Kapur Jewels

Glattpark, Opfikon (nach Terminvereinbarung)

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Kapur Jewels ist ein Online-Juwelier mit einem Showroom im Glattpark in Opfikon, den man nur nach Terminvereinbarung betritt. Hinter dem Namen steht Shikha Khandelwal Kapur, die das Geschäft aus einem jahrzehntelangen Familiennetzwerk indischer Schmuckhändler heraus in die Schweiz gebracht hat. Das ist der erste Punkt, den ein Zürcher Käufer verstehen sollte, bevor er sich für einen Verlobungsring interessiert: Die Schweizer Firma selbst ist jung, im Handelsregister des Kantons Zürich erst seit 2023 eingetragen, mit Rechtssitz in Winkel bei Bülach. Die Wurzeln des Geschäfts reichen dagegen deutlich weiter zurück. Das Familienunternehmen in Indien handelt seit 75 Jahren mit Schmuck, gegründet in den 1950er-Jahren von Herrn JN Khandelwal im Grosshandelsviertel Kucha Mahajani in Chandni Chowk, Delhi, einem der grössten Schmuckmärkte Asiens. Das dortige Flaggschiffgeschäft, Bharat Alankar Bhandar, wurde 1950 eröffnet und zählt bis heute zu den grösseren Adressen an diesem Markt. 1963 trat der Sohn des Gründers, Harish Khandelwal, ins Geschäft ein, baute es um Gold und Diamanten aus und berät Kapur Jewels bis heute in der Finanzplanung und bei Lieferantenbeziehungen. Seit 1990 gehören auch Diamant- und Zirkoniaschmuck zum Sortiment, und das Netzwerk expandierte über die Jahre in Städte wie Jaipur, Lucknow und Kanpur.

Shikha Khandelwal Kapur selbst hat einen MBA der Indian School of Business in Hyderabad und über 15 Jahre bei Unternehmen wie Vodafone, Cognizant Technologies und Credit Suisse AG gearbeitet, bevor sie 2013 eine eigene Schmuckmarke für den Export aufbaute. Sie lebt seit 10 Jahren in der Schweiz, spricht Deutsch, Hindi und Englisch und positioniert Kapur Jewels als Bindeglied zwischen europäischer Kundschaft und dem familieneigenen Fertigungsnetzwerk in Indien. Ihr zur Seite stehen mehrere Berater aus dem erweiterten Familien- und Geschäftsumfeld, neben Harish Khandelwal auch Radhika Bhojania, die einen MBA der Columbia Business School sowie einen MPhil und einen Bachelor der University of Cambridge hat und seit 18 Jahren in Grossbritannien lebt, dazu Manish Shah, der seit 1993 zum indischen Mutterunternehmen gehört und die dortige Lieferkette koordiniert, und Paul Binkert für internationalen Handel, Zoll und Logistik.

Der Onlineshop selbst ist breit aufgestellt: Kollektionen für Männer, Frauen und Kinder mit Halsketten, Ringen, Armbändern, Ohrringen, Anhängern und Fusskettchen, dazu Silberware, Silbermünzen, religiöse Figuren und Rahmen. Interessant für einen Verlobungsring ist aber nicht das Standardsortiment, sondern der Sonderanfertigungs-Service. Nach eigenen Angaben sind 70 Prozent der verkauften Stücke individualisiert, und wer einen Ring will, wählt gemeinsam mit dem Team die Steine aus und entwickelt ein Design, das den eigenen Vorstellungen entspricht. Dazu kommt eine Recyclingschiene: 20 Prozent der Kundschaft lässt laut Kapur Jewels alten Schmuck in neue Stücke umarbeiten, was für Paare auch emotional Sinn ergibt, wenn ein Ring aus einem Familienstück entstehen soll. Jedes fertige Stück wird punziert, um den Feingehalt des Metalls auszuweisen, wobei dieser Schritt direkt im Produktionswerk in Indien passiert und nicht lokal in der Schweiz. Für Diamanten bietet Kapur Jewels je nach Bedarf Zertifikate von GIA oder IGI an, den zwei bekanntesten unabhängigen Prüfstellen der Branche.

Ablauf und Termin im Glattpark

Der Showroom liegt im dritten Stock, Zimmer 389, im Gebäude der TMC Fashion Square AG an der Thurgauerstrasse 117 in 8152 Glattpark, unweit der Tramhaltestelle Glattpark und mit Parkplätzen vor Ort. Zugang gibt es ausschliesslich nach Vereinbarung, online oder direkt vor Ort. Die Website nennt dafür feste Fenster an Montagen, Dienstagen und Donnerstagen von 10 bis 16 Uhr. Wer an einem Samstagnachmittag spontan vorbeigehen möchte, ist an der falschen Adresse: Das Modell ist beratungsbasiert, nicht auf Laufkundschaft ausgelegt, und passt eher zu einem geplanten Besuch als zu einem spontanen Bummel über die Bahnhofstrasse.

Lieferung, Rückgabe und ein Vorbehalt bei Sonderanfertigungen

Für Lagerartikel wirbt die Startseite mit "48 Stunden Lieferung", die ausführlichere Versandseite nennt für dieselben Artikel dagegen 2 bis 3 Werktage per Schweizerischer Post, mit Trackingnummer. Bestellungen über 100 CHF werden versandkostenfrei geliefert, darunter kostet der Versand 2 CHF bei Bestellungen unter 35 CHF oder 5 CHF zwischen 35 und 99 CHF; grössere Stücke wie Silberobjekte werden zu den effektiven Posttarifen verrechnet. Für Sonderanfertigungen, also für die meisten Verlobungsringe, gilt eine andere Zeitrechnung: Nach Design und CAD-Freigabe dauert die Fertigung laut Kapur Jewels 4 bis 12 Wochen, je nach Komplexität. Die "48 Stunden" der Startseite beziehen sich damit klar nicht auf Massanfertigungen, auch wenn beide Begriffe im selben Werbebanner nebeneinanderstehen, das ist ein Punkt, an dem man dem Kleingedruckten mehr glauben sollte als dem Banner. Rückgaben sind innerhalb von 14 Tagen möglich, allerdings nicht an den Showroom, sondern an eine separate Adresse in Winkel, und eine Rückerstattung dauert je nach Zahlungsmethode 10 bis 15 Tage. Wichtig für einen Verlobungsring: Individuell gefertigter oder gravierter Schmuck ist vom Rückgaberecht ausdrücklich ausgeschlossen. Wer sich für ein Design entscheidet, entscheidet sich endgültig.

Im Vergleich zu einem Zürcher Atelier

Wer sich unter einem Verlobungsring einen Goldschmied vorstellt, der das Stück am eigenen Werktisch in Zürich anfertigt, findet das bei Kapur Jewels nicht. Die Beratung und die Designentwicklung laufen lokal in der Bijouterie im Glattpark, die Fertigung und die Punzierung dagegen im familieneigenen Werk in Indien, gestützt auf ein Handwerksnetzwerk, das seit 75 Jahren im selben Markt tätig ist. Das ist ein legitimes, aber anderes Modell als bei den eingesessenen Häusern an der Bahnhofstrasse: näher an einem spezialisierten Auftragsfertiger mit Schweizer Kundenschnittstelle als an einem klassischen Atelierbetrieb mit Lehre und Werkbank vor Ort. Wer diesen Unterschied kennt und akzeptiert, bekommt dafür eine Preisstruktur und ein Zertifizierungsangebot, die deutlich transparenter beschrieben sind als bei vielen kleineren Adressen.

Für wen sich das eignet

Kapur Jewels passt zu Paaren aus dem Glattal oder der Flughafenregion, die einen persönlichen Beratungstermin für einen massgefertigten Ring wollen, sich mit Diamantzertifikaten von GIA oder IGI auskennen möchten und kein Problem damit haben, dass die eigentliche Fertigung nicht in der Schweiz stattfindet. Weniger geeignet ist der Shop für alle, die spontan vorbeigehen, das fertige Stück sofort vor Ort mitnehmen oder eine Massanfertigung im Zweifel zurückgeben wollen, denn beides ist hier nicht vorgesehen.

Fazit

Kapur Jewels verbindet eine über 75-jährige Handelsgeschichte in Indien mit einem jungen, aber ordentlich im Kanton Zürich eingetragenen Schweizer Geschäft, dessen Gründerin die europäische Marktseite selbst führt. Die Angaben zu Versand, Rückgabe und Zertifizierung sind für einen Nischenanbieter dieser Grösse ungewöhnlich detailliert, auch wenn die Werbezeile auf der Startseite optimistischer klingt als das Kleingedruckte weiter unten auf derselben Website. Wer bereit ist, für ein individuelles Design auf das Gefühl einer lokalen Werkstatt zu verzichten, bekommt hier eine ernstzunehmende und gut dokumentierte Adresse im Glattal.

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