Régine Giroud

In Gassen 6, Zürich · depuis 1984

Touchez une étoile pour noter

Régine Giroud liegt nicht an der Bahnhofstrasse, sondern eine Gasse weiter, an der kleinen Strasse In Gassen zwischen Paradeplatz und der Altstadt rund um das Fraumünster. Das Haus handelt seit 1984 mit Schmuck aus vergangenen Epochen, unter dem Motto, das auf der eigenen Seite steht: "Antiker Schmuck ist tragbare Kunst". Wer die Adresse nur vom Namen kennt, findet hier keinen gewöhnlichen Juwelier mit Neuware im Schaufenster, sondern eine Sammlung, die auf Epoche und Herkunft aufgebaut ist, mit einer eigenen kleinen Abteilung nur für Verlobungsringe.

Wer heute hinter dem Namen steht

Gegründet hat das Geschäft Régine Giroud selbst, diplomierte Diamantgutachterin und Gemmologin mit GIA-Ausbildung und Präsidentin eines Verbands Schweizer Antiquare und Restauratoren. Geführt wird das Haus inzwischen von Reto Schmidlin, den die eigene Seite als "Kurator der begehrtesten Antikschmuck-Juwelen" und als Geschäftsinhaber führt. Auch er ist ausgebildeter Gemmologe, mit den Titeln GG GIA und DGemG, und Mitglied der Schweizerischen Gemmologischen Gesellschaft SGG. Nur die Gründerin wird auf der Seite heute als Gründerin genannt, die Rolle des Geschäftsinhabers trägt dort neu Reto Schmidlin. Name, Adresse und Auftritt des Geschäfts sind dabei gleich geblieben. Wer einen älteren Eintrag oder eine alte Visitenkarte mit dem Namen Régine Giroud findet und annimmt, das Geschäft gebe es nicht mehr, liegt falsch: Es ist weiterhin an derselben Adresse tätig, nur mit einer neuen Person an der Spitze.

Für die Wiederverkaufsseite, auf der ein Stück ohne bekannte Herkunft schnell an Wert verliert, ist dieser Punkt nicht nebensächlich. Régine Giroud verkauft nicht anonym: Zwei diplomierte Gemmologen stehen mit eigenem Namen und eigener Ausbildung hinter dem, was im Laden liegt, nicht nur ein Echtheitssiegel auf einem Etikett.

Was es zu sehen gibt

Der Bestand gliedert sich in drei Bereiche: Antike Juwelen, Moderne- und Vintage-Juwelen und eine eigene Sektion für Verlobungsringe. Die antike Abteilung deckt Art déco, Belle Époque, Jugendstil und Stücke aus dem 19. Jahrhundert ab, gefasst in Platin und Gold, mit seltenen Steinen und, laut eigener Beschreibung, echten Naturperlen, die das Haus selbst als "heutzutage äusserst rar" bezeichnet. Ein Teil der Stücke trägt die Signatur bekannter Häuser, darunter Cartier, Lacloche Frères, Georges Fouquet und Tiffany & Co, was für eine Adresse dieser Grösse eine ungewöhnlich prominente Herkunftsliste ist. Auf der Startseite zeigt das Haus als Beispiel ein Paar Art-déco-Ohrhänger mit kolumbianischen Smaragden und Diamanten sowie eine antike Schmetterlingsbrosche um 1900.

Die Verlobungsringe

Innerhalb dieses Antiquitätenbestands gibt es eine eigene Verlobungsringe-Sektion, kein separates Nebenprojekt. Angeboten werden Solitär-Ringe im Art-déco- und Belle-Époque-Stil in Platin gefasst, daneben klassische Anfertigungen nach Mass sowie "Toi et Moi"-Fassungen mit zwei Steinen. In der Galerie tauchen auch Kombinationen aus Rubin und Diamant auf, für alle, die keinen reinen Solitär wollen. Zu den Verlobungsringen gehört laut eigener Angabe ein Diamantzertifikat. Bei einem Haus mit zwei hauseigenen Gemmologen überrascht das wenig, ist aber trotzdem der Punkt, auf den es in dieser Kategorie ankommt: Wer ein antikes Stück kauft, kauft auch die Aussage, dass jemand mit entsprechender Ausbildung den Stein tatsächlich geprüft hat.

Wie der Einkauf abläuft

Das Geschäft ist keine Adresse für Laufkundschaft im klassischen Sinn. Die Seite lädt ausdrücklich zur Terminvereinbarung ein, mit dem Versprechen persönlicher Beratung, um das passende Stück zu finden. Innerhalb der Öffnungszeiten, Montag bis Mittwoch von 10.00 bis 18.00 Uhr, Donnerstag und Freitag bis 18.30 Uhr und Samstag von 10.00 bis 17.00 Uhr, kann man auch ohne Termin vorbeischauen, doch bei antiken Einzelstücken ergibt eine Voranmeldung mehr Sinn als anderswo: Was gezeigt werden kann, hängt davon ab, was gerade im Bestand ist, und ein Gespräch über ein historisches Stück braucht ohnehin mehr Zeit als eine Anprobe von der Stange.

Preise nennt die Seite nirgends, weder für die Antiquitäten noch für die Verlobungsringe, was bei individuellen historischen Stücken wenig überrascht. Auch eine Gewährleistung oder ein Rückgaberecht wird nicht erwähnt. Wer eine Hausnummer sucht, bekommt hier keine, das lässt sich nur im Gespräch vor Ort klären.

Dokumentation statt Bauchgefühl

Auf dieser Seite der Liste zählt Dokumentation mehr als anderswo, weil bei einem gebrauchten oder antiken Ring niemand allein am Foto erkennt, ob Fassung und Stein wirklich aus derselben Epoche stammen oder später zusammengeführt wurden. Régine Giroud löst das nicht über ein externes Prüfsiegel, sondern über die eigenen Leute: Sowohl die Gründerin als auch der heutige Geschäftsinhaber sind selbst diplomierte Gemmologen, nicht nur Verkäufer, die eine fremde Expertise zitieren. Das ändert nichts an der Grundregel, dass ein Käufer bei einem historischen Stück trotzdem eine eigene, unabhängige Schätzung einholen sollte, macht die Ausgangslage aber deutlich besser als bei einem Anbieter, der Herkunft und Reinheit nur behauptet, ohne dass im Haus selbst jemand die Ausbildung dazu hat.

Auch die Herkunftsangaben zu den signierten Stücken, die das Haus nennt, sind ein Stück Dokumentation für sich: Ein Cartier- oder Fouquet-Stempel lässt sich über die jeweilige Markengeschichte gegenprüfen, was bei namenloser Vintage-Ware schlicht nicht möglich ist. Wer also nicht nur ein hübsches altes Stück sucht, sondern eines, dessen Herkunft sich im Zweifel nachvollziehen lässt, findet hier eine bessere Ausgangslage als bei den meisten Secondhand-Angeboten dieser Kategorie.

Reputation und Kontext

Auf einer eigenen Presseseite listet das Haus Beiträge zurück bis 2006, unter anderem eine Ausgabe von L'Officiel Schweiz im Oktober 2017 und einen Beitrag von Bijoux News im Mai 2020. Das ist eine Kontinuität, die viele reine Online-Ankäufer von Secondhand-Gold nicht vorweisen können, und sie passt zu einem Haus, das seit 1984 an derselben Adresse arbeitet.

Im Vergleich zu den grossen Namen an der Bahnhofstrasse ist Régine Giroud kein Schaufenster-Betrieb mit Filialgrösse, sondern eine kleine, spezialisierte Adresse mit klarem Fokus auf eine Handvoll Epochen und einer Verlobungsringe-Nische innerhalb davon. Wer online nach gebrauchtem Gold sucht, ohne eine Werkstatt oder ein Ladengeschäft dahinter zu kennen, bekommt hier das Gegenteil: einen festen Standort seit 1984, zwei ausgewiesene Gemmologen und eine Sammlung, die sich vor Ort ansehen lässt statt nur auf Fotos.

Für wen sich das lohnt

Régine Giroud passt zu Paaren, die einen Ring mit erkennbarer Epoche wollen, Art déco oder Belle Époque statt einem neu gefertigten Solitär, und die dafür einen Termin statt eines Spontankaufs einplanen können. Wer eine feste Preisliste oder eine Anprobe ohne Voranmeldung sucht, ist an der Bahnhofstrasse besser aufgehoben. Wer dagegen ein Stück mit eigener Geschichte will, dessen Echtheit von jemandem mit Gemmologie-Ausbildung geprüft wurde, findet in dieser kleinen Adresse an der In Gassen eine der spezialisierteren Optionen auf dieser Liste. Der Wechsel an der Spitze hat daran nichts geändert, ausser dem Namen auf der Visitenkarte am Empfang.

Plus dans Vintage- und Secondhand-Ringe

Voir tout