Fope
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Fope ist ein Goldschmiedehaus aus Vicenza, bekannt für flexible Ringe und Armbänder aus 18-karätigem Gold, die sich wie ein feines Geflecht um Finger und Handgelenk legen. Eine eigene Fope-Boutique gibt es in Zürich nicht, so viel stimmt. Wer daraus schliesst, das Haus sei in der Schweiz nur online zu greifen, irrt sich allerdings: Fope-Schmuck liegt in Zürich bei Bucherer an der Bahnhofstrasse 50 und bei Gellner & Friends an der Strehlgasse 27 im Regal, dazu an insgesamt 17 Adressen quer durchs Land. Der eigene Online-Shop unter fope.com bleibt trotzdem der einzige Weg, direkt bei der Marke selbst zu bestellen, mit einer eigenen Kasse in Franken.
Die Geschichte beginnt 1929, als Umberto Cazzola in Vicenza eine Goldschmiedewerkstatt eröffnete, in einer Stadt mit langer Tradition im Schmuckhandwerk. Sein Sohn Odino baute den Betrieb zur Fabrik aus und erfand dehnbare Uhrarmbänder. Die dritte Generation, die Enkelkinder Umberto (ja, wieder Umberto) und Ines, entwickelte das charakteristische Novecento-Geflecht und liess die Flex'it-Technologie patentieren. Mit der vierten Generation, angeführt von Giulia, kam der internationale Durchbruch und der Börsengang des Familienunternehmens. Kotiert ist Fope S.p.A. nicht an der Mailänder Hauptbörse, sondern am AIM Italia, einem von der Borsa Italiana betriebenen multilateralen Handelssystem ausserhalb des regulierten Markts. Die Konzernseite spricht von fast 100 Jahren Firmengeschichte, die erste eigene Boutique eröffnete aber erst 2015, am Markusplatz in Venedig. Von dort aus wuchs das Netz auf 14 markeneigene Boutiquen weltweit, von London über Tokio bis Seoul, keine davon in der Schweiz.
Was man online bekommt
Fope stellt keine klassischen Solitär-Verlobungsringe her, wie man sie von einem Haus an der Bahnhofstrasse erwartet. Das Herzstück für Paare ist die Ringlinie Souls aus der Flex'it-Kollektion: Ringe aus 18-karätigem Gold, in denen mikroskopisch kleine Goldfedern eingearbeitet sind, die dem Ring seine namensgebende Elastizität geben. Dazu kommt das Novecento-Geflecht, ein weiches Maschenmuster, dessen Glieder ineinandergehakt statt verlötet sind, eine der beiden technischen Kernideen des Hauses. Der Online-Katalog ordnet sich nach Ringen, Armbändern, Halsketten und Ohrringen, quer durch Kollektionslinien wie Aria, Essentials, Luna, Prima oder eben Souls, in Weiss-, Gelb- oder Roségold, teils mit Diamanten oder Farbsteinen besetzt. Der hauseigene Preisfilter für die Kollektion reicht von 1 bis 100'000 Franken, was zumindest die Bandbreite des Sortiments zeigt, ohne dass sich daraus ein realistischer Einstiegspreis für einen Ring ablesen liesse, da einzelne Produktpreise auf der Website nicht statisch, sondern erst im Warenkorb geladen werden. Wer lieber auf Deutsch statt auf Englisch stöbert, kann umschalten: Neben Italienisch, Englisch, Japanisch und Koreanisch steht eine deutsche Version der Website bereit.
In Zürich und in der übrigen Schweiz
Die Fachhändlerliste auf fope.com nennt für die Schweiz 17 Adressen, zwei davon in Zürich selbst: Bucherer an der Bahnhofstrasse 50 und Gellner & Friends an der Strehlgasse 27, beide mit der Postleitzahl 8001. Weitere Vertretungen finden sich in Basel, Bern, Luzern, gleich zweimal in Lugano (bei Charly Zenger und bei Jade Jewelry), dazu in Chur, St. Gallen, Lausanne, Biel, Olten, Montreux, Morges, Samnaun, Ascona und Verbier, ein Netz, das die übliche Handvoll Grossstädte klar hinter sich lässt. Für die Goldküste oder das Zürcher Oberland gibt es allerdings keinen eigenen Fope-Punkt, wer dort wohnt, fährt für eine Anprobe an die Bahnhofstrasse oder bestellt gleich online. Wichtig zu wissen: Diese Adressen sind Mehrmarken-Fachgeschäfte, die Fope neben anderen Marken führen, keine Fope-eigenen Boutiquen. Die einzigen markeneigenen Boutiquen weltweit liegen in Venedig, London, Tokio, Kuala Lumpur, Isola Bella, Daegu, Seoul, Seongnam und Suwon, wie erwähnt ohne Schweizer Adresse.
Versand, Rückgabe und Garantie
Die eigene Versandseite von fope.com beschreibt den E-Commerce wörtlich als in Europa und Grossbritannien verfügbar und nennt die Schweiz an dieser Stelle nicht namentlich. Die Kasse selbst bietet die Schweiz trotzdem als eigene Option mit Preisen in Franken an, neben der Eurozone, Grossbritannien, Japan und Südkorea. Diese Lücke zwischen Marketingtext und Kassenlogik lässt sich von aussen nicht auflösen, wer ganz sicher gehen will, bevor er online bei Fope bestellt, klärt das am besten vorher per E-Mail an ecommerce@fope.com. Was die Website klar sagt: Versand erfolgt kostenlos per DHL oder FedEx, die Lieferzeit wird mit 7 bis 20 Werktagen ab Zahlungseingang angegeben, bei Kartenzahlung kommt ein zusätzlicher Werktag für die Prüfung dazu. Bleibt eine Lieferung ganz aus, kann man 60 Tage nach der Bestellbestätigung stornieren und sein Geld zurückverlangen. Retouren müssen innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt angemeldet und innerhalb von 10 Tagen nach dieser Meldung zurückgeschickt werden, die Rückerstattung folgt dann innerhalb von 30 Tagen, ohne Rücksendekosten für die kaufende Person. Für Anfertigungen nach Mass gilt kein Widerrufsrecht. Bezahlt wird per Banküberweisung, Kreditkarte oder PayPal.
Auf die Echtheit und Fehlerfreiheit ihrer Produkte gewährt Fope 24 Monate Garantie, wobei die eine Seite der Website vom Kaufdatum spricht und die andere vom Lieferdatum, in der Praxis meist derselbe Zeitpunkt. Wichtig für Käuferinnen und Käufer aus der Schweiz: Diese Garantie stützt sich auf Art. 129 des italienischen Verbraucherschutzgesetzbuchs, nicht auf das Schweizer Obligationenrecht, denn Fope S.p.A. hat ihren Sitz an der Via Maria Teresa Mioni 10 in 36100 Vicenza (Steuer- und USt-Nummer 00163880248, Handelsregisternummer REA 114378) und keine Niederlassung in der Schweiz. In der Dauer läuft es auf dasselbe hinaus, 24 Monate hier wie dort, im Streitfall gilt aber italienisches statt Schweizer Recht.
Herkunft und Nachhaltigkeit
Die gesamte Produktion bleibt in Vicenza, wo Automatisierung und die Handarbeit von Goldschmiedinnen und Goldschmieden zusammenkommen. Fope ist seit 2014 zertifiziertes Mitglied des Responsible Jewellery Council, das gesamte verarbeitete Gold ist nach den Standards der London Bullion Market Association zertifiziert. 2020 hat das Unternehmen einen eigenen Ethikkodex eingeführt, seit 2022 erscheint jährlich ein Nachhaltigkeitsbericht nach den GRI-Standards. Der Hauptsitz in Vicenza deckt seinen Energiebedarf laut eigenen Angaben über eine Photovoltaikanlage. Das sind überprüfbare Aussagen mit Jahreszahl, kein allgemeines Nachhaltigkeitsversprechen ohne Substanz.
Für wen sich das eignet
Fope passt zu einem Paar, das sich für ein flexibles, tragbares Golddesign statt für einen klassischen Solitär entscheidet und das gut damit leben kann, online direkt bei einer italienischen Firma zu bestellen statt bei einer Schweizer Vertragspartnerin. Wer die Ringe zuerst anfassen will, muss dafür nicht einmal einen Flug buchen: Bucherer an der Bahnhofstrasse und Gellner & Friends an der Strehlgasse führen die Kollektion, eine Anprobe in Zürich ist also möglich, auch ohne eigene Fope-Boutique. Wer dagegen unbedingt eine Schweizer Vertragspartnerin mit automatischer OR-Gewährleistung will, bestellt besser bei einem der beiden Zürcher Händler oder bei einem hiesigen Online-Anbieter statt über fope.com selbst. Für alle anderen bleibt Fope eine seriöse, fast hundertjährige Adresse mit klar dokumentierter Herkunft, nachvollziehbaren Zertifizierungen und einer der wenigen Ringlinien im Segment, die technisch etwas anderes bieten als ein Stein auf einem starren Reif.