La Serlas

Fortunagasse 26, 8001 Zürich

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La Serlas ist auf dieser Liste der Neuling, und das Haus versteckt das nicht. Statt mit einem Jahrhundert Standortgeschichte zu werben, erzählt die eigene Über-uns-Seite von einem Familienbetrieb, der 1979 in St. Moritz begann, direkt gegenüber dem Palace Hotel, und erst 1992 an die Bahnhofstrasse in Zürich zog. Gründer Heinrich Schmid arbeitete dort unter anderem mit dem Kunsthändler Peter Zervudachi zusammen und liess Stücke bei den Ateliers Cavalli und Crincoli fertigen. Seit 2025 führt das Haus eine neue Boutique und ein Atelier an der Fortunagasse 26, 8001 Zürich, wenige Schritte oberhalb von Bahnhofstrasse und Rennweg, in einer Gasse, die zum historischen Lindenhof hinaufführt. Geleitet wird La Serlas heute von Heinrich Schmid und seinem Sohn Christopher, der laut eigener Darstellung seine Prägung im Edelsteinhandel in den Märkten Asiens, in europäischen Ateliers und bei den Händlern an der 47th Street in New York erhalten hat, bevor er ins väterliche Geschäft einstieg.

Rechtlich firmiert der Betrieb als La Serlas AG, eine eingetragene Schweizer Aktiengesellschaft, wie aus den eigenen allgemeinen Geschäftsbedingungen hervorgeht (datiert Zürich, Oktober 2021). Das ist kein Pop-up mit befristetem Mietvertrag, sondern ein Unternehmen mit eigener Rechtsform und eigenem Namen im Kleingedruckten, was bei einer Anschaffung in dieser Grössenordnung zählt.

An der Fortunagasse selbst beschreibt La Serlas den Verkaufsraum als wohnzimmerartigen Salon, hinter dem eine eigene, voll ausgestattete Goldschmiede-Werkstatt liegt. Die Website nennt weder den Namen der zuständigen Goldschmiedin oder des Goldschmieds noch, wo diese Person ihre Lehre absolviert hat, aber die Aussage, dass die Werkstatt direkt an den Salon anschliesst, ist eindeutig: Anfertigung nach Mass geschieht hier vor Ort und nicht irgendwo ausgelagert. In den Tresoren, so beschreibt es das Haus selbst, liegen einige der seltensten Steine, die man erst zu sehen bekommt, wenn man die Boutique betritt. Geöffnet ist unter der Woche von 10 bis 18 Uhr, samstags von 10.30 bis 17.30 Uhr, sonntags bleibt geschlossen.

Was im Sortiment steckt

La Serlas gliedert seinen Online-Katalog nach Schmuckart (Ringe, Ohrschmuck, Halsketten, Armbänder) und nach Stein (weisse Diamanten, Farbdiamanten, Saphire, Rubine, Smaragde, Perlen, weitere Edelsteine), dazu kommen die hauseigenen Linien Serlas Pink und Lemon Pepper, beide ein Hinweis auf eine Spezialisierung auf Fancy-Color-Diamanten. Die Bridal-Auswahl, also der Bereich für Verlobung und Hochzeit, zählt 27 Stücke: 12 Ringe, 13 Paar Ohrringe, eine Halskette und ein Armband. Die reine Ringkollektion ist grösser und listet 62 Modelle über alle Linien hinweg. Für Trauringe im klassischen, schlichten Sinn ist das keine eigene Kategorie: Der Schwerpunkt liegt sichtbar auf Diamant- und Farbsteinschmuck, nicht auf schmalen Bändern ohne Fassung. Ein eigener Bespoke-Bereich bietet an, gemeinsam mit den hauseigenen Goldschmieden einen Stein auszuwählen und jedes Detail der Fassung selbst zu bestimmen, statt aus dem bestehenden Sortiment zu wählen.

Zu den wenigen Produkten mit sichtbarem Preis auf der Website gehören ausschliesslich Armbänder: ein Tennisarmband aus der Lemon-Pepper-Linie mit weissen und gelben Diamanten im Birnenschliff für CHF 6800, ein Armband in 18-karätigem Roségold mit 0.375 Karat Diamanten für CHF 4000 und das Modell Waves für CHF 4500. Für Verlobungsringe selbst veröffentlicht La Serlas keine Preise, was bei Unikaten mit zertifizierten, unbehandelten Steinen in diesem Segment üblich ist. Wer vor dem ersten Termin eine Hausnummer sucht, findet hier keine, nur die Bestätigung, dass es sie gibt, sobald man fragt.

Auffällig ist, wie stark der Online-Shop und die Boutique ineinandergreifen: Wer sich zu Hause durch die Kollektionen klickt, sieht dieselben Stücke, die im Salon an der Fortunagasse in den Vitrinen oder Tresoren liegen, samt derselben Sprache zu Herkunft und Bearbeitung der Steine. Die eigene Darstellung betont durchgehend, dass die Diamanten und Farbsteine unbehandelt, zertifiziert und auf ethisch vertretbarem Weg beschafft seien. Eine unabhängige Prüfstelle oder ein Zertifikatsstandard wird auf den gelesenen Seiten nicht namentlich genannt, es bleibt bei der eigenen Zusicherung. Für ein Paar, das ohnehin einen Termin für die Beratung braucht, lässt sich das vor Ort direkt nachfragen, etwa nach dem Zertifikat zum konkreten Stein.

Geschäftsbedingungen, Lieferung und Gewährleistung

Für den Schweizer Käufer sind die Details im Kleingedruckten oft aufschlussreicher als die Werbetexte. La Serlas liefert laut eigenen Geschäftsbedingungen ausschliesslich an Adressen in der Schweiz, bezahlt wird im Voraus per Kreditkarte, Six Payment, PayPal, TWINT oder Banküberweisung. Eine Bestellung wird zunächst innert 24 Stunden automatisch per E-Mail bestätigt, verbindlich wird der Kauf aber erst mit der separaten Versand- oder Auftragsbestätigung. Ein generelles Rückgaberecht gibt es nicht: Sonderanfertigungen sind von der Rückgabe ausgeschlossen, alle anderen Produkte lassen sich innert 14 Tagen ab Erhalt zurückgeben. Bei der Gewährleistung verweisen die Bedingungen auf die Vorgaben des jeweiligen Herstellers oder Lieferanten und beschränken sie im Streitfall auf Nachbesserung oder Ersatz, eine konkrete Anzahl Jahre nennt der Text nicht. Reparaturen ausserhalb der Gewährleistung sind laut den Bedingungen möglich, gehen aber zulasten der Kundschaft. Wer also Jahre nach dem Kauf eine Ringgrösse ändern lassen will, findet dazu keine eigene Klausel auf der Website, nur die allgemeine Zusage, dass Reparaturen grundsätzlich angeboten werden. Gerichtsstand für Streitigkeiten sind laut den Bedingungen die ordentlichen Gerichte in Zürich, es gilt Schweizer Recht.

Wie sich das einordnet

Verglichen mit den alteingesessenen Häusern, die seit Generationen am selben Fleck der Bahnhofstrasse stehen, ist La Serlas an seiner heutigen Adresse blutjung: Die Boutique an der Fortunagasse gibt es erst seit 2025, auch wenn die Familie seit 1979 im Geschäft ist. Wer die jahrzehntelange Standortgeschichte einer alten Institution sucht, findet sie hier nicht. La Serlas ist auch kein traditioneller Juwelier mit jahrhundertealter Hausgeschichte am Ort, sondern eine jüngere, designorientierte Bijouterie mit eigener Werkstatt im Rücken des Verkaufsraums. Wer eine kleinere Adresse mit klarem Fokus auf Farbdiamanten sucht und eine Familie, die Gründer und Nachfolger offen benennt statt sich hinter einer Fassade zu verstecken, bekommt hier ein glaubwürdiges Gegenstück zu den grossen Namen weiter unten an der Strasse.

Der eine echte Wermutstropfen: Wer sich vor dem ersten Termin an Zahlen orientieren will, bekommt für Ringe keine, nur für eine Handvoll Armbänder. Das ist bei einem Haus, das auf Unikate und Fancy-Color-Steine setzt, nicht ungewöhnlich, sollte aber wissen, wer knapp kalkuliert. Für ein Paar, das Wert auf ein Schweizer Unternehmen mit eigener Goldschmiede-Werkstatt vor Ort legt und bereit ist, für ein Unikat einen Termin statt eines Katalogpreises in Kauf zu nehmen, ist die Adresse an der Fortunagasse eine der interessanteren, jüngeren Optionen im Zentrum von Zürich.

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