich auf den gesamten Webshop bezieht und nicht speziell auf den Zürcher Standort. Dazu kommen eine Garantie von 20 Jahren auf die Schmuckstücke und ein Rückgaberecht von 30 Tagen, beides deutlich grosszügiger, als es die gewöhnliche Gewährleistung im Detailhandel vorsieht. Versand läuft laut Website versichert und ohne Zusatzkosten, inklusive Geschenkverpackung.
Auch die Mitgliedschaft im Responsible Jewellery Council zählt zu den Pluspunkten, gerade in einer Kategorie, in der nachprüfbare Herkunft der eigentliche Verkaufsgrund ist. Wer Wert auf Rückverfolgbarkeit legt, findet hier zumindest eine Branchenzertifizierung und nicht nur ein Werbeversprechen. Dazu passt, dass die Website ausdrücklich mit recyceltem statt neu abgebautem Gold wirbt: Für eine Kategorie, in der es letztlich um die Lieferkette hinter dem Glanz geht, ist das eine der wenigen Angaben, die sich tatsächlich nachprüfen lässt, statt nur behauptet zu werden.
Wie es organisiert ist
Wer nach Zürich kommt, sollte wissen, was ihn erwartet: In der Beratung liegen laut Website hochwertige Schmuckstücke in Weissgold mit eingefassten Zirkonia zum Anprobieren bereit, während echte lose Diamanten separat gezeigt werden. Das ist in der Branche aus Versicherungsgründen üblich, kein Trick, aber wer im Showroom ein fertiges Diamantcollier in der Vitrine erwartet, wird enttäuscht.
Gearbeitet wird nicht an der Talstrasse. Die Werkstatt liegt laut Website in Antwerpen, dort werden die Stücke auch von Hand gefertigt. Wer also fragen wollte, wo der zuständige Goldschmied oder die Goldschmiedin ihre Lehre gemacht hat und ob die Arbeit am selben Tisch stattfindet, an dem man Platz nimmt, bekommt eine ehrliche, aber ernüchternde Antwort: nein. Der Zürcher Standort ist Beratung und Anprobe, nicht Produktion. Das unterscheidet Valquère grundlegend von einem alteingesessenen Zürcher Goldschmiedehaus mit eigener Werkbank vor Ort.
Zürich ist zudem nicht der einzige Schweizer Halt der Gruppe: Auch Genf führt laut der Terminseite einen Showroom, neben insgesamt 10 Standorten weltweit, von Antwerpen über Düsseldorf, Paris und Hongkong bis Mumbai. Wer in der Deutschschweiz wohnt, hat die Talstrasse näher, wer in der Romandie sitzt, eher Genf. Für ein Paar, das den Ring vor dem Kauf tatsächlich anfassen will, ist das ein echter Vorteil gegenüber einem reinen Online-Shop ohne Schweizer Adresse.
Wie es sich vergleicht
Gegenüber einem klassischen Bahnhofstrasse-Juwelier mit geförderten Diamanten liegt der Preisvorteil von Labordiamanten üblicherweise im zweistelligen Prozentbereich, was diese Kategorie insgesamt attraktiv macht, unabhängig vom einzelnen Anbieter. Gegenüber anderen spezialisierten Labordiamant-Adressen in Zürich unterscheidet sich Valquère vor allem durch die Grösse des Mutterkonzerns und die entsprechend hohe Zahl an Kundenbewertungen. Wer lieber bei einem kleinen, unabhängigen Betrieb kauft, sollte wissen, dass es sich hier faktisch um denselben Anbieter handelt wie bei den zwei Nachbareinträgen BAUNAT und BNT Diamonds auf dieser Seite, nur unter drittem Namen und mit eigenem Markenauftritt für Labordiamanten.
Für wen es passt
Valquère passt zu einem Paar, dem die nachprüfbare Herkunft des Diamanten wichtiger ist als eine alteingesessene Adresse, das sich mit einem Terminbesuch statt Laufkundschaft anfreunden kann und das bereit ist, in Euro statt Franken zu bezahlen. Wer stattdessen einen Ring will, der von Entwurf bis letzter Politur in Zürich entsteht, ist bei einem der traditionellen Goldschmiedehäuser dieser Liste besser aufgehoben.
Fazit
Als Adresse für Labordiamanten schneidet Valquère solide ab: zertifizierte Steine, recyceltes Edelmetall, eine ungewöhnlich lange Garantie und eine Kundenbewertung, die sich sehen lassen kann. Der Haken liegt in der Struktur, nicht in der Qualität: Wer hier anruft, landet am selben Ort und unter derselben Nummer wie bei zwei weiteren Marken derselben Gruppe, und gefertigt wird in Antwerpen, nicht in Zürich. Wer das weiss und trotzdem will, bekommt hier ein solides, gut bewertetes Angebot nach Terminvereinbarung an der Talstrasse.