Goldschmiede Atelier Catherine Beger

Schipfe 23, Zürich (Limmatufer, Altstadt)

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Wer in der Zürcher Altstadt der Limmat entlangspaziert, kommt an der Schipfe 23 an einem unscheinbaren Hauseingang vorbei, hinter dem sich das Ein-Frau-Atelier von Catherine Beger verbirgt. Kein Schaufenster voller Vitrinen, kein Verkaufspersonal an der Theke, sondern eine Goldschmiedin, die an derselben Adresse entwirft, berät und die eigene Werkstatt führt. Die Website beschreibt die Lage schlicht als direkt an der Limmat im Herzen der Stadt, und das trifft es gut: die Schipfe liegt am Fluss, nur wenige Tramstationen von Rathaus und Rennweg entfernt, aber spürbar abseits vom Trubel der Bahnhofstrasse.

Auf der Website ist das Angebot in acht Kategorien gegliedert: Colliers, Bracelets, Anhänger, Ringe, Ohrschmuck, Manschettenknöpfe, Broschen und eine Sammelkategorie für Diverses. Jede Kategorie hat eine eigene Fotogalerie mit bereits gefertigten Stücken, keine Renderings, keine zugekaufte Katalogware. Die Ringe-Galerie ist mit 27 Fotografien die umfangreichste im ganzen Angebot, von schlichten Bandringen bis zu Fassungen mit auffälligeren Steinen. Für ein Ein-Personen-Atelier ist das eine ungewöhnlich grosse Sammlung dokumentierter eigener Arbeit, und man kann sich durchklicken, bevor überhaupt ein Beratungstermin gebucht wird, was bei kleineren Ateliers in der Altstadt keineswegs selbstverständlich ist.

Was Beger selbst über ihre Arbeit schreibt, geht in dieselbe Richtung. Sie beschreibt ihre Leidenschaft als das Entwerfen neuer Stücke, oft ausgehend von altem oder geerbtem Schmuck, den jemand nicht mehr im ursprünglichen Zustand tragen möchte. Die Website spricht ausdrücklich davon, mit der Kundschaft gemeinsam deren Wünsche und Ideen umzusetzen und daraus das passende Schmuckstück zu entwerfen. Für ein Paar, das einen Ring aus einem Familienstein oder aus dem Ehering einer Grossmutter entwickeln lassen möchte, ist genau das der Ansatz, den ein Fachgeschäft mit Massenware nicht bieten kann.

Anders als grössere Häuser an der Bahnhofstrasse gibt es hier kein sichtbares Team: Die Website spricht durchgehend in der Ich-Form, Werkstatt, Beratung und Postadresse liegen unter demselben Dach. Kundinnen und Kunden, die zur Beratung kommen, treffen auf die Goldschmiedin selbst, nicht auf Verkaufspersonal, das lediglich zugekaufte Ware zeigt. Das ist ein anderes Erlebnis als in einer grossen Bijouterie, und wer genau das sucht, findet es hier in konzentrierter Form.

Termine, Öffnungszeiten und Anreise

Das Atelier arbeitet strikt nach Vereinbarung. Am Montag bleibt es geschlossen, Dienstag bis Freitag ist es von 11 bis 18 Uhr erreichbar, Samstag von 11 bis 16 Uhr, beides ausdrücklich nur mit Termin. Wer spontan vorbeischauen möchte, hat also schlechte Karten: Anfragen laufen über Telefon oder E-Mail, nicht über ein Online-Buchungstool. Für Zürcherinnen und Zürcher, die ohnehin lieber vorher anrufen als unangemeldet aufzukreuzen, ist das kein Nachteil, für spontane Laufkundschaft von auswärts schon.

Die Lage direkt an der Limmat ist mit dem öffentlichen Verkehr gut erschlossen: Von der Haltestelle Rennweg fahren die Trams 7, 11, 13 und 17 hierher, von Rathaus die Linien 4 und 15, von Paradeplatz die Linien 2, 8 und 9. Wer mit dem Auto kommt, parkt im Parkhaus Urania oder im Parkhaus Jelmoli, beide in kurzer Gehdistanz. Das ist die übliche Altstadt-Situation: kein eigener Parkplatz vor der Tür, aber praktisch jede Ecke der Innenstadt in wenigen Tramstationen erreichbar.

Wie das Atelier im Altstadt-Vergleich dasteht

Innerhalb dieser Kategorie bewerten wir vor allem drei Dinge: die Ausbildung der Goldschmiedin, wie lange ein Haus schon an seinem Standort ist, und ob sich Massanfertigung nachweisen lässt statt nur behauptet wird. Beim dritten Punkt liefert Beger die klarste Antwort: die eigene Beschreibung der Arbeit mit altem und geerbtem Schmuck sowie die dokumentierte Ringgalerie sind ein nachvollziehbarer Beleg für tatsächlich gefertigte Stücke, nicht nur eine Behauptung im Fliesstext.

Bei der Standortfrage lohnt sich ein Blick ins Handelsregister. Der Rechtsträger hinter dem Atelier, die Beger GmbH, ist im Zürcher Handelsregister mit dem Zweck "Betrieb eines Goldschmiede- und Schmuckdesignateliers" eingetragen, und die im Register hinterlegte Adresse lautet Schipfe 23, 8001 Zürich, exakt die Adresse, die auch die Website nennt. Die ursprüngliche Eintragung der Gesellschaft geht auf eine Publikation aus dem Jahr 2009 zurück, der Sitz wurde 2016 offiziell an diese Adresse verlegt. Das ist kein jahrhundertealtes Familienunternehmen wie einige der grossen Namen an der Bahnhofstrasse, aber die eingetragene Adresse ist seit 2016 dieselbe geblieben, nicht neu aufgesetzt und nicht mehrfach umgezogen. Wer namentlich hinter der Gesellschaft steht, nennt das öffentliche Registerauszug-Feld nicht, aber Adresse und Gesellschaftszweck stimmen exakt mit dem überein, was die Website über das Atelier zeigt.

Beim Ausbildungspunkt bleibt die Website zurückhaltend: Sie schreibt nirgends, wo Beger ihre Lehre gemacht hat oder seit wann sie als Goldschmiedin arbeitet, nur dass sie in Zürich aufgewachsen und nach einigen Jahren im Ausland an die Schipfe zurückgekehrt ist. Das ist die einzige wirkliche Lücke in einem sonst transparenten Auftritt, und wer Wert auf eine ausformulierte Ausbildungsgeschichte legt, findet sie hier nicht von selbst, sondern müsste im Gespräch danach fragen.

Zur Preisgestaltung veröffentlicht die Website nichts, weder Richtwerte noch eine Preisliste, was bei individuell gefertigten Stücken naheliegend ist, aber wer vor dem ersten Anruf eine grobe Hausnummer sucht, bekommt sie hier nicht. Ebenso wenig steht etwas zu Gewährleistung, Nacharbeiten oder einer späteren Ringgrössenänderung auf der Seite. Solche Punkte gehören dann ins Beratungsgespräch, nicht auf die Website.

Für wen sich ein Termin lohnt

Am besten passt dieses Atelier zu Paaren, die einen Ring nicht von der Stange wollen, sondern etwas, das aus einem eigenen Stein, einem Familienerbstück oder zumindest aus einer eigenen Idee entsteht, und die bereit sind, dafür einen Termin zu vereinbaren statt spontan hereinzuschneien. Wer vorher sehen möchte, wie die Handschrift der Goldschmiedin aussieht, kann sich durch die Fotogalerien klicken, allen voran die Ringe-Galerie mit ihren 27 Aufnahmen, und sich so ein Bild machen, bevor überhaupt ein Gespräch stattfindet. Wer dagegen sofort einen Preis auf der Website sehen will oder lieber ohne Voranmeldung hereinschaut, ist in einem grösseren Fachgeschäft an der Bahnhofstrasse besser aufgehoben.

Unter dem Strich ist die Schipfe 23 ein glaubwürdiger Fall für alle, die eine kleine, eingesessene Adresse in der Altstadt einer grossen Boutique vorziehen: ein seit 2016 an derselben Stelle eingetragenes Geschäft, eine Goldschmiedin, die selbst entwirft und fertigt, und eine öffentlich einsehbare Sammlung eigener Arbeiten, die belegt, was die Website behauptet. Die fehlenden Angaben zu Ausbildung und Preisen sind die einzigen offenen Fragen, aber sie lassen sich in einem einzigen Telefonat klären, und sie überwiegen nicht das, was hier tatsächlich zu sehen und zu belegen ist.

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