Diamanthaus

Bern (online, schweizweite Lieferung) · established 2005

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Diamanthaus verkauft keine fertigen Verlobungsringe. Das Berner Unternehmen handelt seit 2005 mit losen, ungefassten Diamanten und überlässt die Fassung bewusst der eigenen Goldschmiedin oder dem eigenen Goldschmied des Paares. Wer auf dieser Seite einen Ring sucht, der fertig aus dem Karton kommt, ist bei Diamanthaus an der falschen Adresse. Wer dagegen den Stein selbst aussuchen und danach zu einer Werkstatt seiner Wahl tragen will, findet hier einen Anbieter, der genau darauf spezialisiert ist. Auf der eigenen Über-uns-Seite beschreibt sich das Unternehmen als Spezialist und Pionier für den Verkauf von Diamanten über das Internet im deutschsprachigen Raum, gestartet im Jahr 2005. Geführt wird der Betrieb von den Inhabern selbst, mit Sitz in Bern. Eine Ladenadresse zum Vorbeigehen nennt die Website nicht, nur ein Postfach mit der Postleitzahl 3001.

Der Ablauf ist einfach gehalten: Zuerst wählt man die Schliffform, von der klassischen runden Brillant über Prinzess-, Smaragd- und Kissenschliff bis zu Marquise, Tropfen und Herz, filtert danach nach Grösse, Farbe und Reinheit und bekommt einen einzelnen Stein mit Zertifikat geliefert. Ab 0.3 Karat liegt laut Website jedem Diamanten ein Zertifikat eines unabhängigen Labors bei, im eigenen Shop ausschliesslich von der GIA, die Diamanthaus selbst als das weltweit renommierteste Labor bezeichnet. Verkauft werden nach eigener Aussage nur 100 Prozent natürliche und unbehandelte Steine, aus vertrauenswürdigen Quellen. Wer im Online-Sortiment nicht fündig wird, kann laut Unternehmensangaben zusätzlich auf einen Bestand von über 1 Million weiteren Diamanten in verschiedenen Grössen, Formen und Qualitäten zugreifen, was für ein Berner Unternehmen dieser Grösse ein ungewöhnlich tiefes Lieferantennetzwerk voraussetzt. Beratung gibt es telefonisch unter der auf der Website angegebenen Nummer, nicht am Tresen, und der Versand erfolgt laut eigener Aussage kostenlos und versichert.

Kein Showroom, aber ein Netzwerk im Hintergrund

Wer einen Familienbetrieb sucht, der seit Generationen an derselben Werkbank in Zürich, Winterthur oder am Ufer der Goldküste sitzt, findet ihn bei Diamanthaus nicht, und das ist auch nicht der Anspruch der Seite. Diamanthaus tritt ausdrücklich als reiner Online-Fachhändler auf, ohne Schauraum, ohne Anprobe vor Ort und ohne den Termin beim Goldschmied, der bei einem klassischen Haus an der Bahnhofstrasse zum Kauf gehört. Das ist der Tausch: Wer bei Diamanthaus kauft, bekommt einen zertifizierten, einzeln geprüften Stein zu einem nach eigener Aussage günstigeren Preis, weil das Unternehmen seine Kosten über das eigene Beschaffungsnetzwerk optimieren kann, muss die eigentliche Anfertigung nach Mass aber komplett selbst organisieren, bei einer Goldschmiedin oder einem Goldschmied der eigenen Wahl. Für ein Paar mit einer festen Werkstatt des Vertrauens, sei es in Bern selbst, in Winterthur oder in einem Quartieratelier in Zürich, ist das kein Nachteil, sondern der eigentliche Sinn der Sache: Der Diamant kommt getrennt vom übrigen Ring, und das Paar entscheidet selbst, wer daraus die Fassung macht und in welchem Stil.

Das zweite Standbein: Anlagediamanten

Neben Schmucksteinen für Verlobungsringe führt Diamanthaus eine eigene Sparte für Anlagediamanten, und die eigenen Kriterien dafür sind auffallend streng. Für Anlagezwecke soll ein Diamant laut Website nicht weniger als 1.02 Karat wiegen, wobei die besten Anlagewerte meist zwischen 1 und 5 Karat liegen. Bei den Karatgrenzen 2.0 und 3.0 Karat entstehen laut eigener Angabe deutliche Preissprünge, ein Punkt, den die Seite Käuferinnen und Käufern ausdrücklich zu beachten rät. Farblich kommt für Anlagediamanten nur der Grad D infrage, bei der Reinheit nur FL oder IF, Grade, die nach Angaben der Website weniger als 1 Prozent aller geschliffenen Diamanten überhaupt erreichen. Beim Schliff verlangt Diamanthaus für Anlagesteine ausschliesslich die Note Exzellent, wobei der Brillantschliff mit mindestens 57 Facetten als Standard gilt. Lässt man zusätzlich nur runde Brillanten mit GIA-Zertifikat und ohne Fluoreszenz gelten, bleiben laut Website noch genau 0.06 Prozent der Grundmenge übrig, eine Zahl, die zeigt, wie selten ein Stein ist, der wirklich jedes einzelne Kriterium erfüllt. Empfohlen wird ein Anlagehorizont von mindestens 5 bis 10 Jahren.

Wer den Stein nicht zu Hause aufbewahren will, kann ihn laut Website in einem Zollfreilager einlagern, meist direkt beim Flughafen Zürich oder Genf, gegen eine All-Risk-Versicherung, die gegen Einbruch, Diebstahl, Feuer und weitere Risiken absichert. Dort fallen weder Mehrwertsteuer noch Zoll an, solange der Stein im Lager bleibt; Abgaben werden laut Website erst fällig, wenn der Diamant physisch in die Schweiz oder die EU geholt wird. Die Kosten dafür beziffert die Website mit rund 0.42 Prozent des Werts plus einer Grundgebühr von etwa CHF 1'200 pro Jahr, dazu Handlinggebühren von CHF 500 pro Vorgang, und die Seite schreibt selbst offen, dass sich das erst ab sechsstelligen Werten lohnt. Für ein Paar, das einen einzelnen Stein für einen Ring sucht, ist dieser Teil der Website eher zur Einordnung interessant als ein Kaufargument. Für alle, die zusätzlich in Diamanten als Wertanlage denken, ist es ein ungewöhnlich offen kommunizierter Abschnitt, mit konkreten Zahlen statt vager Anlagewerbung.

Wie sich das im Vergleich einordnet

Die meisten Anbieter in dieser Kategorie verkaufen einen fertigen Ring oder zumindest einen Konfigurator, bei dem Fassung und Stein im selben Bestellvorgang zusammenkommen. Diamanthaus geht den umgekehrten Weg und trennt die beiden Schritte bewusst, was näher am klassischen Weg eines alten Goldschmiedebetriebs liegt, bei dem der Diamant zunächst separat beschafft wird, als am Onlineshop-Modell mit fertigem Katalogring. Der Vorteil gegenüber einem ausländischen Online-Diamantenhändler liegt im Sitz: Als inhabergeführtes Schweizer Unternehmen mit Sitz in Bern unterliegt ein Kauf hier grundsätzlich Schweizer Recht statt dem eines Anbieters mit Sitz im Ausland, und geliefert wird laut eigener Aussage in die Schweiz, nach Deutschland und nach Österreich, nicht in beliebige weitere Länder. Wer eine Goldschmiedin sucht, die im selben Haus sowohl den Stein aussucht als auch die Fassung anfertigt, findet das eher bei einem stationären Betrieb in Zürich, Winterthur oder Baden als bei Diamanthaus. Wer den Stein dagegen separat und zu einem nach eigener Aussage vorteilhaften Preis kaufen will, weil das Unternehmen dank seines Beschaffungsnetzwerks eigene Kosten sparen kann, ist bei Diamanthaus richtig aufgehoben.

Für wen sich Diamanthaus eignet

Diamanthaus passt zu einem Paar, das die Fassung bereits einer Goldschmiedin oder einem Goldschmied des Vertrauens geben will, oder das eine eigene Designidee hat, für die sich zuerst der passende Stein finden lässt und danach die Fassung entsteht, nicht umgekehrt. Es passt auch zu Käuferinnen und Käufern, die auf ein Zertifikat einer anerkannten Prüfstelle Wert legen und nicht bei jedem Onlineshop erst nachfragen wollen, welches Labor dahintersteht: Diamanthaus nennt das GIA-Zertifikat als seinen Standard und macht daraus keine Nebensache. Weniger geeignet ist die Seite für alle, die einen Ring in einem Laden anprobieren, direkt mitnehmen oder sich vor Ort von einer Fachperson durch die gesamte Auswahl führen lassen wollen, denn dafür fehlt schlicht der Laden. Ebenso macht die Website keine konkreten Angaben zu Lieferzeiten oder einer bestimmten Rückgabefrist, weshalb sich dazu an dieser Stelle nichts Genaueres sagen lässt, ausser dass der Versand nach eigener Aussage kostenlos und versichert erfolgt.

Der Gesamteindruck bleibt positiv: ein seit 2005 am Markt bestehender, inhabergeführter Schweizer Betrieb mit einer klaren, ehrlich kommunizierten Nische, nämlich lose Diamanten statt fertiger Ringe, dazu ein erstaunlich ausführlicher Bereich zu Anlagediamanten für alle, die über den eigentlichen Ring hinausdenken. Der einzige echte Wermutstropfen ist, dass ein Paar, das noch keine Goldschmiedin an der Hand hat, sich diese zusätzlich selbst suchen muss, bevor aus dem Stein ein tragbarer Ring wird. Wer diesen zweiten Schritt einplant, bekommt mit Diamanthaus einen ehrlich auftretenden Berner Anbieter, der genau das verkauft, was er verspricht, und nicht mehr.

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