Sotheby's Zurich

Rämistrasse 3, Zürich · dal 1969

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Wer in Zürich ein Auktionshaus für einen Verlobungsring sucht, stösst früher oder später auf den Namen Sotheby's, und der Name allein sagt wenig darüber, was vor Ort tatsächlich läuft. Sotheby's ist in Zürich seit 1969 mit einem eigenen Büro vertreten, an der Rämistrasse 3, 8001 Zürich, und das war damals die erste regionale Niederlassung des Hauses im mitteleuropäischen Raum überhaupt (das Unternehmen selbst ist deutlich älter, dazu weiter unten mehr). Das ist die eigentlich interessante Zahl für eine Schweizer Käuferschaft: nicht wie alt die Marke weltweit ist, sondern wie lange schon jemand vor Ort sitzt, den man anrufen kann, statt an ein anonymes Callcenter zu geraten.

Die Adresse liegt mitten im Zürcher Kunstviertel, in einer neu bezogenen Galerie. Dort finden laufend Ausstellungen und private Verkäufe statt, dazu ein Salon, in dem Objekte aus verschiedenen Sammelgebieten gezeigt und verkauft werden. Sotheby's beschreibt die eigenen Räume selbst als Ort, an dem man sich beraten lassen, ein Stück besichtigen oder einfach ein Gespräch mit den hauseigenen Fachleuten führen kann. Das Büro ist unter der Woche tagsüber besetzt, der Salon nachmittags. Wer nur kurz vorbeischauen will, ruft besser vorher an oder schreibt eine E-Mail, ein spontaner Besuch am Wochenende ist an dieser Adresse nicht vorgesehen.

Wer im Büro arbeitet, und wie man ihn erreicht

Sotheby's Zürich listet seine Fachleute mit Namen, Funktion und direkter Nummer, nicht hinter einem anonymen Kontaktformular. Jessica Graf leitet als Director die Büros von Sotheby's in der Schweiz und ist unter +41 44 226 22 72 oder mobil unter +41 78 688 83 19 erreichbar, ihre Adresse lautet jessica.graf@sothebys.com. Für moderne und zeitgenössische Kunst stehen Teresa Douglas-Pennant (+41 44 226 22 28) und, als stellvertretende Direktorin, Christine Senft (+41 44 226 22 73) bereit. Für Taschen und Mode betreut Cindy Sanfiorenzo (+41 44 226 22 00) die Zürcher Kundschaft, unterstützt von Morgane Halimi, die als globale Leiterin dieses Bereichs ebenfalls in Zürich sitzt. Fabrizio De Fenzo ist Ansprechpartner für Wein und Spirituosen, Edoarda Cajrati Crivelli (+41 44 226 22 01) betreut die Galerie selbst. Der Leiter für bildende Kunst in der Schweiz insgesamt, Johan Nauckhoff, ist unter +41 78 688 83 06 erreichbar, sitzt laut eigener Angabe aber in Genf und nicht in Zürich, ein Hinweis darauf, dass Sotheby's die Schweiz als Ganzes organisiert und Zürich ein Teil davon ist, nicht das alleinige Zentrum.

Für Schmuck im engeren Sinn nennt die Zürcher Seite keine eigene, nur dort ansässige Fachperson mit Namen. Stattdessen gibt es wiederkehrende Termine: Vom 1. bis 3. September 2026 empfängt das Haus in Zürich Interessenten zum Thema Schmuck, und am 1. September 2026 findet in Meggen ein separater Termin zu Schmuck und Taschen statt. Beides sind Beratungs- und Besichtigungstermine, für die man sich anmeldet, keine Versteigerungen vor Ort.

Wo der Hammer tatsächlich fällt

Das ist der Punkt, den man vor dem ersten Anruf verstanden haben sollte: Sotheby's Zürich ist ein Kunden- und Beratungsbüro, kein Auktionssaal für Schmuck. Anders als ein Zürcher Goldschmiedebetrieb mit eigener Werkstatt und eigener Lehre stellt Sotheby's nichts selbst her, und in Zürich wird auch kein Ring vor Ort versteigert. Nach eigener Beschreibung finden die Schmuckauktionen des Hauses in Genf, Hongkong, New York, London, Paris und Mailand statt, dort wird geboten, dort fällt der Zuschlag. Was in Zürich passiert, ist die Vorbereitung: eine kostenlose Einschätzung eines Stücks, ein Inventar für Verkauf, Versicherung, Erbschaft, Steuern oder Sammlungsverwaltung, und die Beratung, an welcher der internationalen Auktionen ein Stück am besten aufgehoben wäre. Bieten kann man von Zürich aus trotzdem, telefonisch, schriftlich oder online, nur eben nicht so, dass man an einem Vormittag an der Rämistrasse vorbeigeht und im Saal die Hand hebt.

Eine Ausnahme bestätigt das für den Herbst 2026: Am 26. September findet in Zürich selbst eine Auktion mit Hammer und Publikum statt, die Zurich Auction von RM Sotheby's, der auf Sammlerfahrzeuge spezialisierten Tochtergesellschaft des Hauses. Es handelt sich um eine Auktion für klassische und exklusive Automobile, keine Schmuckauktion. Wer also einen Ring ersteigern will, braucht Geduld mit der Distanz nach Genf oder mit einem Gebot online, wer nach einem Oldtimer sucht, kann im September tatsächlich in Zürich selbst mitbieten.

Das grössere Haus dahinter

Sotheby's selbst ist kein Neuling. Gegründet wurde es am 11. März 1744 in London, ursprünglich als Auktionshaus für Bücher, durch den Buchhändler Samuel Baker. Seither ist daraus eines der beiden grössten Auktionshäuser der Welt geworden, mit rund 80 Standorten in 40 Ländern, Stand 2021. Seit Juni 2019 gehört das Unternehmen wieder einem privaten Eigentümer, dem Geschäftsmann Patrick Drahi, der es für 3,7 Milliarden Dollar übernahm und damit von der Börse nahm. Im Jahr 2020 überholte Sotheby's den Rivalen Christie's im weltweiten Umsatz zum ersten Mal seit 2011, mit über 5 Milliarden Dollar Gesamtverkäufen gegenüber 4,4 Milliarden bei Christie's. Für eine Schweizer Käuferschaft heisst das vor allem: Wer über Zürich in eine Sotheby's-Auktion einsteigt, kauft oder verkauft über ein Netzwerk mit tatsächlicher Marktmacht und nicht über eine lokale Marke mit geliehenem Namen.

Im Vergleich mit den anderen Häusern in dieser Liste

Andere Auktionshäuser in dieser Rubrik führen ihre Schmuckversteigerungen selbst durch, mit einem eigenen Besichtigungstag am eigenen Standort. Bei Sotheby's Zürich verschiebt sich dieser Teil des Ablaufs ins Ausland, während die Beratung davor lokal bleibt. Das ist kein Nachteil, wenn man ohnehin ein international handelbares Stück besitzt oder sucht und von der grösseren Reichweite profitieren will. Es ist aber ein anderer Ablauf als bei einem Haus, bei dem man das Los am Vortag der Auktion selbst im Saal in den Händen halten kann, und wer genau das erwartet, sollte vorher anrufen und fragen, wie der eigene Fall konkret läuft.

Für wen sich das eignet

Sotheby's Zürich passt zu jemandem, der ein bestehendes Stück, etwa einen Ring aus einem Nachlass oder eine ältere Fassung, schätzen und allenfalls verkaufen lassen will, kostenlos und unverbindlich, mit einer echten Fachperson am Telefon statt einem Formular. Es passt auch zu jemandem, der gezielt nach einem historischen oder international gehandelten Stück sucht und bereit ist, dafür über Genf oder online mitzubieten, statt am eigenen Wohnort im Saal zu sitzen. Weniger geeignet ist es für jemanden, der an einem Samstagnachmittag spontan durch eine Auktion mit Ringen in Zürich schlendern möchte. Dafür fehlt an dieser Adresse schlicht der Saal.

Das Fazit

Der Name Sotheby's zieht, doch das Zürcher Büro verdient seinen Platz in dieser Liste aus einem konkreteren Grund: Es ist seit 1969 ein echtes, dauerhaft besetztes Büro mit namentlich bekannten Fachleuten und direkten Nummern, kein Postfach hinter einer globalen Marke. Wer eine ehrliche, kostenlose zweite Meinung zu einem Stück sucht und damit rechnet, dass die eigentliche Versteigerung nicht an der Rämistrasse selbst stattfindet, bekommt hier einen seriösen Einstieg in ein Netzwerk, das tatsächlich zu den grössten der Branche gehört. Wer dagegen einen lokalen Auktionssaal für Ringe sucht, in dem am selben Ort besichtigt und geboten wird, findet das eher bei einem der Schweizer Häuser in dieser Rubrik.

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