Carat
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Was Carat ist
Carat betreibt im Einkaufszentrum Sihlcity am Kalanderplatz 1 eine seiner rund 30 Filialen in der Schweiz, mitten in Zürich-Wiedikon und damit im Stadtkreis 3, gut zu Fuss oder mit dem Tram erreichbar statt eines Extraabstechers an die Bahnhofstrasse. Wer eine Quartier-Goldschmiedin mit einer einzigen Werkbank erwartet, findet hier etwas anderes: eine Kette, die der eigenen Website zufolge als unabhängiges, zu 100 Prozent Schweizer Familienunternehmen geführt wird, mit einem zweiten Standort für die Region im Glattzentrum in Wallisellen. Rechtlich firmiert der Betrieb als IGS AG mit Sitz an der Roosstrasse 53 in Wollerau, wie die eigene Fusszeile der Website zeigt. Das gehört auf den Tisch, bevor man sich für oder gegen den Besuch entscheidet: Wer hier hingeht, geht in eine Filiale einer Kette, nicht in das Atelier einer einzelnen Person.
Geschichte und Eigentümerschaft
Christine Stucki gründete die Marke Carat 1998, ursprünglich über ihre Firma IGS als Partnerschaft mit der Migros, für die sie Schmuck lieferte. 2015 übernahm sie zusätzlich 20 Filialen der Kette Oro Vivo Suisse. 2017 übertrug die Migros ihre eigenen Carat-Boutiquen in der Westschweiz, in den Kantonen Genf, Waadt und Wallis, vollständig an Stucki, wodurch das Unternehmen unabhängig wurde. 2018 gingen das Carat- und das Oro-Vivo-Filialnetz in einer gemeinsamen Marke auf. Geführt wird das Unternehmen laut eigenen Angaben von Christine Stucki als Präsidentin und CEO, mit Jean-Marie Flichy als Geschäftsführer. Für eine Kategorie, die auf Standortdauer und eine erzählte Geschichte wert legt, ist das eine andere Art von Geschichte als bei einem Traditionshaus: keine Generationenfolge am selben Werktisch, sondern eine Konsolidierung mehrerer Filialnetze unter einer Marke, die erst seit 2017 wirklich eigenständig ist.
Was es zu kaufen gibt
Verlobungsringe führt Carat als eigene, klar benannte Produktgruppe, nicht nur als Unterpunkt von allgemeinem Schmuck. Im Angebot stehen Fassungen als Solitaire, Halo, Trilogy und Pavé, wahlweise mit Diamant oder Farbedelstein, in 18-karätigem Gold in Gelb, Weiss oder Rosé, bei den Eheringen zusätzlich in Platin, Carbon, Titan und Tantal. Wer nicht von der Stange kaufen will, bekommt laut eigener Beschreibung eine Massanfertigung von der ersten Skizze bis zum fertigen Ring, dazu Gravur mechanisch oder von Hand. Die eigene Formulierung dazu lautet, jeder Verlobungsring lasse sich durch Personalisierung und Gravur zu einem Unikat machen, was für ein Konfektionsprogramm dieser Grösse durchaus etwas heisst. Die Beratung in der Filiale deckt nach eigener Aussage Farbe, Stein, Fassung, Grösse, Garantien und Pflege ab, ein Ablauf, der eher an eine strukturierte Verkaufsberatung erinnert als an ein offenes Werkstattgespräch.
Fertigung: Boutique statt Werkbank vor Ort
Genau hier liegt der Unterschied zu den Ein-Personen-Ateliers dieser Kategorie. Die eigene Serviceseite beschreibt Reparaturen, Grössenänderungen und aufwendigere Aufbereitung wie Polieren oder Rhodinieren so, dass sie an jeder Boutique angenommen, aber im unternehmenseigenen Werkstattnetz ausgeführt werden. Nur die einfache Reinigung passiert direkt im Laden, kostenlos, während man ohnehin dort ist. Das heisst: Die Filiale im Sihlcity ist die Anlaufstelle für Beratung, Anprobe, Bestellung und Abholung, nicht der Ort, an dem ein Goldschmied den Ring am eigenen Tisch fertigt. Wer explizit eine Werkstatt hinter dem Verkaufsraum sucht, findet die bei Carat nicht an dieser Adresse, wohl aber ein geregeltes Verfahren mit klaren Zuständigkeiten für den Fall, dass ein Ring Jahre später enger oder weiter werden muss.
Garantie, Rückgabe und Nebenleistungen
Carat nennt für seine Verlobungsringe eine Zweijahresgarantie, mit der Möglichkeit, danach gegen Aufpreis Tragspuren oder kleine Schäden nacharbeiten zu lassen. Dazu kommt ein vierzehntägiges Rückgaberecht und gratis Versand ab einem Bestellwert von 50 Franken. Was die Website nicht nennt, sind konkrete Fristen für eine Reparatur oder ein Preisschema für die Nacharbeit nach Ablauf der Garantie, dazu sollte man vor Ort fragen. Für Uhren bestimmter Marken, die Carat führt, gilt separat eine Diagnosepauschale von 25 Franken, die bei einem tatsächlichen Reparaturauftrag angerechnet wird, das betrifft aber Uhren, nicht die Ringe selbst.
Preise
Auf der Solitaire-Diamantseite, die Ringe ebenso wie Ketten, Ohrstecker und Armbänder umfasst, reichen die ausgezeichneten Preise von rund 1190 bis 14500 Franken, bei Steingewichten zwischen 0.10 und 1.50 Karat in Stufen wie 0.25, 0.50, 0.75 und 1.00 Karat. Das ist keine reine Ring-Preisspanne, sondern die Bandbreite der ganzen Solitaire-Linie, gibt aber eine ehrliche Vorstellung davon, in welchem Rahmen sich ein Diamantring bei Carat bewegt. Geführt werden dabei die Hauslinie Carat, die Zweitmarke Carat and Friends sowie eine Fassung namens Diamonds by Carat. Zu den Eheringen selbst nennt die Website keine Zahlen, nur die Eigenwerbung von günstigen Ringen ohne Kompromisse bei der Qualität und von fairen Preisen, ohne das an einer konkreten Summe festzumachen. Wer eine Zahl will, muss dafür in die Filiale oder auf die Solitaire-Seite schauen.
Standort und Erreichbarkeit
Der Kalanderplatz 1 liegt im Sihlcity, das mit der Tramlinie 5 und der Tramlinie 13 bis zur Haltestelle Sihlcity Nord sowie mit der Sihltalbahn (S4) bis zur Station Saalsporthalle/Sihlcity zu erreichen ist, ganz ohne Parkplatzsuche in der Innenstadt. Geöffnet ist laut Filialsuche von Montag bis Samstag jeweils von 09:00 bis 20:00 Uhr, sonntags bleibt zu. Wer in Wiedikon, Enge oder Wollishofen wohnt, hat damit eine kurze Wegstrecke, ohne dafür an die Bahnhofstrasse zu müssen. Zürich selbst hat mit dem Standort im Glattzentrum in Wallisellen eine zweite Filiale in der Agglomeration, für alle, die eher im Norden der Stadt unterwegs sind und dieselbe Auswahl und Garantiebedingungen suchen.
Im Vergleich
Innerhalb dieser Kategorie punktet Carat genau dort, wo viele kleinere Quartierbetriebe schwächer sind: Verlobungsringe sind eine eigene, ausführlich beschriebene Produktgruppe mit klaren Garantie- und Rückgabebedingungen, nicht nur ein Nebensatz unter allgemeinem Schmuck. Was fehlt, ist die eigene Werkstatt vor Ort und eine Geschichte an einer einzigen Adresse, die andere Betriebe in dieser Liste auszeichnet. Auch innerhalb der eigenen Gruppe zeigt sich ein Unterschied: In Bern betreibt Carat mit der Carat Wedding Boutique an der Neuengasse 8 ein eigenständiges Format nur für Verlobungs- und Eheringe, mit über 300 anprobierbaren Modellen, ein Konzept, das es in Zürich bislang nicht gibt. Wer eine reine Brautboutique ohne Uhren und allgemeinen Schmuck drumherum sucht, bekommt das derzeit eher in Bern als im Sihlcity.
Für wen sich der Weg lohnt
Am meisten Sinn ergibt Carat im Sihlcity für Paare, die ausserhalb der Innenstadt wohnen, mit dem Tram unkompliziert hinkommen wollen und einen konfigurierbaren Ring mit klar formulierter Garantie suchen, ohne selbst lange nach Preisen fragen zu müssen. Ebenso passend für alle, die zwei Standorte vergleichen wollen, etwa Sihlcity und Wallisellen, bevor sie sich entscheiden. Weniger passend für Paare, die eine erzählte Firmengeschichte an derselben Adresse oder einen Goldschmied wollen, der den Ring sichtbar am eigenen Tisch fertigt: Beides bietet diese Filiale nicht, dafür ein geregeltes Verfahren über das Werkstattnetz der Kette.
Unser Fazit
Carat im Sihlcity ist eine ehrliche Wahl für alle, die eine grosse, klar strukturierte Ringauswahl mit Garantie und Rückgaberecht einer kleinen, individuellen Werkstatt vorziehen, und die den Weg an die Bahnhofstrasse ohnehin lieber vermeiden. Die Zweijahresgarantie, das Rückgaberecht und die konkret genannten Preise auf der Solitaire-Seite schaffen eine Verbindlichkeit, die man bei manchem kleineren Betrieb erst am Telefon erfragen müsste. Der Haken: Wer die eigene Werkbank vor Ort und eine über Generationen erzählte Geschichte sucht, findet das an dieser Adresse nicht, sondern eine gut organisierte Filiale einer landesweiten Kette.