Juwelier Kurz (Kurz 1948)

Bahnhofstrasse 80, Zürich · seit 1948

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Juwelier Kurz sitzt seit 1948 an der Bahnhofstrasse, mittlerweile an der Hausnummer 80, keine hundert Meter von den grossen Namen der Strasse entfernt und trotzdem an einem Ort, an dem man selten ansteht. Armin Kurz gründete das Geschäft in jenem Jahr, und der Familienname trägt die Marke bis heute, auch wenn die Eigentümerschaft seither gewechselt hat. Seit 2020 gehört das Unternehmen der Schweizer Familienunternehmung IGS AG, wie Kurz auf der eigenen Über-uns-Seite offen schreibt. Das ist ein Unterschied zu Häusern, die eine Übernahme lieber verschweigen, und es lohnt sich, das gleich zu Beginn zu klären: Der Name Kurz bleibt, die Familie Kurz führt den Betrieb nach aktuellem Stand der Website nicht mehr selbst.

Was 1948 als ein Laden begann, ist heute eine Gruppe von 9 Boutiquen in Zürich, Basel, Bern, Luzern, Genf und Lugano. Das ist mehr als eine Randnotiz für alle, die nicht direkt an der Bahnhofstrasse wohnen oder arbeiten: Wer eine Beratung in Bern oder Luzern sucht, muss nicht extra nach Zürich reisen, sondern findet dieselbe Kollektion und denselben After-Sales-Service näher am eigenen Wohnort. Für ein Geschäft mit Verlobungsringen ist das kein kleines Argument, weil ein zweiter Termin zum Anpassen oder Abholen fast immer nötig wird.

Die Website selbst läuft auf Deutsch, Französisch, Englisch und Italienisch, was zu einem Haus passt, das in mehreren Sprachregionen der Schweiz Filialen führt und nicht nur an einer einzigen Adresse verkauft. Für eine Schweizer Käuferin heisst das auch, dass die Beratung nicht auf eine Zielgruppe aus dem Ausland zugeschnitten ist, sondern erkennbar auf Kundschaft, die über Jahre wiederkommt, sei es für eine Anpassung, eine Reparatur oder einen weiteren Einkauf in einer anderen Filiale der Gruppe.

Die Kollektion

Die Online-Kollektion für Verlobungsringe umfasst derzeit 48 Modelle, filterbar nach Metall (Gelbgold, Weissgold, Roségold und 950er Platin) und nach Steinart (Diamant, Saphir und Aquamarin). Die auf der Website ausgezeichneten Preise reichen von CHF 1'290 bis CHF 49'500, einzelne Stücke aus der Linie KURZ High Jewellery sind nur auf Anfrage bepreist. Zu den Serien gehören Trilogy, Solitaire, Halo, Fancy, Eternity, Hearts & Arrows und eine mit «Classic Gemstones» betitelte Reihe für die farbigen Steine. Ein Ring aus «Solitaire Diamonds» kostet zum Beispiel CHF 10'990, einer aus «Trilogy Diamonds» CHF 8'950; wer weniger ausgeben will, findet in der Linie «The One Diamonds» einen Einstieg ab CHF 1'990.

Die Materialauswahl ist breit genug, dass fast jeder Geschmack bedient wird. Was die Website nicht zeigt, ist eine Option, einen Ring von Grund auf individuell anfertigen zu lassen. Online ist das eine reine Konfektionskollektion, wer mehr will, muss im Laden nachfragen.

Praktisch heisst das: Man kann die ganze Kollektion vorab nach Metall, Steinart und Preis durchfiltern und sich eine kleine Auswahl notieren, bevor man überhaupt einen Termin an der Bahnhofstrasse bucht. Für eine Zürcherin, die keine Lust auf eine lange Ladenberatung ohne Vorwissen hat, spart das Zeit, und es macht den Preisvergleich mit anderen Häusern der Strasse einfacher, weil die Zahlen offen auf der Website stehen und nicht erst am Tresen genannt werden.

Was Kurz von anderen Häusern unterscheidet

Der auffälligste Teil des Sortiments ist die eigene Linie Kurz Atelier Diamonds mit Diamanten aus dem Labor. Kurz beschreibt den Prozess selbst so: Über die chemische Gasphasenabscheidung, kurz CVD, entsteht in wenigen Wochen, wofür die Natur ungleich länger braucht. Die Steine dieser Kollektion wiegen zwischen 0.75 und 2.50 Karat, jeder Stein ab 1.00 Karat wird laut Website einzeln vom IGI zertifiziert. Kurz schreibt zudem, die eigenen Handwerksmeister würden jeden Zuchtdiamanten mit derselben Sorgfalt bearbeiten wie einen natürlichen Stein, was nahelegt, dass Fassen und Verarbeiten im Haus geschieht, auch wenn die Website nicht ausdrücklich festhält, wo genau die Rohsteine gezüchtet werden. Bei den auf der ersten Seite gezeigten Modellen liegen die Preise dieser Linie zwischen CHF 1'890 und CHF 8'790, im Schnitt günstiger als die klassische Diamant-Kollektion, weil Labordiamanten bei vergleichbarer Grösse weniger kosten als natürliche Steine.

Garantie, Rückgabe und Reparatur

Bei den eigenen Geschäftsbedingungen wird Kurz konkret, was bei einem Haus dieser Grösse nicht selbstverständlich ist. Auf jeden Kauf gewährt Juwelier KURZ AG während 2 Jahren eine Garantie für Mängelfreiheit und Funktionsfähigkeit. Rückgaben sind innert maximal 30 Kalendertagen ab Kaufdatum möglich, sofern das Stück unbenutzt, ungetragen und im Originalzustand ist; individualisierte Anfertigungen und reduzierte Ware sind ausgenommen, und eine akzeptierte Rückgabe wird als Gutschrift verrechnet, nicht bar ausbezahlt. Reparaturen nimmt Kurz für eine lange Liste von Uhrenmarken an, darunter Omega, IWC Schaffhausen, Breitling, Chopard, Longines, Tudor, Tissot und Rado. Wird an einem eingesandten Stück kein Mangel gefunden, kann die Prüf- und Versandkosten dem Kunden belastet werden. Ein fertig repariertes Stück muss innerhalb von 6 Monaten nach Mitteilung der Fertigstellung abgeholt werden, sonst beginnt eine Frist zu laufen: Nach 3 Jahren erlischt Kurz' Pflicht, das Stück weiter aufzubewahren. Das sind nachlesbare Fristen in Zahlen, kein Kleingedrucktes, das erst an der Kasse auftaucht.

Lehre und Werkbank

Beim für Schweizer Käuferinnen und Käufer typischen Punkt, wo die Goldschmiedin oder der Goldschmied gelernt hat, liefert die Website weniger. Kurz führt eine eigene Seite für Lehrstellen und wirbt aktiv um Nachwuchs, nennt dort aber nicht, welche Berufe konkret ausgebildet werden oder an welchem Standort die Lehrwerkstatt liegt. Das ist eine ehrliche Lücke: Wer wissen will, ob der eigene Ring am selben Ort entsteht, an dem er verkauft wird, bekommt online keine klare Antwort und muss das im Gespräch direkt klären.

Für wen sich Kurz eignet

Kurz passt zu allen, die eine transparente Preisliste online schätzen und selbst filtern wollen, statt nur einen Beratungstermin zu buchen. Wer in Basel, Bern, Luzern, Genf oder Lugano wohnt, profitiert vom Netz der 9 Boutiquen, ohne für jeden Termin nach Zürich zu müssen. Wer ausdrücklich einen Labordiamanten sucht, findet mit Atelier Diamonds ein Sortiment, das viele kleinere Häuser an der Bahnhofstrasse gar nicht führen. Wer dagegen eine Anfertigung von Grund auf sucht, oder unbedingt wissen will, an welcher Werkbank der eigene Ring entsteht, bekommt aus der Website allein keine Antwort und sollte das vor Ort klären.

Fazit

Ein Haus mit echtem Gründungsjahr 1948, offen kommunizierter Eigentümerschaft seit 2020 und Geschäftsbedingungen, die Garantie- und Rückgabefristen tatsächlich in Zahlen nennen statt in vagen Versprechen: Das ist an der Bahnhofstrasse keine Selbstverständlichkeit. Die grösste Schwäche liegt nicht im Sortiment, sondern in der fehlenden Auskunft zur eigenen Werkstatt und Ausbildung. Wer diese Fragen persönlich klären kann, bekommt mit den 48 Modellen der Verlobungsring-Kollektion, den Steinarten Diamant, Saphir und Aquamarin und der Atelier-Diamonds-Linie ein Sortiment, das breiter ist als das der meisten Nachbarn in der Seitengasse.

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