Christie's Zürich

Steinwiesstrasse 26, Zürich (Kreis 7) · dal 1978

Tocca una stella per valutare

Christie's gibt es seit 1766, heute mit eigenen Büros in 46 Ländern (Stand 2023) und einem weltweiten Jahresumsatz von 6.2 Milliarden Dollar im Jahr 2025. Der Auktionskonzern gehört seit 1998 der Beteiligungsgesellschaft Artémis des französischen Unternehmers François Pinault. In der Schweiz reicht die Geschichte weiter zurück, als man vermuten würde: Die erste Christie's-Auktion hierzulande fand im Juni 1968 statt, und seither sind es nach eigenen Angaben mehr als 250 Versteigerungen in verschiedensten Kategorien geworden. Das Zürcher Büro kam erst später dazu. Es eröffnete 1978 an der Steinwiesstrasse 26, gleich beim Steinwiesplatz und ein paar Schritte vom Kunsthaus entfernt, Postleitzahl 8032, Kreis 7. Wer dort klingelt, findet kein Auktionshaus mit Saal und Hammer, sondern ein Beratungsbüro: Christie's eigenes, mit eigenem Personal geführt und im Mitarbeiterverzeichnis der Firma als Standort Zürich gelistet, nicht als externe Vertretung oder Lizenzpartner mit einem separaten Vertriebsvertrag.

Was das Büro an der Steinwiesstrasse tatsächlich macht

Die Zürcher Seite von Christie's spricht von 80 Kunst- und Luxuskategorien, die von hier aus abgedeckt werden, von Gemälden über Uhren bis zu Schmuck. Geleitet wird der Standort von Jutta Nixdorf, laut Website Managing Director und Senior Specialist. Für den Bereich Schmuck führt Christie's zusätzlich Céline Küderli als eigene Business Development Associate für Zürich im internen Verzeichnis der globalen Schmuckabteilung, nicht bloss einen allgemeinen Kontakt fürs ganze Haus. Das Angebot vor Ort: kostenlose und diskrete Schätzungen für ein einzelnes Stück oder eine ganze Sammlung, Beratung zu Kauf und Verkauf an der Auktion oder im privaten Verkauf, dazu Begleitung bei grösseren Nachlass- und Sammlungsplanungen. Übers Jahr verteilt finden an der Steinwiesstrasse ausserdem Bewertungstage statt, an denen internationale Christie's-Spezialistinnen und Spezialisten Objekte persönlich vor Ort einschätzen, dazu regelmässig Previews, Vorträge und Veranstaltungen rund ums Sammeln von Kunst und Luxusgütern. Geöffnet ist Montag bis Freitag, mit einer Mittagspause; erreichbar ist das Büro telefonisch unter +41 44 268 10 10 oder per Mail an infoswitzerland@christies.com.

Wo der Schmuck dann tatsächlich versteigert wird

Wer mit einem Ring oder einer Schmuckschatulle nach Zürich kommt, sollte wissen: Die eigentliche Auktion findet nicht dort statt. Christie's führt seine Live- und Online-Schmuckauktionen in London, Genf, New York und Hongkong durch, ergänzt durch private Verkäufe ausserhalb des festen Auktionskalenders. Für die Schweiz ist das der Genfer Standort, der seine grossen Bijouterie-Verkäufe traditionell im Mai und im November abhält, im Saal des Four Seasons Hotel des Bergues. Dieser Rhythmus ist nicht neu: Schon ab 1997 leitete der langjährige Christie's-Auktionator Rahul Kadakia von Genf aus die dortigen Magnificent-Jewels-Verkäufe im Mai und im November. Seit 2025 verantwortet Max Fawcett, der 2015 bei Christie's angefangen hat, als Global Head of Jewellery die weltweite Schmuckabteilung von Genf aus. Im November 2025 erzielte die Genfer Magnificent-Jewels-Auktion mit dem Mellon-Blue-Diamanten nach Angaben des Hauses das wertvollste Schmucklos des Jahres, für 25 Millionen Dollar. Die Genfer Spezialistin Angela Berden, seit 2011 dort tätig und davor ab 2005 in London, verkaufte im Mai 2019 unter anderem eine Fabergé-Tiara für 1.3 Millionen Franken und einen 118-karätigen gelben Diamanten für 7.1 Millionen Franken, beide in Genf. Zu den grossen Namen der Hausgeschichte im Schmuckbereich zählen laut Christie's die Sammlung von Elizabeth Taylor, der Diamant Oppenheimer Blue, La Peregrina und der Pink Legacy, auch wenn diese Verkäufe längst zurückliegen und nicht in der Schweiz stattfanden. Auch Cartier, Van Cleef & Arpels, JAR, Tiffany & Co. und Chopard tauchen regelmässig in den Katalogen auf.

Was ein Kauf oder Verkauf kostet

Wer bei Christie's ersteigert, zahlt zusätzlich zum Zuschlagspreis ein Aufgeld. Für den Saal Genf, gültig seit dem 1. September 2025, sind das 27 Prozent des Zuschlagspreises bis 1'200'000 Franken, 22 Prozent für den Anteil zwischen 1'200'001 und 6'500'000 Franken und 15 Prozent für alles darüber, jeweils ohne lokale Steuern. Was ein einzelnes Los am Ende tatsächlich kostet, bestimmt die Auktion; einen Verkaufspreis oder eine Mindestsumme nennt Christie's naturgemäss nicht im Voraus. Für Details zu Zustand, Rückgabe und weiteren Bedingungen verweist die Website auf ihre veröffentlichten Verkaufsbedingungen, statt sie auf der allgemeinen Seite auszubuchstabieren. Wer an einer Live-Auktion mitbieten will, registriert sich laut Christie's am besten mindestens 24 Stunden vor Beginn und kann auf 4 Wegen bieten: im Saal mit Ausweis und Adressnachweis, telefonisch über eine Vertretung im Saal, schriftlich im Voraus als Absentee-Gebot, oder live online über die Plattform Christie's LIVE. Im Saal liegen die Gebotsschritte laut den offiziellen Bedingungen bei bis zu 10 Prozent je Schritt; bei den Online-Auktionen verlängert ein Gebot, das in den letzten 3 Minuten eingeht, das jeweilige Los automatisch um weitere 3 Minuten. Wer nicht bis zur nächsten Mai- oder Novemberauktion warten will, kann über die Zürcher Kontaktstelle auch einen privaten Verkauf einfädeln, ausserhalb des festen Kalenders und ohne Saal.

Für wen sich der Umweg über Zürich lohnt

Für ein Schweizer Paar, das einen gebrauchten oder antiken Ring mit Geschichte sucht, ist Christie's Zürich vor allem ein Zugang, kein Zielort. Wer ein signiertes Stück von Cartier, Van Cleef & Arpels oder einer der anderen grossen Maisons sucht, farbige Steine, natürliche Perlen oder ein Los mit nachvollziehbarer Provenienz, profitiert von einem Haus, das solche Objekte weltweit vermarktet und dessen Kataloge Herkunft und Zustand ausführlich dokumentieren, weil international Bietende genau darauf achten. Die Zürcher Kontaktstelle nimmt einem dabei die erste Hürde ab: eine Schätzung anfragen, ein Gespräch vor Ort führen, und erst danach entscheiden, ob das eigene Stück tatsächlich den Weg über Genf, London oder eine der anderen Salerooms lohnt. Für Nachlässe oder grössere Sammlungen kommt dazu, dass ein einziges Büro Kontakt zu allen Spezialabteilungen weltweit vermittelt, statt dass man selbst herausfinden muss, welche Sparte zuständig ist. Für alle, die primär eine Schweizer Werkstatt oder ein Ladengeschäft mit eigener Auslage suchen, ist das dagegen der falsche Anlaufpunkt.

Der Haken

Wer vor dem Bieten ein Stück in echt sehen will, kommt an der Steinwiesstrasse nicht zum Zug. Eine öffentliche Besichtigung der eigenen Auktionslose findet in Zürich nicht statt, die Vorbesichtigungen zu den Genfer Verkäufen laufen am Auktionsort selbst oder online über den Katalog. Was in Zürich stattfindet, sind eigene Previews und Vorträge zum Sammeln allgemein, nicht die Ansicht eines bestimmten, bereits eingelieferten Loses. Das ist der Preis für die globale Reichweite: kein eigener Ausstellungsraum vor Ort, dafür ein Netzwerk und eine Preisbildung, die ein lokales Auktionshaus in dieser Grössenordnung nicht bieten kann. Für alle, die zuerst online stöbern und erst bei ernsthaftem Interesse den Weg nach Genf oder zu einer Fernbesichtigung auf sich nehmen, ist das ein fairer Tausch.

Fazit

Christie's Zürich ist kein Auktionshaus mit eigenem Saal, sondern die offizielle Schweizer Tür zu einem der grössten Namen im Geschäft, mit echter Adresse, echtem Personal und eigener Geschichte am Standort seit 1978. Wer einen Ring mit Herkunft, ein signiertes Stück oder eine ganze Sammlung verkaufen oder ersteigern will und dafür internationale Reichweite sucht, ist mit dem lokalen Kontakt in Zürich besser bedient als mit einem Direktanruf in Genf oder London. Wer dagegen nur schnell und lokal ein bestimmtes Stück in der Hand halten will, sollte woanders anfangen.

Altro in Auktionshäuser

Vedi tutto