Iralis Jewelry
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Wer sich einen Verlobungsring mit einem laborgezüchteten Diamanten wünscht und dabei genau wissen will, woher Stein und Gold stammen, landet früher oder später bei Iralis Jewelry. Die Marke wurde von Milena Dold-Scheidegger gegründet und arbeitet ohne Ladengeschäft: Der Showroom an der Schaffhauserstrasse 11 in Zürich ist nur nach Terminvereinbarung geöffnet, nicht an der Bahnhofstrasse und nicht zum spontanen Vorbeischauen. Im Handelsregister des Kantons Zürich ist das Unternehmen unter der Firma "Scheidegger; IRALIS" eingetragen, UID CHE193.664.932. Wer hier kauft, kauft nicht in einem Geschäft mit Schaufenster, sondern über ein Gespräch, das Milena nach eigener Aussage persönlich führt.
Was es ist
Iralis positioniert sich bewusst gegen die Vorstellung, ein Diamant müsse zwangsläufig aus einer Mine mit unklarer Lieferkette stammen. Die Gründerin beschreibt ihre Haltung so: wahrer Luxus liege nicht allein in der Ästhetik, sondern in der Sorgfalt und dem Sinn hinter jedem Schmuckstück. Praktisch heisst das laborgezüchtete statt geförderte Diamanten, recyceltes 14- oder 18-karätiges Gold statt Neugold, und ein Bestellprozess, der mit einem Gespräch beginnt statt mit einer Vitrine. Wichtig für alle, die eine Werkstattbesichtigung erwarten: Entworfen wird in Zürich, gefertigt wird von Goldschmiedinnen und Goldschmieden in Italien, Belgien oder der Schweiz. Der Termin an der Schaffhauserstrasse dient der Beratung, der Steinauswahl und der Anprobe, nicht dem Blick über die Schulter einer Zürcher Goldschmiedin an der Werkbank.
Was man bekommt
Die laborgezüchteten Diamanten werden laut eigenen Angaben von einer Gemmologin oder einem Gemmologen von Hand ausgewählt, aus den obersten 1 Prozent verfügbarer Steine, in Farbe DEF und mindestens Reinheit VS. Ab 1 Karat liegt ein IGI-Zertifikat bei, ein GIA-Zertifikat ist auf Anfrage erhältlich. Chemisch, physikalisch und in der Härte, 10 auf der Mohs-Skala, unterscheiden sich diese Steine laut Iralis nicht von geförderten Diamanten; hergestellt werden sie im CVD- oder im HPHT-Verfahren. Verarbeitet wird in 14- oder 18-karätigem recyceltem Gold, für Trauringe auch in Platin.
Das Sortiment ist breiter, als der Fokus auf Verlobungsringe vermuten lässt. Die Kollektion Verlobungsringe zählte beim Aufruf 38 Modelle, dazu kommen 23 Bestseller-Stücke und eine eigene Kollektion mit laborgezüchteten Smaragden und Paraiba-Turmalinen mit 12 Stücken. Bei den Verlobungsringen selbst liegen Modelle wie der Elena- oder der Eileen-Ring ab CHF 2490, der Luna-Ring ab CHF 3150 und der Aurelia-Ring ab CHF 3250. Wer eher Richtung Ewigkeitsring oder Trauring schaut, findet dort eine Spanne vom Santorini-Ring für CHF 2900 bis zum Venice-Ring ab CHF 11000, mit Zwischenstufen wie dem Rome-Ring für CHF 6900 oder dem Amalfi-Ring für CHF 8600. Laut den eigenen FAQ beginnen die günstigsten Stücke im gesamten Sortiment bereits bei CHF 990.
Der Weg zum eigenen Stück
Der Ablauf ist in 6 Schritten beschrieben und beginnt mit einem kostenlosen Gespräch, in Zürich oder per Videoanruf, in dem Anlass, Budget und Stil geklärt werden. Iralis wirbt dafür ausdrücklich mit offenem Ausgang: mitbringen kann man ein Pinterest-Board, eine Skizze, ein Foto oder auch gar nichts. Danach folgt ein individuelles Angebot; eine Anzahlung von 50 Prozent löst die Beschaffung und Produktion aus. Bei komplexeren Stücken entsteht ein CAD-Entwurf mit bis zu 2 Korrekturrunden, eine persönliche Gravur ist inklusive. Für Verlobungsringe lässt sich zusätzlich ein Testring aus Silber mit Zirkonia anfertigen, den die Partnerin oder der Partner anprobieren kann, bevor die endgültige Version in Gold mit dem echten Diamanten entsteht; eine Kundin aus Binningen beschreibt genau diesen Ablauf in einer der veröffentlichten Bewertungen. Gefertigt wird anschliessend in Italien, Belgien oder der Schweiz, mit 3 getrennten Qualitätskontrollen während der Produktion und einer letzten Prüfung durch Milena selbst. Von der Bestätigung bis zur Lieferung rechnet Iralis mit 2 bis 10 Wochen, je nach Komplexität und Steinbeschaffung. Am Ende steht entweder eine persönliche Übergabe in Zürich oder ein versicherter Versand.
Preis, Zahlung und was nach dem Kauf kommt
Für die volle Massanfertigung, die "Milestone Custom Journey", nennt Iralis einen Einstiegspreis ab CHF 6500. Kleinere Massanfertigungen sind günstiger gestaffelt: Verlobungs- und Ewigkeitsringe ab CHF 2500, Halsketten und Anhänger ab CHF 1200, Ohrringe und Armbänder ab CHF 1000. Bezahlt wird die Hälfte bei Bestellung, der Rest vor der Übergabe. Für Ratenzahlung stehen Twint BNPL bis CHF 1000 und HeyLight bis CHF 5000 zur Verfügung, dazu Klarna ohne genannte Obergrenze.
Der Versand innerhalb der Schweiz und der EU ist gratis. Vorrätige Stücke werden laut den Versandbedingungen innerhalb von 5 bis 7 Werktagen nach Zahlungseingang verschickt; danach dauert die Zustellung in die Schweiz, nach Liechtenstein oder Deutschland 1 bis 2 Werktage, in andere Länder 3 bis 8 Werktage, und jedes Paket muss bei der Übergabe unterschrieben entgegengenommen werden. Auf den Kollektionsseiten wirbt Iralis zusätzlich mit 2 Jahren Garantie auf zertifizierte Diamanten. Ein Rückgaberecht von 14 Tagen ab Erhalt der Ware ist ebenfalls publiziert, allerdings mit einer Einschränkung, die ausgerechnet für Schweizer Kundschaft zählt und nicht nur für Sonderanfertigungen: Die eigene Widerrufsbelehrung schliesst wörtlich Personen aus, deren Wohnsitz und Lieferadresse ausserhalb der Europäischen Union liegen, was auf die Schweiz selbst zutrifft. Wer als Schweizer Kundin oder Kunde auf ein Rückgaberecht Wert legt, sollte das vor der Bestellung schriftlich klären, statt sich allein auf die veröffentlichte Seite zu verlassen. Eine Kollektionsseite wirbt zwar zusätzlich mit "gratis weltweitem Versand", die separate Versandseite widerspricht dem aber ausdrücklich und verlangt ausserhalb der EU eine individuelle Offertanfrage; massgebend ist hier die Versandseite, nicht das Werbebanner.
Service danach
Für Reinigung, regelmässige Kontrollen, Grössenänderungen, Reparaturen und das Rhodinieren von Weissgold bietet Iralis eine eigene Buchungsseite an, die Arbeit selbst geschieht allerdings, wörtlich, "in Zusammenarbeit mit einem erfahrenen lokalen Goldschmied", also nicht durch ein eigenes Werkstattteam an der Schaffhauserstrasse. Ein Preis ist dafür nicht hinterlegt: Iralis schreibt, die Kosten richteten sich nach Aufwand und individuellem Fall, eine Zeitangabe fehlt ebenfalls.
Presse und wie es sich einordnet
Für eine so junge Marke hat Iralis auffällig viel Medienecho gesammelt: Die Weltwoche berichtete am 1. Januar 2025, es folgten Prestige Magazin, BMQ, Business Class Magazin, Schweizer Illustrierte und Women's Insider, dazu mehrere Beiträge in der Vanity Fair im Dezember 2025, März 2026 und April 2026, ein Auftritt bei SRF sowie die NZZ-Format-Dokumentation "Siegeszug der Labordiamanten?" im Juli 2026. Kein einziger gefundener Presseeintrag reicht weiter zurück als Januar 2025, was zur Selbstbeschreibung als junges Unternehmen passt; eine genaue Gründungsjahreszahl nennt die Website selbst nirgends, deshalb steht hier auch keine.
Das ordnet Iralis eher bei den sichtbaren, medial bearbeiteten Neuzugängen der Zürcher Schmuckszene ein als bei den alteingesessenen Häusern an der Bahnhofstrasse, die von Tradition und Ladenlage leben. Für Iralis zählt stattdessen die nachvollziehbare Herkunft des Diamanten und ein Gespräch statt eines Schaufensters, was auch erklärt, warum Kundinnen und Kunden laut den veröffentlichten Bewertungen aus Zollikon, Pfäffikon, Thalwil, Kilchberg, Zug, Gstaad oder gleich aus Lausanne anreisen oder den Videoanruf nutzen, statt nur in der Innenstadt vorbeizugehen.
Für wen es passt
Iralis passt zu einem Paar, dem die Herkunft des Diamanten wichtiger ist als eine ehrwürdige Ladentür an bester Lage, und das bereit ist, den Kaufprozess über ein persönliches Gespräch statt über einen Schaufensterbummel zu führen. Es passt auch für alle ausserhalb der Stadt Zürich, weil die Videoberatung ernsthaft als gleichwertige Option angeboten wird, was die Anreise aus Regionen wie dem Zürichsee-Gebiet oder der Deutschschweiz insgesamt erübrigen kann. Weniger geeignet ist Iralis für jemanden, der einen sofort verfügbaren Ring aus einer Vitrine mitnehmen will oder unbedingt eine Werkstatt am Verkaufsort sehen möchte, denn die eigentliche Fertigung findet nicht in Zürich statt.
Das Fazit
Iralis überzeugt dort, wo es die eigenen Ansprüche auch einlöst: eine nachvollziehbare Diamantenherkunft mit klaren Zertifikaten, ein Gespräch mit der Gründerin statt mit einer Verkäuferin hinter der Theke, ein Testring vor der Endversion und ein wachsendes, unabhängig bestätigtes Presseecho. Der ehrliche Wermutstropfen liegt im Kleingedruckten der Rückgabebedingungen, die für Schweizer Kundschaft laut eigenem Wortlaut offenbar nicht in vollem Umfang gelten, und darin, dass die Preise für Reinigung oder Grössenänderung nicht veröffentlicht sind. Wer beides vor der Bestellung schriftlich klärt, bekommt hier ein durchdachtes und, abgesehen vom Rückgabe-Kleingedruckten, transparent kommuniziertes Produkt.