Diamond Nexus

Liefert international aus den USA · seit 2005

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Diamond Nexus ist kein Zürcher Goldschmiedeatelier, sondern ein amerikanischer Online-Juwelier mit Sitz in Oak Creek, Wisconsin, gegründet 2005. Auf der eigenen About-Seite bezeichnet sich das Unternehmen als seit rund 20 Jahren aktiven Anbieter von Braut- und Modeschmuck, spezialisiert von Anfang an auf eine einzige Idee: den geförderten Diamanten im Verlobungsring durch etwas Vergleichbares zu ersetzen, ohne dass jemand bei Grösse, Feuer oder Optik Kompromisse eingehen muss. Wer keinen Termin an der Bahnhofstrasse braucht, sondern von zu Hause aus vergleichen und bestellen will, findet hier einen der grösseren amerikanischen Anbieter in diesem Bereich.

Das Sortiment ruht auf 3 Steinarten. Die DiamondNexus-Alternative ist ein 2005 patentierter, hauseigener Diamantersatz, der laut Website «exakt wie ein Diamant aussehen soll, zu einem Bruchteil des Preises». Moissanit, ein Mineral aus Siliziumkarbid, wurde 1893 von Henri Moissan in einem Meteoritenkrater in Arizona entdeckt; die künstliche Herstellung im Labor wurde nach eigenen Angaben 1998 so weit ausgereift, dass sie breit vermarktet werden konnte. Laborgezüchtete Diamanten schliesslich bestehen laut Diamond Nexus chemisch, physikalisch und optisch aus demselben Kohlenstoff wie ein geförderter Stein, nur eben im Labor kristallisiert statt unter der Erdkruste über Jahrmillionen. Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben Goldschmiedinnen und Goldschmiede, die jedes Stück von Hand fertigen.

Drei Steine, ein Preisvergleich

Was diesen Anbieter von einem klassischen Schweizer Juwelier unterscheidet, ist die Offenheit, mit der die drei Optionen gegeneinander gestellt werden. Moissanit erreicht 9.25 auf der Mohs-Skala, kaum weicher als ein Diamant, und kostet nach Angaben der Website rund 700 Dollar pro Karat. Ein laborgezüchteter Diamant liegt bei 10 auf der Mohs-Skala, also exakt in der Härte eines geförderten Steins, lässt sich beim International Gemological Institute (IGI) zertifizieren und kostet laut Diamond Nexus zwischen 1000 und 1500 Dollar pro Karat, verglichen mit 6000 bis 10000 Dollar, die die Seite für einen geförderten Diamanten gleicher Grösse veranschlagt. Die beiden Simulanten, DiamondNexus-Alternative und Moissanit, bewirbt die Seite pauschal mit bis zu 90 Prozent Ersparnis gegenüber einem geförderten Stein. Das sind Zahlen, die die Website selbst veröffentlicht, keine Schätzung von uns, auch wenn der Einzelpreis eines konkreten Rings natürlich von Fassung, Metall und Grösse abhängt: Im Beispielkarussell der Seite starten Ringe bei 555 Dollar, eine Tennis-Halskette bei 11385 Dollar. Bei der Qualität bleibt Diamond Nexus konkret statt vage: Die laborgezüchteten Diamanten werden durchgehend in Farbe F/G, Reinheit VVS/VS und Schliff Excellent oder Ideal geführt, das Moissanit in Farbe D, E oder F und mindestens in Reinheit VS1. Wer die 4C-Skala aus dem klassischen Diamantenhandel kennt, findet hier also dieselbe Sprache wieder, nur eben für die beiden Simulanten und nicht nur für den geförderten Stein.

Anfertigung nach Mass, mit klaren Fristen

Wer nichts von der Stange will, kann über das «Custom Design»-Formular ein eigenes Stück in Auftrag geben. Der Ablauf ist auf der Seite in 3 Schritten festgehalten: eine Anzahlung von nur 50 Dollar, die auf den Endpreis angerechnet wird, danach innert 3 Werktagen eine digitale Voransicht mit Massen und Spezifikationen zur Freigabe, und nach Zahlungseingang eine Fertigung und Lieferung innert 15 Werktagen. Auf jedes Stück gewährt Diamond Nexus zusätzlich eine «Lifetime Manufacturing Warranty» gegen Herstellungsfehler sowie, im ersten Jahr ab Kauf, 2 kostenlose Pflegetermine (Reinigung, Politur, bei Weissgold Rhodinierung) und eine einmalige kostenlose Grössenänderung um bis zu 2 volle Ringgrössen. Für die beiden Simulanten kommt eine «Lifetime Stone Guarantee» dazu: Springt oder splittert ein DiamondNexus-Alternative- oder Moissanit-Stein, wird er kostenlos ersetzt, ausgenommen Versand- und Arbeitskosten sowie verlorene Steine. Laborgezüchtete Diamanten sind von dieser Steingarantie ausdrücklich ausgenommen, auch wenn die Seite betont, sie halte bei sorgfältiger Pflege ebenso lange wie ein geförderter Diamant.

Wie die Seite organisiert ist

Diamond Nexus arbeitet, nach eigener Aussage, «ausschliesslich online», ohne physische Filialen. Das Unternehmen begründet dies mit einem kleineren ökologischen Fussabdruck und tieferen Kosten, die an die Kundschaft weitergegeben würden. Reparatur- und Pflegearbeiten laufen laut Kundendienstseite «vor Ort in Wisconsin»; eine Schweizer Werkstatt, an die man einen Ring später zur Anpassung schicken könnte, ohne ihn über den Atlantik zu verschicken, gibt es nicht. Die Website selbst ist klar gegliedert: nach Steinform, nach Ringstil, nach Preisklasse und nach Schmuckart (Ringe, Ohrringe, Halsketten, Armbänder), dazu ein Terminformular für eine Beratung und ein separates Formular für Sonderanfertigungen. Geschenke sind zusätzlich nach Budget sortiert, in den Stufen bis 450 Dollar, bis 750 Dollar und bis 1200 Dollar, und die neuere Linie «Everyday Radiance» setzt bewusst auf 10-karätiges Gold mit der DiamondNexus-Alternative als Stein, also auf eine günstigere Metalllegierung als Einstieg.

Der Unterschied zum Schweizer Rechtssitz

Für eine Schweizer Bestellung ist der wichtigste Abschnitt nicht auf der Startseite, sondern im Kundendienstbereich versteckt. In den USA gibt es ab 100 Dollar Bestellwert kostenlosen Versand ohne Unterschriftspflicht; für internationale Bestellungen gilt das nicht, dort werden die Versandkosten laut Website erst im Checkout berechnet, und Diamond Nexus lehnt jede Haftung für Zölle, Steuern oder Gebühren ab, die bei der Zustellung anfallen. Wer aus Zürich bestellt, sieht die Versandkosten also erst ganz am Ende, und die Schweizer Einfuhrmehrwertsteuer kommt beim Zusteller obendrauf statt im angezeigten Preis. Noch wichtiger für die Kaufentscheidung: Nach eigener Aussage des Unternehmens sind internationale Bestellungen und ausgewählte Artikel von der normalen Rückgabe- und Garantieregelung ausgenommen. Das grosszügige Paket, 30 Tage kostenlose Rückgabe, lebenslange Steingarantie, ein Jahr Pflege und Grössenänderung gratis, gilt damit für eine Schweizer Bestellung nicht automatisch in derselben Form, und die Website sagt nicht, welche abweichenden Bedingungen dann greifen. Selbst innerhalb der USA ist das Kleingedruckte der Rückgabe eng gefasst: höchstens 4 Produkte pro 12 Monate, und fehlt bei der Rücksendung etwas, wird eine Mindestgebühr von 25 Dollar fällig. Ein amerikanischer Anbieter ohne Rechtssitz in der Schweiz unterliegt ausserdem nicht der zweijährigen Gewährleistung nach Schweizer Obligationenrecht, die ein Anbieter mit Sitz hier tragen müsste. Wer hier kauft, kauft zu amerikanischem Recht und amerikanischen Kundendienstbedingungen, trotz des internationalen Versands.

Für wen sich das eignet

Diamond Nexus passt zu einem Paar, das die Materialfrage bereits für sich entschieden hat, laborgezüchteter Diamant oder Moissanit statt gefördertem Stein, und das bereit ist, online zu kaufen, ohne eine Bijouterie in Winterthur oder an der Goldküste zu besuchen. Die Preisspanne und die drei klar verglichenen Steinarten sind offen dargelegt, die Fertigungs- und Herstellergarantie ist grosszügig, und das Custom-Design-Formular mit festen Fristen wirkt seriös. Die Kehrseite ist genauso klar: keine physische Adresse in der Schweiz, keine ausdrücklich gleichwertige Rückgabe- und Garantieregelung bei einer internationalen Bestellung, und die Einfuhrabgaben trägt die Käuferin oder der Käufer selbst. Wer diese beiden Punkte vor der Bestellung im Checkout klärt statt erst danach, bekommt hier ein transparent bepreistes, technisch gut erklärtes Sortiment an Diamantalternativen, das man auf dem klassischen Zürcher Ladentisch so nicht findet.

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