Goldschmitte Dielsdorf
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Die Goldschmitte Dielsdorf sitzt seit über 40 Jahren im Zürcher Unterland, und wer einen Verlobungsring ohne Bahnhofstrasse-Rahmen sucht, findet hier einen Familienbetrieb mit eigenem Atelier im selben Haus. Silvia Fischer gründete das Geschäft am 24. Februar 1983, damals noch an der Bahnhofstrasse in Dielsdorf selbst. Im Oktober 1994 zog der Betrieb ins Dorfzentrum an die heutige Adresse, Wehntalerstrasse 40a, ein Haus mit 4 Stockwerken, eigenem Atelier samt Galerie und einer grösseren Verkaufsfläche. Während andere Traditionsbetriebe ihre Werkstätten aufgaben, baute die Goldschmitte ihr Atelier im Sommer 2002 sogar aus, so beschreibt es die Firmengeschichte auf der eigenen Website.
Zwei Generationen, unterschiedliche Rollen
Silvia Fischer führte den Betrieb über Jahrzehnte allein. Ihr Sohn Peter Fischer stieg im März 2010 ins Geschäft ein und übernahm es offiziell am 17. Juni 2023, passend zum 40-jährigen Jubiläum. Auf der Team-Seite steht er als eidgenössisch diplomierter Uhrenfachberater und eidgenössisch diplomierter Betriebswirtschafter HF, nicht als Goldschmied. Das Handwerk selbst verantworten laut Website 2 Frauen: Silvia Fischer, die als Seniorchefin geblieben ist und eine Ausbildung als Goldschmiedin EFZ hat, und K. Keller Fischer, die das Atelier leitet, ebenfalls Goldschmiedin EFZ, und zusätzlich als Ausbildnerin für den Beruf Goldschmied/in geführt wird.
Ein kleiner Vorbehalt dazu: Aktuell listet die Team-Seite genau eine Lernende im Betrieb, und die absolviert eine Lehre als Detailhandelsfachfrau, nicht als Goldschmiedin. Die Ausbildnerinnen-Qualifikation von Frau Keller Fischer sagt also etwas über die Kompetenz des Ateliers aus, nicht darüber, dass dort im Moment auch ein Goldschmiede-Nachwuchs ausgebildet wird. Wo Silvia Fischer oder Frau Keller Fischer selbst ihre Lehre gemacht haben, verrät die Website nicht, das bleibt offen. Dass an der Wehntalerstrasse aber tatsächlich gearbeitet und nicht nur verkauft wird, zeigt der Werkzeugpark, den die Seite unter "Handwerk" beschreibt: Brenner, mehrere Hämmer, Punziergerät und ein eigener Lasergravierer neben der klassischen Maschinengravur mit Diamantspitze.
Der Weg zum Ring
Für Eheringe, Verlobungsringe und Partnerringe beschreibt die Website einen Ablauf in 5 Schritten. Zuerst die Wahl des Modells, entweder aus der eigenen Kollektion oder aus dem Sortiment der Partnermarken Meister und Diadoro, die sich auf Wunsch auch in weiteren Ausführungen unverbindlich zur Ansicht bestellen lassen. Danach folgen Anfertigung oder Bestellung, eine Anprobe mit Grössenkontrolle, bei Bedarf der Steinbesatz mit Brillanten in Krappen-, Kanal- oder Pavéfassung, und zuletzt Gravur und Übergabe. Als Materialien nennt die Seite Gelbgold, Weissgold, Roségold, Silber und Platin, bei Gravuren Handschrift, Fingerabdruck sowie Druck- oder Schreibschrift.
Bei den Verlobungsringen selbst führt die Goldschmitte den klassischen Solitär, eine schmale Ringschiene mit einem Hauptstein in einer 4- oder 6-Griff-Fassung, wahlweise oval, im Princess-Schliff oder als Herzform, und den Halo-Ring, bei dem eine Entourage kleinerer Brillanten den Mittelstein umgibt. Beim Halo-Ring lässt sich der Mittelstein laut Website auch durch einen Farbstein wie Saphir oder Rubin ersetzen. Wer bereits einen eigenen Stein besitzt, etwa aus einem Familienstück, bekommt dafür eine eigens angepasste Ringschiene statt eines Katalogrings von der Stange.
Für die Diamantwahl selbst nennt die eigene Diamanten-Seite die vier klassischen Kriterien Schliff, Karat, Reinheit und Farbe, auf Englisch Cut, Carat, Clarity und Colour. Ein Karat entspricht laut Website exakt 200 Milligramm und lässt sich nochmals in 100 Punkte unterteilen, bei der Farbe gilt: je farbloser der Stein, desto wertvoller. Das ist keine Besonderheit dieses einen Betriebs, es ist die branchenübliche Einordnung, aber die Goldschmitte erklärt sie ausführlich auf der eigenen Seite statt sie stillschweigend vorauszusetzen, was gerade für ein Paar hilfreich ist, das zum ersten Mal einen Diamanten kauft und noch keinen Massstab dafür hat, was ein bestimmter Preis eigentlich bedeutet.
Was mit Erbstücken passiert
Darauf ist die Goldschmitte tatsächlich spezialisiert, mehr als auf den reinen Neuverkauf. Die Website beschreibt ausdrücklich, wie aus einem Erbstück oder aus Altgold ein zeitgemässes Schmuckstück wird: Das alte Metall wird eingeschmolzen und neu gefasst, dazu kommt eine eigene Erbschaftsberatung, bei der ein Nachlass an Schmuck geschätzt und das weitere Vorgehen besprochen wird. Für ein Paar, das den Ring der Grossmutter statt eines neuen Diamanten mitbringen will, ist das ein echter Grund, ins Unterland statt an die Bahnhofstrasse zu fahren: Die Werkstatt behandelt den Umbau eines bestehenden Stücks als reguläres Handwerk, nicht als Sonderfall.
In der Schweiz wird laut Website hauptsächlich mit 750er Gold gearbeitet, und jeder Goldschmied prägt sein eigenes, amtlich beglaubigtes Zeichen, die Punze, in das fertige Stück. Diese Prägung bürgt gleichzeitig für den Feingoldgehalt und für die saubere Ausführung der Arbeit, schreibt die Goldschmitte auf ihrer Seite zu den Edelmetallen.
Danach: Grösse, Garantie, Reparatur
Einen Preiskatalog veröffentlicht die Goldschmitte nicht. Für eine Ringgrössenanpassung verlangt sie ausdrücklich den betreffenden Ring und die Wunschgrösse vor Ort, um einen, wie die Seite es nennt, "korrekten Kostenvoranschlag" zu erstellen. Ein ehrliches Vorgehen, auch wenn sich der Preis erst im Gespräch klärt und nicht schon auf der Website. Für Schmuck und Uhren aus dem eigenen Sortiment nennt die Website eine Garantie von 2 Jahren, dazu gratis Versand innerhalb der Schweiz über den hauseigenen Onlineshop. Den gibt es seit dem Relaunch im Mai 2020, nach eigener Angabe "über 37 Jahre" nach der Gründung.
Auch danach bleibt man Kunde. Ein Batteriewechsel bei Uhren dauert laut Website in der Regel einen Tag, im Zweifel auch nur 30 Minuten. Ein Ring lässt sich Jahre später in derselben Werkstatt reparieren, umarbeiten oder in der Grösse anpassen, in der er entstanden ist, und ein alt gewordenes Schmuckstück lässt sich einschmelzen und in etwas Neues verwandeln, statt in der Schublade zu liegen.
Öffnungszeiten und wer hier richtig ist
Geöffnet ist Dienstag bis Freitag von 09:00 bis 12:30 Uhr und von 14:00 bis 18:30 Uhr, samstags von 09:00 bis 16:00 Uhr. Montags und sonntags bleibt das Geschäft zu.
Die Goldschmitte Dielsdorf passt zu einem Paar aus dem Unterland oder dem Glattal, das lieber mit der Goldschmiedin am selben Tisch spricht, an dem der Ring später auch entsteht, statt einen Termin an der Bahnhofstrasse zu buchen. Wer zusätzlich einen Familienstein oder altes Gold einbringen will, findet hier einen ausformulierten Service dafür statt einer Kulanzlösung im Einzelfall.
Das ist auch der eigentliche Unterschied zu einer Fahrt in die Stadt: kein Shop-in-Shop-Tresen in einem grösseren Kaufhaus, sondern ein einzelnes Geschäft unter eigenem Namen, seit dem Umzug 1994 an derselben Adresse in Dielsdorf, Postleitzahl 8157. Für ein Paar, das ohnehin im Zürcher Unterland wohnt oder arbeitet, entfällt damit die Fahrt an die Bahnhofstrasse, ohne dass es beim Handwerk selbst einen Unterschied machen würde, ob der Ring dort oder hier entsteht. Der kleine Wermutstropfen: Ohne Anruf oder einen Blick in den Onlineshop gibt es vor dem ersten Gespräch keine Preisorientierung. Genau das schützt aber auch davor, sich an eine Fassung mit Aufschlag statt an ehrliches Handwerk zu binden.