Bisquerie

Säntisstrasse 7, 8008 Zürich

Touchez une étoile pour noter

Bisquerie liegt nicht an der Bahnhofstrasse, sondern im Seefeld, an der Säntisstrasse 7 in 8008 Zürich, ein paar Tramstationen vom Zentrum entfernt. Wer den Namen googelt, landet nicht bei einer klassischen Bijouterie oder einem alteingesessenen Goldschmied, sondern bei einem Keramikatelier. Bisquerie GmbH beschreibt sich selbst als "boutique ceramic painting studio" im Seefeld, mit dem Motto "Shape your calm. Break the mold." Der Silberton-Ring-Workshop, um den es hier geht, ist nur einer von mehreren Programmpunkten neben Keramikbemalen, Töpfern von Hand und privaten Anlässen. Das prägt den ganzen Kurs: Man sitzt nicht bei einer Goldschmiedin am Amboss, sondern in einem Kreativstudio, das sich selbst als Ort für ruhige, handwerkliche Nachmittage versteht.

Konkret geht es um eine einzelne Sitzung, in der du aus Silberton, einem feinen Silberpulver, das sich wie Ton von Hand formen lässt und beim Brennen zu massivem 999er Feinsilber wird, deinen eigenen Ring, Ohrring oder Anhänger machst. Die Seite verspricht ausdrücklich, dass keine Vorkenntnisse nötig sind, was zum Charakter des Ateliers passt: klein, persönlich begleitet, ohne Druck. Im Kurspreis von CHF 200 sind 10 Gramm Silberton enthalten, und die meisten Teilnehmenden schaffen aus dieser Menge 2 bis 4 Stücke, je nachdem wie klein oder wie mehrteilig man arbeitet. Erfrischungen sind im Preis inbegriffen. Vom eigentlichen Formen bis zum fertigen Rohling macht man praktisch alles selbst, nur das Brennen im Ofen und das Polieren danach übernimmt das Atelier, und laut Produktseite ist das fertige Stück rund 7 Tage später abholbereit.

Wer sich vorstellt, am Ende der Sitzung direkt mit einem fertigen Ring am Finger nach Hause zu gehen, muss umdenken. Der Kurs endet mit einem Rohling, der erst nach dem Brennen zum tragbaren Schmuckstück wird, und genau diese Wartezeit von rund 7 Tagen nennt die Produktseite selbst. Das ist bei Silberton üblich, weil das Material erst im Ofen zu festem Silber wird, aber wer den Ring für ein bestimmtes Datum braucht, etwa einen Antrag, sollte diese Woche einplanen.

Wie der Kurs organisiert ist

Der Kauf läuft wie bei einem gewöhnlichen Onlineshop-Produkt, über Warenkorb und Kasse auf bisquerie.ch. Das Menü der Seite zeigt eine Sprachumschaltung auf Deutsch, aber sowohl die englische als auch die deutschsprachig beschriftete Version der Produktseite (bisquerie.ch/de/products/silver-clay-ring-workshop) zeigen denselben englischen Beschreibungstext, Wort für Wort. Wer die Buchung tatsächlich auf Deutsch abwickeln möchte, sollte nicht davon ausgehen, dass die Webseite selbst das hergibt; die Kontaktseite nennt immerhin eine Telefonnummer und eine E-Mail-Adresse für Rückfragen.

Das Atelier ist kein reiner Ring-Betrieb. Auf der eigenen Über-uns-Seite beschreibt sich Bisquerie als Studio für "slow, creative moments", in dem man wahlweise Keramik bemalt, von Hand töpfert oder eben Silberschmuck macht. Im Menü der Hauptseite stehen daneben noch ein Kalender für Kurstermine, eine Abholstation für bemalte Keramik, ein Angebot namens "Paint at Home" für zu Hause und ein Gutschein-Shop. Der Silberton-Ring-Workshop ist also ein einzelner Programmpunkt in einem breiter aufgestellten Kreativstudio, nicht das Kerngeschäft. Diese Angebote laufen nach unterschiedlicher Logik: Beim Keramikbemalen wählt man vor Ort ein Rohteil aus und bezahlt es zusätzlich, laut Hinweis auf der Seite zwischen CHF 5 und CHF 120 je nach Stück. Der Silberton-Workshop dagegen hat einen Fixpreis von CHF 200, in dem das Material bereits eingerechnet ist, keine Extrarechnung an der Kasse für die Rohware. Für Paare, die vorher wissen wollen, was ein Ausflug am Ende kostet, ist das die planbarere Variante.

Bisquerie vermietet das Studio ausserdem für private Gruppenabende, allerdings für das Keramikbemalen, nicht für den Ring-Workshop: bis zu 12 Personen, CHF 65 pro Kopf, inklusive Anleitung, Brennen und Getränken. Das zeigt vor allem die Grössenordnung des Betriebs: eine einzelne Studioadresse im Seefeld, kein Filialnetz, kein Industriebetrieb. Auf local.ch ist die Bisquerie GmbH mit derselben Adresse an der Säntisstrasse gelistet, was zur eigenen Angabe passt und ein Hinweis darauf ist, dass es sich um ein tatsächlich eingetragenes Unternehmen handelt und nicht nur um einen Onlineshop ohne feste Adresse.

Was die Seite nicht sagt

Für den typischen Massstab dieser Kategorie, wo eine Goldschmiedin oder ein Goldschmied durchs Schmieden, Giessen oder Feilen des eigenen Rings begleitet, fehlt bei Bisquerie eine Angabe dazu, wer den Kurs eigentlich leitet. Die Produktseite spricht nur allgemein von persönlicher Begleitung, ohne Berufsbezeichnung, ohne Hinweis auf eine Lehre als Goldschmiedin oder Goldschmied, und ohne Angabe, ob am selben Ort gearbeitet wird, an dem das Silber später gebrannt wird. Zur Kursdauer steht auf der Seite ebenfalls nichts. Zu Gewährleistung, Nacharbeiten oder einer späteren Grössenänderung des fertigen Rings findet sich nichts, weder auf der Produktseite noch auf der Kontaktseite. Wer einen Ring will, der Jahre später bei Bedarf angepasst werden kann, bekommt hier keine Zusage in die eine oder andere Richtung, nur Stille zum Thema.

Das ist kein Vorwurf an die Betreiberinnen, sondern eine Frage der Kategorie: Bisquerie tritt nicht als Goldschmiede oder Bijouterie auf, sondern als Kreativstudio, das unter anderem auch Silberschmuck anbietet. Wer das vorher weiss, wird nicht enttäuscht.

Für wen sich das eignet

Der Workshop passt zu einem Paar, das einen entspannten, günstigen Nachmittag im Seefeld sucht und danach etwas selbst Gemachtes mit nach Hause nehmen will, ohne dabei einen Verlobungsring im klassischen Sinn zu erwarten. Für den eigentlichen Antrag oder als alleiniger Ehering taugt ein 999er Feinsilberstück eher als Geste denn als Dauerschmuck, weil reines Silber weicher ist und stärker beansprucht wird als eine Goldlegierung. Wer stattdessen eine echte Anfertigung nach Mass mit Steinfassung sucht oder wissen will, wo die Goldschmiedin oder der Goldschmied die Lehre gemacht hat, ist bei einem der etablierten Häuser an der Bahnhofstrasse oder in Winterthur besser aufgehoben. Wer dagegen einen unkomplizierten Einstieg ins Schmuckhandwerk sucht, für sich allein oder zu zweit, ohne Vorkenntnisse und ohne grosse Terminplanung, bekommt hier zu einem klaren Fixpreis genau das.

Fazit

Bisquerie ist ehrlich in dem, was es ist: kein Goldschmiedeatelier mit Familientradition, sondern ein Kreativstudio im Seefeld, das einen zugänglichen Silberton-Kurs für CHF 200 anbietet, Material inklusive, ohne Vorkenntnisse, mit Abholung nach rund einer Woche. Die grösste Lücke ist nicht das Angebot selbst, sondern das, was rundherum fehlt: keine Angabe zur Kursdauer, keine Angabe zur Qualifikation der Kursleitung, keine Angabe zu Gewährleistung oder Grössenänderung. Wer diese Lücken kennt und trotzdem einen spontanen, günstigen Kreativnachmittag im Seefeld sucht, macht mit diesem Kurs nichts falsch.

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