Schruub & Schmied Coray

Eisenhofstrasse 6, 8810 Horgen · dal 1973

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Schruub & Schmied Coray ist ein Goldschmiede-Atelier an der Eisenhofstrasse 6 in 8810 Horgen, am linken Zürichseeufer zwischen der Stadt und Wädenswil. Gegründet hat es 1973 der Vater von Curdin Coray, der den Betrieb heute in zweiter Generation führt. Horgen liegt nicht an der eigentlichen Goldküste auf der rechten Seeseite, sondern im Bezirk Horgen am linken Ufer, den diese Liste zusammen mit der Goldküste und dem Zürcher Oberland als eine Suchregion behandelt, weil eine reine Stadtsuche solche Adressen sonst nie zutage fördert. Wer am linken Ufer zwischen Horgen und Wädenswil wohnt, muss für ein persönliches Gespräch mit dem Goldschmied jedenfalls nicht erst nach Zürich oder auf die Goldküste pendeln.

Der Name des Betriebs ist ungewöhnlich, und er ist kein Marketing-Einfall: Unter demselben Betrieb läuft neben dem Goldschmied auch eine zweite Werkstatt, die alte Roller wie Vespa, Lambretta oder Heinkel restauriert und mit Service inklusive Motorfahrzeugkontrolle wartet, und die für Heinkel-Fahrzeuge Servicepartner des Heinkelclubs Deutschland in der Schweiz ist. Auf der Website wählt man zwischen „Schruub" und „Schmied", zwei Handwerken unter einem Dach. Für den Ring- oder Schmuckkauf ist nur die Schmied-Seite relevant, doch die Kombination sagt etwas über den Charakter des Hauses: eine echte Werkstatt mit eigener Bank, kein Ladenkonzept mit Filialdesign.

Was man bekommt

Curdin Coray beschreibt seinen eigenen Weg nüchtern: eine 4-jährige Lehre als Goldschmied, in der er das Handwerk von Grund auf gelernt hat, danach mehrere Jahre in anderen Betrieben, und seit 1990 die Unterstützung seines Vaters im eigenen Geschäft. Wo genau die Lehre stattfand, nennt die Seite nicht, ebenso wenig, in welchen Betrieben er dazwischen gearbeitet hat. Für einen Auftrag beschreibt er zwei Wege: Entweder bringt man eine eigene Idee mit, die er umsetzt, oder man hat geerbten Schmuck, den man geändert wieder tragen möchte. Beides läuft über ein Gespräch im Atelier, nicht über eine Vitrine mit fertigen Modellen.

Die Seite selbst führt Verlobungsringe nirgends als eigene Kategorie und nennt das Wort auch sonst nicht. Diese Liste wertet ausdrücklich nach Jahren im Geschäft und einem bestätigten Brautring-Angebot und sagt offen, wenn die eigene Seite eines aktiven Ateliers das nicht selbst benennt, und bei Coray ist das der Fall. Was die Seite beschreibt, eine eigene Idee in ein einzelnes, individuell gefertigtes Stück zu übersetzen, ist in der Praxis genau das, was eine Anfertigung nach Mass für einen Verlobungs- oder Trauring bedeutet. Wer konkret einen Ring bestellen möchte, sollte das im ersten Gespräch selbst ansprechen, weil die Seite es nicht von sich aus vorwegnimmt.

Der zweite Weg, geerbten Schmuck umzuarbeiten, ist für ein Paar oft der interessantere Einstieg: ein Ring der Grossmutter, ein loser Stein aus einer alten Fassung oder ein Goldarmband, das niemand mehr trägt, lassen sich in ein neues, tatsächlich wieder getragenes Stück überführen. Das ist kein Nischenservice grösserer Juweliere, weil er handwerklich aufwendiger ist als ein neues Stück ab Katalog, aber genau die Art Auftrag, für die ein Einzelatelier mit eigener Werkbank gebaut ist.

Was auffällt

Auffällig an der Seite ist ihre Zurückhaltung. Keine Preisliste, keine Angaben zu Lieferzeiten, keine Gewährleistungsbedingungen, kein Terminkalender zum Selberbuchen. Kontakt läuft über Telefon, E-Mail oder ein Formular auf der Seite, mit dem Hinweis, man freue sich auf „gemeinsame, interessante Gespräche und kreativen Austausch". Das ist weniger, als man von einem grösseren Haus erwarten würde, passt aber zu einem Atelier, das aus dem Gespräch heraus arbeitet statt aus einem Sortiment. Konkrete Zahlen zu Preis oder Lieferzeit bekommt man nur im direkten Gespräch, die Seite selbst veröffentlicht dazu nichts.

Bemerkenswert ist auch, wie wenig Bühne sich der Betrieb gibt. Die Werkstattbilder auf der Schmied-Seite zeigen den Arbeitsplatz, keine inszenierten Produktfotos, keine Aufnahmen mit Ring am Finger. In einem Segment, in dem viele Anbieter mit Hochglanzbildern arbeiten, ist das eine ehrliche Abweichung: Man sieht die Bank, an der gearbeitet wird, nicht ein fertiges Produkt im Studiolicht.

Rechtlich ist der Betrieb im Handelsregister als Einzelfirma eingetragen, unter der Registernummer CH-020.2.004.126-9 und der UID CHE-109.341.011, mit Curdin Coray als Inhaber. Für ein derart kleines Atelier ist das kein Selbstläufer und ein nützliches Zeichen: Wer den Betrieb prüfen will, findet ihn unter seinem echten Namen im Register, nicht nur als Website ohne Adresse dahinter. Der Fuss aller vier Seiten trägt zudem den Stand 2026, ein Hinweis darauf, dass die Seite aktuell gepflegt wird und nicht seit Jahren unverändert im Netz steht.

Wie es organisiert ist

Die Website ist auf vier Seiten reduziert: Home, Schruub, Schmied, Kontakt. Es gibt keinen Onlineshop, keinen Warenkorb und keine Katalogseite mit Filtern nach Metall oder Steinform, wie man sie von grösseren Bijouterien kennt. Das ist konsequent für ein Atelier, das nach eigener Beschreibung von der individuellen Idee ausgeht statt vom Lagerbestand, bedeutet aber auch, dass man vor dem ersten Kontakt kaum sieht, welche Stile oder Preisklassen realistisch sind. Öffnungszeiten nennt die Seite nirgends, was bei einem derart personenzentrierten Betrieb nicht überrascht, für Auswärtige aber heisst: Man ruft an oder schreibt, statt einfach vorbeizugehen.

Wie es sich einordnet

Im Vergleich zu den grösseren Namen auf der Goldküste und an der Zürcher Bahnhofstrasse ist Coray klein und lokal, ohne Filiale und ohne Team, das die Website erkennen liesse. Das ist die Kehrseite der Persönlichkeit: Ein kleiner Betrieb in einer Werkstatt in Horgen kann nicht die Auswahl an Fassungen oder Steinen zeigen, die ein grösseres Haus mit eigenem Einkauf vorhält, und für ein Paar, das online zuerst Modelle vergleichen will, ist die Seite dafür zu knapp. Wofür der Betrieb steht, ist die Gegenrichtung: eine Werkstatt, in der die Person, die den Ring am Ende fasst, auch diejenige ist, mit der man das Design bespricht, seit 1973 an derselben Adresse statt umgezogen oder verkauft.

Für wen sich das eignet

Am besten passt Schruub & Schmied Coray zu einem Paar, das sich nicht durch eine Vitrine entscheiden, sondern mit der Person sprechen will, die den Ring später fertigt, und das entweder eine eigene Idee mitbringt oder ein Familienstück umarbeiten lassen will statt es in der Schublade liegen zu lassen. Wer zuerst online Preise und Modelle vergleichen möchte, bevor er ein Gespräch bucht, findet auf der Seite zu wenig dafür, das gehört klar in ein persönliches Erstgespräch.

Fazit

Ein kleines, seit 1973 bestehendes Familienatelier mit einem Inhaber in zweiter Generation, sauber im Handelsregister eingetragen, das sein Handwerk über ein persönliches Gespräch anbietet statt über eine Vitrine. Verlobungsringe nennt die eigene Seite nicht ausdrücklich, aber die beschriebene Arbeitsweise, von der eigenen Idee bis zur Anfertigung oder von geerbtem Schmuck zu einem neu getragenen Stück, deckt genau das ab, wonach ein Paar für einen individuellen Ring sucht. Der einzige echte Wermutstropfen ist die Zurückhaltung der Website selbst: keine Preise, keine Lieferzeiten, keine Gewährleistungsangaben, nichts, was sich vorab prüfen liesse ausser im direkten Gespräch mit Curdin Coray.

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