Liliflo

Schweiz (Werkstätten in Delémont und der Romandie, schweizweite Lieferung) · established 2018

Tap a star to rate

Liliflo sitzt nicht an der Bahnhofstrasse und auch nicht sonst irgendwo in Zürich. Die Marke stammt aus dem Jura und aus der Romandie, verkauft ihre Verlobungsringe aber landesweit online, mit zwei eigenen Ateliers-Boutiquen in Delémont und Lausanne. Wer in Zürich sitzt und einen Ring bestellt, kauft also nicht bei einem Nachbarn um die Ecke, sondern bei einem Schweizer Hersteller, der seine Ringe tatsächlich selbst zusammensetzt, nicht nur unter eigenem Namen verkauft.

Was es ist

Liliflo wurde 2018 von Anne-Laure und Francis Schwab gegründet, gemeinsam mit ihren Söhnen Louis und Victor. Anne-Laure ist die Kreativkraft und Designerin des Hauses und war laut der Über-uns-Seite mehr als 18 Jahre in der Bijouteriewelt unterwegs, bevor sie mit ihrem Mann das eigene Unternehmen startete. Francis ist der Goldschmied der Familie, mit mehr als 30 Jahren Erfahrung, und er entwickelte HARPOON, einen weltweit patentierten Verschluss, der zum technischen Herzstück der auswechselbaren Schmuckstücke von Liliflo wurde. Die Söhne stiessen dazu, um das Projekt gemeinsam aufzubauen. Wo genau Francis Schwab seine Lehre gemacht hat, verrät die Website nicht, nur die über 30 Jahre Erfahrung als Goldschmied. Heute beschäftigt Liliflo nach eigenen Angaben mehr als 10 Mitarbeitende, die täglich in den Werkstätten im Jura arbeiten. Für ein Unternehmen dieser Grösse ist das ein kleines, aber eingespieltes Team, kein Grosskonzern mit angemieteter Werkbank für die Kamera.

Was man bekommt

Die Verlobungsringe laufen unter "Alliances et fiançailles" und "Solitaires". Zur Auswahl stehen mehrere Fassungen derselben Grundlinien, etwa Evidence als schlichter Solitär oder mit Pavé-Fassung, dazu Modelle wie Santorin, Venise, Secret oder Promesse. Die Preise beginnen bei rund CHF 1090 für den einfachsten Solitär und reichen bis CHF 3255 für die Bague Santorin, die laut Website sowohl in Gelbgold als auch in Graugold vorrätig ist. Die Bague Evidence liegt bei CHF 2080 und wird ebenfalls als vorrätig in Graugold geführt, während andere Modelle offenbar erst auf Bestellung gefertigt werden. Wer eine eigene Fassung möchte statt einer der Standardlinien, kann in den Ateliers-Boutiquen einen Termin für eine Anfertigung nach Mass vereinbaren, das steht so auf der Solitär-Kollektionsseite. Material ist durchgehend recyceltes 18-karätiges Gold, für die Trauringe ausdrücklich zertifiziert durch den Responsible Jewellery Council in London, dazu Labordiamanten statt geschürfter Steine. Zu den Verlobungsringen passende Trauringe gibt es ebenfalls im Sortiment, mit eigenen Preisen ab CHF 935 für die schmalste Ausführung, falls ein Paar beides an einem Ort bestellen will.

Was heraussticht

Der auffälligste Unterschied zu vielen Namen in dieser Kategorie ist simpel: Liliflo lässt nicht irgendwo produzieren und verkauft dann bloss über eine schweizerisch wirkende Website. Die Website selbst formuliert es so: Die Schmuckstücke werden von Hand entworfen, zusammengesetzt und kontrolliert, in den eigenen Werkstätten im Jura. Dieselbe Aussage findet sich wortgleich auf der Seite für die Solitäre. Das ist eine stärkere Behauptung, als sie die meisten Online-Juweliere in dieser Liste machen können, bei denen "Swiss made" oft nur die letzte Fassungsarbeit oder die Verpackung meint. Der patentierte HARPOON-Verschluss von Francis Schwab ist ein weiteres konkretes, überprüfbares Detail statt einer vagen Qualitätsbehauptung, auch wenn er ursprünglich für die auswechselbaren Schmuckstücke der Marke entwickelt wurde und nicht spezifisch für Verlobungsringe.

Wie es organisiert ist

Bestellt wird primär über den eigenen Online-Shop, der laut Länderauswahl auf der Startseite nicht nur in die Schweiz, sondern auch in rund 20 weitere Länder liefert, darunter Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien und die meisten übrigen EU-Staaten sowie die USA und Kanada. Wer die Ringe vorher anprobieren möchte, kann eines der beiden Ateliers-Boutiquen besuchen: Route de Bâle 33 in 2800 Delémont, dienstags bis freitags von 9 bis 12 und 14 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 12 Uhr geöffnet, oder die Boutique an der Rue des Côtes-de-Montbenon 5 in 1003 Lausanne, dienstags bis freitags von 10 bis 13.30 und 14 bis 18.45 Uhr, samstags von 10 bis 13.30 und 14 bis 17.45 Uhr. Beide Adressen sind auch per WhatsApp erreichbar. Für Zürcher Kundschaft heisst das ehrlich gesagt: Weder Delémont noch Lausanne sind ein Katzensprung, ein spontaner Besuch am Mittag ist nicht drin. Wer die Ringe live sehen will, plant eher einen eigenen Ausflug oder wartet auf einen der Pop-up-Stände, mit denen Liliflo zeitweise in Warenhäusern wie Manor auftritt. Daneben führen auch die Bijouterien der Kette Au Rubis Stücke von Liliflo, eine dritte Möglichkeit, ohne den Umweg über die Romandie an einen Ring zu kommen.

Wie es sich vergleicht

Für Lieferung nennt die Startseite 8 bis 10 Tage im Standardversand und 3 bis 4 Tage im Express, ab CHF 200 Bestellwert versandkostenfrei, was bei Ringpreisen ab CHF 1090 praktisch immer zutrifft. Für Ringe, die erst noch in Grösse und mit allfälligen Personalisierungen gefertigt werden müssen, nennt die FAQ-Seite dagegen 7 bis 9 Werktage nach Zahlungseingang und Bestätigung der Grösse, eine separate Angabe für den Fall, dass ein Stück nicht ab Lager verfügbar ist. Rückgabe und Umtausch sind gemäss Website innert 30 Tagen kostenlos möglich. Bei der Garantie bewegt sich Liliflo genau auf der gesetzlichen Schweizer Linie: Die Garantieseite spricht von 2 Jahren gegen Herstellungsfehler und versteckte Mängel, das entspricht der Gewährleistung nach Schweizer Obligationenrecht, nur dass Liliflo sie ausdrücklich ausformuliert statt sie im Kleingedruckten zu lassen. Für farbbehandelte Oberflächen, sogenannte PVD-Beschichtungen, gilt separat 1 Jahr. Wird ein Schmuckstück eingeschickt, verspricht die Seite eine Prüfung innert 7 Werktagen und bei berechtigter Reklamation eine kostenlose Reparatur binnen 21 Tagen. Darüber hinaus erklärt Liliflo, Schmuck lebenslang reparieren zu wollen, ohne auf der Seite zu sagen, ob das nach Ablauf der 2 Jahre noch kostenlos bleibt. Bezahlt wird auf Rechnung über Klarna, TWINT, Kreditkarte oder Paypal, was für Schweizer Kundschaft unkompliziert ist und keine Fremdwährungsüberraschung birgt, weil der Firmensitz in der Schweiz liegt.

Für wen es passt

Liliflo passt zu einem Paar, dem eine belegbare Schweizer Fertigung wichtiger ist als eine Adresse an der Bahnhofstrasse, das mit Labordiamanten statt geschürften Steinen gut leben kann und das bereit ist, entweder online zu bestellen oder eine echte Reise nach Delémont oder Lausanne einzuplanen. Wer unbedingt am selben Nachmittag in einem Zürcher Showroom stöbern will, ist bei einem der klassischen Bahnhofstrasse-Häuser besser aufgehoben. Wer dagegen eine Familienfirma mit eigenem Namen, eigenem Verschlusspatent und einer klaren, auf der eigenen Seite ausformulierten Garantie sucht, findet hier eine der wenigen Adressen in dieser Kategorie, bei denen "Swiss made" auf mehr als der Rechnungsadresse beruht.

Das Fazit

Zum Zeitpunkt der Recherche lief bei Liliflo eine Sommeraktion mit 50 Prozent Rabatt auf auslaufende Modelle, solange der Vorrat reicht, was die günstigeren Preise oben eher als Momentaufnahme zu lesen macht als als dauerhafte Preisliste. Ausserdem sagt die FAQ-Seite nichts zu Ringgrössenänderungen nach dem Kauf oder zu Gravuren, wer das möchte, sollte vor der Bestellung direkt nachfragen statt sich auf eine Standardleistung zu verlassen. Das sind kleine Lücken, keine Warnzeichen: Die zwei eigenen Werkstätten, das benannte Gründerpaar samt Söhnen, der patentierte Verschluss und eine Garantie, die sich an den gesetzlichen Schweizer Mindeststandard hält und ihn offen ausweist, ergeben in Summe einen glaubwürdigen, empfehlenswerten Eintrag für jeden, der einen wirklich in der Schweiz gefertigten Verlobungsring sucht und nicht zwingend einen Zürcher Showroom braucht.

More in Verlobungsringe online kaufen

See all