SchmuckAtelier Zollikon
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SchmuckAtelier Zollikon liegt mitten im historischen Dorfkern von Zollikon, in einem Haus, in dem seit 30 Jahren eine Goldschmiedewerkstatt beheimatet ist. Geführt wird sie heute von einer einzigen Person, Vistar Nir Zandany, der die Werkstatt allein betreibt.
Eine Übergabe, keine Neugründung
Zandany stammt aus einer Familie von Goldschmieden und führt dieses Handwerk, wie er selbst auf seiner Seite schreibt, in der 6. Generation weiter. Seit 2012 arbeitete er in genau diesem Atelier mit seinem Vorgänger, Mentor und Freund Dominik Schmuki zusammen, bevor er die Werkstatt übernahm und, in seinen eigenen Worten, "in seinem Sinne" weiterführt. Wo genau Zandany seine Lehre als Goldschmied absolviert hat, nennt die Website nicht, nur dass er aus einer Goldschmiedefamilie kommt und die Jahre vor der Übernahme direkt am selben Tisch wie sein Vorgänger gearbeitet hat. Für ein Brautring-Atelier ist das mehr als eine Randnotiz: Die Werkstatt ist keine Neugründung, sondern eine Übergabe am selben Ort, in demselben Haus, in dem laut eigener Angabe seit 30 Jahren eine Goldschmiedewerkstatt beheimatet ist, was für Kontinuität statt für einen unerprobten Neustart spricht.
Was Sie bekommen
Im Zentrum stehen Ehe- und Partnerringe, die Zandany von Hand nach den Wünschen des jeweiligen Paares fertigt, wahlweise aus Gold, Silber oder Platin und, wo gewünscht, kombiniert mit ungewöhnlichem Material wie Meteorit oder jahrtausendealter Mooreiche. Er beschreibt seinen eigenen Anspruch so, dass er versucht, "die Essenz der Menschen und ihrer Beziehung" in ein Stück zu fassen, das für genau dieses Paar entstanden ist, statt aus einer Vitrine zu stammen. Daneben bietet das Atelier Reparaturen und Umarbeitungen an: altem Schmuck neues Leben einhauchen, Ringgrössen ändern, beschädigte Steine aufpolieren, Edelsteine in altem Schmuck ersetzen und Perlenketten neu knüpfen. Wer altes Gold loswerden will, kann es zu tagesaktuellen Kursen verkaufen, und für Versicherungen oder Erbschaften erstellt Zandany auch Schmuckschätzungen. Im kleinen Atelierladen liegt zudem eine Auswahl an fertigem Schmuck aus seiner eigenen Kollektion. Für den Kauf ab Vitrine braucht es keinen Termin, auf der eigenen Seite heisst es schlicht: "Kommen Sie gerne vorbei und lassen Sie sich inspirieren."
Die Steine, selbst geschliffen
Was das Atelier von den meisten Ringgeschäften unterscheidet, ist die Steinbearbeitung im eigenen Haus. Zandany schleift Halbedel- und Edelsteine selbst, im Facettenschliff ebenso wie als Cabochon, und verkauft daneben Steine aus einer Sammlung, die er sich über sein Berufsleben aufgebaut hat, teils bereits geschliffen gekauft, teils selbst bearbeitet. Wer einen Verlobungsring mit einem Stein möchte, der nicht von der Stange kommt, kann hier den Weg vom Rohstein zum gefassten Schmuckstück bei ein und derselben Person verfolgen, statt dass Fassung und Stein von zwei getrennten Betrieben stammen. Wer keinen Stein schleifen, aber einen bestimmten Stein vor der Entscheidung in der Hand halten möchte, kann sich Zandanys geschliffene Steine direkt im Atelier zeigen lassen, statt nur ein Foto im Katalog zu sehen. Auf Anfrage bietet er sogar Steinschleifkurse an, für alle, die das Handwerk selbst ausprobieren wollen. Für andere Goldschmiede und Goldschmiedinnen übernimmt Zandany zudem Reparaturen und Korrekturen mit dem Laserschweissgerät sowie das Nach- oder Neuschleifen von Steinen, was zeigt, dass sich sein Angebot nicht nur an Privatkunden, sondern auch an die eigene Zunft richtet.
Erreichbarkeit und Lage
Zollikon liegt an der Goldküste zwischen Zürich und Küsnacht, doch wer bei einem Termin hier an einen Ausflug ans Seeufer denkt, unterschätzt die Nähe zur Stadt: Mit dem Bus 912 oder 916 ab Zürich Bellevue braucht man laut der eigenen Anfahrtsbeschreibung des Ateliers rund 8 Minuten bis vor die Tür. Für ein Paar aus der Stadt Zürich ist das eher ein kurzer Abstecher als eine Reise, ganz anders als ein Termin am anderen Ende des Kantons. Kundenparkplätze im Atelierhof sind ebenfalls vorhanden, für alle, die mit dem Auto kommen.
Öffnungszeiten
Das Atelier ist montags geschlossen, dienstags bis freitags von 09:30 bis 17:30 Uhr geöffnet und samstags von 10:30 bis 15:30 Uhr. Für persönliche Termine ausserhalb dieser Zeiten kann man Zandany direkt kontaktieren, was zu einem Betrieb passt, der von einer einzigen Person geführt wird und keinen Schichtbetrieb kennt. Preise, Anzahlungsbedingungen oder eine Gewährleistungsfrist nennt die Website nirgends, wer das wissen will, muss im Atelier direkt nachfragen.
Im Vergleich zur Bahnhofstrasse
Wer an einen Ring von der Bahnhofstrasse denkt, denkt an Schaufenster, mehrere Verkaufsflächen und oft an eine internationale Marke im Rücken. Das SchmuckAtelier Zollikon ist das Gegenteil: eine Werkbank in einem Haus, in dem seit Jahrzehnten eine Goldschmiedewerkstatt betrieben wird, keine Filiale. Das bedeutet weniger Auswahl von der Stange, dafür einen direkten Draht zu der Person, die den Ring tatsächlich fertigt, von der ersten Skizze bis zur letzten Politur. Für ein Paar, das ohnehin eine Anfertigung nach Mass will statt eines Modells aus dem Katalog einer grossen Bijouterie oder eines Juweliers mit mehreren Filialen, verschiebt sich der Vergleich: nicht Auswahl gegen Auswahl, sondern ein Ansprechpartner gegen ein Verkaufsteam. Auch Reparaturen und Umarbeitungen bleiben im selben Haus, in dem sie ausgeführt werden, statt auf dem Postweg zu einer externen Werkstatt oder einer Herstellerzentrale zu verschwinden.
Für wen sich das eignet
Am besten passt das Atelier zu Paaren, die eine Anfertigung nach Mass wollen und bereit sind, dafür an einen Standort ausserhalb der Innenstadt zu fahren, was bei 8 Minuten ab Bellevue kaum ein Hindernis ist. Wer besonderen Wert auf den Stein legt, etwa einen ungewöhnlichen Schliff oder ein selten verwendetes Material wie Meteorit, profitiert davon, dass Fassung und Stein aus derselben Hand stammen. Wer dagegen rasch ein fertiges Modell anprobieren und mitnehmen möchte, findet im kleinen Ladenangebot zwar auch fertigen Schmuck, ist damit aber bei einer grösseren Bijouterie eher bedient. Und wer ein Erbstück umarbeiten oder einen alten Ring neu fassen lassen will, ist hier ebenfalls an der richtigen Adresse, weil genau das zum Kerngeschäft der Werkstatt gehört und nicht nur eine Nebenleistung ist.
Fazit
Ein kleines, eingespieltes Atelier mit einer glaubwürdigen Übergabegeschichte: kein Nachfolger, der sich neu erfinden musste, sondern einer, der ab 2012 direkt neben seinem Vorgänger gelernt hat und die Werkstatt seither in dessen Sinne weiterführt. Die Kombination aus eigener Goldschmiede und eigenem Steinschliff ist im Kanton Zürich nicht die Regel, und die Nähe zu Zürich über den Bus 912 oder 916 macht den Weg nach Zollikon kürzer, als der Name Goldküste vermuten lässt. Der einzige echte Wermutstropfen ist die Transparenz zu Preisen und Fristen: Wer das vorab wissen will, findet auf der Website nichts dazu und muss direkt nachfragen. Für ein handgefertigtes Erinnerungsstück mit selbst geschliffenem Stein lohnt sich dieser Anruf allemal.