Purajoya Jewelry
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Purajoya Jewelry ist auf den ersten Blick seltsam platziert für eine Seite über Verlobungsringe in Zürich. Wer die im Impressum genannte Adresse nachschlägt, landet nicht in der Stadt Zürich und auch nicht im Kanton Zürich, sondern in Unterägeri im Kanton Zug, an der Neuschellstrasse 20. Design und Endfertigung des Schmucks finden laut der eigenen Nachhaltigkeitsseite dagegen tatsächlich in Zürich statt, ebenso die Reparatur- und Auffrischungsarbeiten des hauseigenen Renewal-Service. Geführt wird das Label von Anna Gur Cusenza, so nennt sie die eigene Über-uns-Seite; im Impressum steht sie als «A. Gur Cusenza, Geschäftsführerin». Seit wann genau es Purajoya gibt, verrät die Seite nicht, Anna schreibt dort nur, sie beschäftige sich seit über 20 Jahren mit Schmuck, bevor daraus ihr eigenes Label wurde.
Für ein Paar, das in erster Linie einen Verlobungsring sucht, lohnt sich dieser Hinweis, bevor man weiterliest: Purajoya verkauft keine Verlobungsringe von der Stange. Im Sortiment stehen Ohrringe, Halsketten, Armschmuck und Anhänger, dazu eine eigene Brautschmuck-Linie mit denselben vier Kategorien. Ein Ring taucht nur als Sonderanfertigung auf, dazu weiter unten mehr. Wer die Seite trotzdem in diese Kategorie einordnet, tut das zu Recht wegen der Nachhaltigkeitsversprechen zu Material und Herkunft, nicht weil hier laborgezüchtete Diamanten für Verlobungsringe verkauft würden.
Was im Shop wirklich steckt
Das Kernsortiment gliedert sich in Ohrringe, Halsketten, Armschmuck und Anhänger, ergänzt durch eine Mix-and-Match-Linie, bei der sich Anhänger wahlweise an Creolen, Halsketten oder Armbänder stecken lassen. Materialseitig bietet Purajoya 925er Silber, teils rhodiniert, die hauseigene Premiumsilver-Legierung, Gold Vermeil in Gelb und Rosé sowie massives 750er Gelb- und Weissgold. Als Steine kommen Perlen, Perlmutt, Rosenquarz, Bergkristall, Zirkonia und Diamanten vor, dazu vereinzelt rosa Opal. Die Website nennt Diamanten nur als eine Option unter mehreren und macht an keiner Stelle einen Unterschied zwischen im Labor gezüchteten und geförderten Steinen. Das bleibt offen, und wir schreiben hier lieber, dass es offen bleibt, statt eine Herkunft zu unterstellen, die niemand bestätigt.
Preislich bewegt sich das Sortiment zwischen CHF 69.00 für einen Anhänger aus Perlmutt und CHF 359.00 für Ohrringe aus der Brautschmuck-Linie, dazwischen liegen etwa die Creolen mit Blütenblatt-Motiv für CHF 159.00. Das ist Modeschmuck-Territorium, kein Ring-Budget, und die Seite gibt sich auch keine Mühe, etwas anderes zu behaupten oder mit Rabatten gegenüber geförderten Steinen zu werben, wie es andere Anbieter in dieser Kategorie tun. Halsketten gibt es in Längen von 40 bis 90 Zentimetern, sodass sich Ankerketten und Ballketten je nach Layering-Wunsch kombinieren lassen, ein Detail, das eher für Stammkundschaft als für den einmaligen Ringkauf spricht.
Nachhaltigkeit: mehr als ein Slogan auf der Startseite
Die Startseite wirbt mit «Sustainable brand» im Kopfbereich, und das lässt sich an zwei Stellen konkret nachprüfen. Erstens besteht die Premiumsilver-Legierung laut der eigenen Nachhaltigkeitsseite zu 100 Prozent aus recyceltem Silber, ohne toxische Beschichtung und ohne die für Modeschmuck üblichen Anlaufprobleme. Zweitens verlegt Purajoya nach eigener Aussage Design und Endfertigung des gesamten Schmucks nach Zürich, ebenso die Reparatur-, Reinigungs- und Vergoldungsarbeiten des Renewal-Service. Bei Gold und den übrigen Edelmetallen spricht die Seite allgemeiner von wiedergewonnenen Edelmetallen für Verarbeitung und Fertigung, ohne die 100-Prozent-Zahl aus dem Silberversprechen zu wiederholen. Das ist ein Unterschied, den man ihr lassen muss, statt ihn zu überlesen: Silber ist belegt, Gold nur behauptet.
Verpackung soll, wo immer möglich, aus zertifiziertem und recyceltem Material bestehen, mit möglichst wenig Materialeinsatz. Zu fairen Arbeitsbedingungen und Löhnen bekennt sich die Seite in einem Satz, mit einer erklärten Vorliebe für kleinere Partnerbetriebe, ohne aber ein Label wie Fairtrade oder eine externe Prüfstelle zu nennen. Das ist eine Selbstauskunft, keine geprüfte Zertifizierung, und sollte man auch so lesen, ohne der Marke deshalb Unehrlichkeit zu unterstellen.
Der Ring als Sonderfall
Für eine Seite über Verlobungsringe ist der wichtigste Satz auf purajoya.ch im Reparatur- und Individualisierungsangebot versteckt: Die Werkstatt bietet an, einen bestehenden Ring mit eigenen Edelsteinen und Diamanten neu zu fassen, nach den Vorstellungen der Kundschaft. Das ist Anfertigung nach Mass im engeren Sinn, aber eben nur als Umarbeitung eines vorhandenen Rings oder vorhandener Steine, nicht als Verkauf eines neuen Verlobungsrings ab Lager oder nach Katalog. Weder ein Startpreis noch eine Lieferzeit noch eine Gewährleistung stehen für diese Dienstleistung auf der Seite, und ohne eine solche Angabe schreiben wir hier lieber gar keine Zahl als eine geschätzte.
Wer also einen fertigen Verlobungsring sucht, wird bei Purajoya nicht fündig. Wer dagegen einen geerbten Ring oder lose Steine hat und daraus mit einer Schweizer Werkstatt etwas Neues machen will, findet hier zumindest den Ansatzpunkt für ein Gespräch, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Das allgemeine Reparatur- und Vergoldungsangebot, als eigener Menüpunkt neben Schmuck und Über uns geführt, deckt daneben das ab, was jede Bijouterie mit eigener Werkstatt anbietet: Reinigung, Reparatur, Neuvergoldung älterer Stücke.
Wer hinter Purajoya steht
Im Impressum zeichnet Gur & Partner GmbH verantwortlich, mit A. Gur Cusenza als Geschäftsführerin und der Mehrwertsteuer-Nummer CHE-134.737.139. Die Über-uns-Seite nennt dieselbe Person beim Vornamen Anna und stellt sie als Chefdesignerin vor, die seit über 20 Jahren mit Schmuck arbeitet und persönlich Reparaturen und Vergoldungen ausführt. Wo sie ihr Handwerk gelernt hat und ob eine klassische Goldschmiede-Lehre dahintersteht, sagt die Seite nicht, das bleibt eine offene Frage für alle, denen das bei einer Schmuckmarke wichtig ist.
Auffällig ist der Name Giuseppe Cusenza, der auf mehreren Seiten als Autor der Beiträge auftaucht, zuletzt im Juli 2026. Ob es sich um ein Familienmitglied handelt, lässt sich aus dem Impressum allein nicht ableiten, der gemeinsame Nachname spricht aber dafür, dass hier mehr als eine Person aus demselben Haushalt am Label arbeitet und nicht eine anonyme Agentur die Texte pflegt. Das passt zum Bild eines kleinen Betriebs mit Sitz im Zugerland und Werkstattarbeit in Zürich, nicht zu einer der grossen Bahnhofstrasse-Adressen.
Preise, Versand und was die Seite nicht verspricht
Versand gibt es laut eigener Angabe nur innerhalb der Schweiz, dafür kostenlos. Zahlungsarten zeigt die Seite erst im Checkout, nicht auf den öffentlichen Inhaltsseiten, weshalb wir hier keine Liste erfinden. Eine ausdrückliche Gewährleistung nennt die Seite nirgends, ebenso wenig eine feste Lieferzeit für Sonderanfertigungen wie den erwähnten Ring-Umbau. Was klar kommuniziert wird: Kontakt per Telefon, WhatsApp und E-Mail, dazu ein Kontaktformular mit Betreffauswahl für Fragen zu Produkten, Kauf und Zahlung oder zum eigenen Konto.
Für wen sich Purajoya eignet
Purajoya passt zu Schweizer Käuferinnen und Käufern, die zur Verlobung passenden Schmuck abseits des Rings selbst suchen, etwa Ohrringe oder eine Kette aus nachweislich recyceltem Silber, und die lieber online bei einer kleinen, klar benannten Schweizer Firma bestellen als bei einer anonymen Grossplattform. Genauso passt die Marke zu allen, die einen geerbten Ring nicht einfach verkaufen, sondern mit den vorhandenen Steinen neu fassen lassen wollen, und die dafür ein Gespräch mit einer Werkstatt suchen, die diese Arbeit ausdrücklich anbietet statt sie nur unter «weitere Anfragen» zu verstecken.
Wer dagegen gezielt einen neuen Verlobungsring mit einem im Labor gezüchteten Diamanten sucht, mit klarer Herkunftsangabe zum Stein selbst, wird auf dieser Seite nicht bedient. Das Sortiment ist dafür schlicht nicht gebaut, und die Seite behauptet an keiner Stelle etwas anderes.
Fazit
Als Ergänzung zur Ringsuche funktioniert Purajoya gut: recyceltes Silber mit einer nachprüfbaren Zahl dahinter, Fertigung und Reparatur in Zürich statt irgendwo im Ausland, ein offenbar familiär geführter Betrieb mit Sitz im Kanton Zug statt einer gesichtslosen Adresse, und ein ehrliches Angebot, einen bestehenden Ring neu zu fassen, statt nur einen neuen zu verkaufen. Der Preis für diese Sonderanfertigung fehlt genauso wie eine Aussage zur Diamantenherkunft, zwei Lücken, die man vor einer Anfrage im Kopf behalten sollte. Für alles unterhalb des Rings selbst, von Ohrringen bis zur Kette zur Feier, ist das Label eine ehrliche, kleine Adresse mit nachvollziehbaren Nachhaltigkeitsversprechen und einer Werkstatt, die auf Nachfrage tatsächlich reagiert, statt nur ein Formular anzubieten.