Goldfuchs
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Goldfuchs ist das Goldschmiedeatelier von Stefan Reichmuth am Kolinplatz in der Zuger Altstadt, keine Filiale einer Marke, sondern ein Betrieb, der seinen eigenen Namen trägt und ihn auch führt. Wer die Seite öffnet, landet nicht bei einer Kollektion aus dem Katalog, sondern bei einem Handwerker, der seit 1996 in Zug arbeitet und der seine Werkstatt in dieser Zeit einmal umgezogen, mehrfach umgebaut und laufend erweitert hat. Für ein Paar, das im Zuger Finanzplatz tätig ist oder ohnehin in der Region wohnt, ist das eine der wenigen Adressen, bei denen der Name auf der Website mit dem Namen auf der Werkbank übereinstimmt.
Der Kern des Angebots sind Partnerringe: seit 1996 sind nach eigener Angabe rund 500 davon in der Werkstatt entstanden, jeder als Unikat gefertigt statt aus einer Serie gewählt. Dazu kommen Ringe, Armschmuck, Hals- und Ohrschmuck sowie eine eigene Rubrik für Spezialaufträge, handgeschmiedete Einzelstücke aus Gold und Silber für besondere Anlässe. Wie ein Auftrag im Detail abläuft, vom ersten Gespräch bis zur Anprobe, beschreibt die Seite nicht in einzelnen Schritten; sie zeigt eher Ergebnisse als Prozesse, was bei einem Atelier dieser Grösse nicht ungewöhnlich ist.
Von der Zeughausgasse zum Kolinplatz
Die Geschichte des Betriebs lässt sich auf der eigenen Seite fast lückenlos nachvollziehen, was bei einem so kleinen Betrieb selten so offen dokumentiert ist. Eröffnet wurde das Atelier 1996 an der Zeughausgasse 13 in Zug. 2004 folgte ein grösserer Umbau: neuer Boden, Panzerglas für die Schaufenster, neue Möbel und eine neue Eingangstüre. 2015 kamen neue Technologien dazu, 3D-Konstruktion und 3D-Druck für Spezialanfertigungen, ein Schritt, den viele kleine Goldschmieden erst deutlich später gegangen sind. 2019 musste Reichmuth zügeln, weil das Haus an der Zeughausgasse komplett saniert wurde; seither sitzt das Atelier am Kolinplatz 19, 6300 Zug, mitten in der Altstadt. 2023 gab es eine weitere Rundum-Erneuerung der Räume, mit neuen Bedienungstischen, einem Eichenboden und neuen Möbeln für zwei Goldschmiede, ein Hinweis darauf, dass am Kolinplatz nicht nur eine Werkbank steht. 2026 feiert der Betrieb sein 30-Jahre-Jubiläum, gerechnet ab der Eröffnung 1996, nicht ab dem Einzug am jetzigen Standort. Wer also erwartet, eine Adresse zu besuchen, an der seit 30 Jahren ununterbrochen dieselbe Tür ins selbe Ladenlokal führt, irrt sich leicht: Die Handschrift ist seit 1996 dieselbe, die Hausnummer ist es erst seit 2019.
Partnerringe und Spezialanfertigungen
Die eigentliche Stärke liegt in den Partnerringen. Die Website formuliert es so, dass jeder Ring im Atelier entsteht und durch die eigene Schmiedekunst zum Leben erweckt wird, inspiriert von den Ideen des Paars. Das deckt sich mit dem, was man von einem Goldschmiede-Atelier dieser Grösse erwarten würde: keine Massenware, sondern Anfertigung nach Mass, mit der Konsequenz, dass ein Termin und ein Gespräch nötig sind, bevor überhaupt ein Ring entsteht. Preise nennt die Seite nirgends, auch keine Anhaltspunkte zu Lieferzeiten oder zu einer Gewährleistung auf die fertigen Ringe; wer das wissen will, muss anrufen oder vorbeigehen. Das ist bei einem Betrieb dieser Grösse eher die Regel als die Ausnahme, aber es lohnt sich, das vor dem ersten Besuch einzuplanen.
Neben den Partnerringen gibt es die Rubrik Spezialaufträge, die die Seite knapp mit handgeschmiedeten Schmuckobjekten für besondere Anlässe beschreibt, ausserhalb des Alltäglichen, in Gold und Silber. Viel mehr an Text gibt es dazu nicht, die Kategorie wirkt eher wie eine Einladung, ein eigenes Anliegen mitzubringen, als wie ein festes Sortiment. Für ein Paar, das etwas will, das es so nirgends zu kaufen gibt, zum Beispiel einen Ring aus umgearbeitetem Familienschmuck, ist das genau die Art Anfrage, für die dieses Atelier gedacht ist.
Jewelmer und die zweite Leidenschaft
Eine Besonderheit, die man auf den ersten Blick nicht erwartet, ist die Rolle von Goldfuchs als Ausstellungsort für Jewelmer, eine auf Südseeperlen spezialisierte Marke von den Philippinen. Laut eigener Darstellung präsentiert Marie Monsterleet diesen Schmuck in Zug exklusiv als offizielle Jewelmer-Partnerin für die Schweiz, über ihre Firma DANAE GmbH. Auf welcher genauen Fläche und zu welchen Bedingungen das geschieht, sagt die Seite nicht, und die Startseite und die eigene Jewelmer-Unterseite benennen den Ausstellungsort nicht einmal identisch; wer gezielt wegen Jewelmer kommt, sollte vorher anrufen statt sich allein auf die Website zu verlassen.
Die zweite Ebene ist die Malerei. Reichmuth führt neben dem Goldschmiedeatelier ein Malatelier am Müslirain 8 in Oberägeri, am Ägerisee, und stellt einen Teil seiner Bilder und Illustrationen dauerhaft im Zuger Atelier selbst aus, in der sogenannten Schatztrue. Nach eigener Aussage sind in über 30 Jahren zahlreiche Schmuckstücke an dieser Werkbank entstanden, dieselbe Zeitspanne, die auch für das Jubiläum 2026 gilt. Diese Doppelrolle als Goldschmied und Maler ist kein Marketing-Zusatz, sondern zieht sich durch den Markennamen selbst: Feuer, Gold und Farben steht als Zeile direkt unter dem Logo.
Termine, Preise und was die Seite nicht sagt
Das Atelier am Kolinplatz hat feste Öffnungszeiten von Dienstag bis Samstag: dienstags, donnerstags und freitags von 10 bis 12 und 14 bis 18 Uhr, mittwochs von 9 bis 12 und 14 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 12 und 13 bis 15 Uhr. Ausserhalb dieser Zeiten empfiehlt die Website, vorher anzurufen und einen Termin zu vereinbaren, was für Beratungsgespräche zu Partnerringen ohnehin sinnvoll ist. Kontakt läuft über Telefon oder E-Mail, ein kleiner Webshop für Schmuckstücke aus der Kollektion nimmt zusätzlich PayPal an.
Was die Seite nicht sagt, ist ebenso wichtig wie das, was sie sagt. Es gibt keine Angaben zu Preisen, Anzahlungen oder Lieferfristen für individuelle Anfertigungen, keine Gewährleistungsbedingungen und keine Handelsregisternummer. Auch zur Ausbildung von Stefan Reichmuth, etwa wo er seine Lehre gemacht hat, findet sich auf der Seite nichts, obwohl gerade das für Zuger Paare oft ein Kriterium ist. Was sich dagegen klar zeigt, ist, dass gearbeitet wird, und zwar an genau der Adresse, die auf der Visitenkarte steht: Das Atelier hat seit dem letzten Umbau 2023 Platz für zwei Goldschmiede, nicht für eine Verkaufstheke ohne Werkstatt dahinter.
Für wen sich der Weg nach Zug lohnt
Goldfuchs passt zu einem Paar, dem wichtiger ist, mit wem es spricht, als wie gross die Auswahl im Schaufenster ist. Die Kontinuität spricht für den Betrieb: eine Adresse in Zug seit 1996, eine Umbaugeschichte, die sich Jahr für Jahr nachlesen lässt, und über 500 Partnerringe, die tatsächlich in dieser Werkstatt entstanden sind und nicht zugekauft wurden. Der Umzug 2019 innerhalb der Altstadt und die Erneuerung 2023 zeigen zudem, dass hier laufend investiert wird, statt ein einmal eingerichtetes Ladenlokal einfach altern zu lassen.
Der Preis für diese Nähe ist fehlende Transparenz bei genau den Punkten, die man vor einem grösseren Kauf gerne vorab wüsste: Kosten, Fristen, Ausbildung des Goldschmieds. Wer damit leben kann, vor Ort oder am Telefon nachzufragen, statt es online nachzulesen, bekommt in Zug eine der wenigen Adressen, an der Partnerringe tatsächlich im Haus entstehen und nicht nur im Haus verkauft werden. Für alle anderen bleibt die Fahrt nach Zürich eine Alternative, aber keine, die näher am eigentlichen Handwerk liegt.