Anna Andrén (Jewels by Anna)

Zug (Altstadt) · dal 2013

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Jewels by Anna Andrén ist ein kleines Goldschmiedeatelier an der Zeughausgasse 13 in der Zuger Altstadt, geführt von der gebürtigen Schwedin Anna Andrén zusammen mit ihrer Geschäftspartnerin Barbara. Im Handelsregister ist Anna unter ihrem vollen Namen, Anna Ulrike Andrén Holmberg, als Geschäftsführerin eingetragen, die Firma selbst firmiert als Anna Andrén GmbH und besteht seit 2013. Am heutigen Standort an der Zeughausgasse ist das Studio dagegen erst seit November 2022, in einem laut eigener Aussage kürzlich renovierten mittelalterlichen Haus. Wer die enge, von Fussgängern, Velos und Autos geteilte Gasse entlangschlendert, findet damit tatsächlich Annas eigenen Namen über der Tür statt eines Filialschilds.

Anna wuchs in Schweden auf und lebt seit vielen Jahren in der Schweiz, wo sie ihre Lehre zur Goldschmiedin mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) absolvierte. Ihre Designsprache beschreibt die Seite selbst als schlicht, aber eigenständig, geprägt von skandinavischer Zurückhaltung und auf Langlebigkeit statt auf schnelle Trends ausgelegt, ein Echo ihrer schwedischen Herkunft, das sich auch im Menüpunkt "Schmuck Schwedisches Design" niederschlägt. Im eigenen Studio entwirft und fertigt sie seither Ringe, Halsketten, Armbänder und Ohrringe, ausschliesslich aus recyceltem Gold, Silber und Platin. Das Recyclinggold bezieht das Atelier nach eigener Angabe von der Firma Gyr Edelmetalle in Baar, Oekogold-zertifiziert, das derzeit verlinkte Zertifikat stammt aus dem Jahr 2024 und beruft sich zusätzlich auf den Responsible Jewellery Council in London. Kleinere Diamanten stammen aus altem Schmuck und aus alten Uhren, für diese verlinkt die Seite sogar ein eigenes Testresultat. Bergkristalle werden in der Schweiz gefunden, nur für grössere Diamanten greift Anna auf neu geförderte kanadische Steine mit Canadian Mark zurück, wo das möglich ist.

Verlobungsringe aus dem eigenen Familienschmuck

Zu den ausdrücklich genannten Anlässen für ein Auftragsstück zählen Verlobungs- und Eheringe ebenso wie Erinnerungsstücke zu einem Jubiläum. Wie konkret das aussieht, zeigt eine auf der Seite dokumentierte Geschichte: Eine Kundin brachte die Eheringe ihrer Eltern sowie 3 Diamanten ihrer Grossmutter vorbei, gemeinsam entschied man sich für ein wirbelndes Ringdesign. Anna fertigte zuerst ein Modell aus Messing zur Ansicht, entfernte danach die Diamanten aus dem alten Goldschmuck, schmolz das Gold ein und zog daraus den Draht für die Ringschiene, bog diese zu einer durchgehenden Schlaufe und verlötete sie, bevor sie die Fassungen für die Steine aufsetzte. Genau das versteht die Seite unter "echtem Recycling": vorhandene Edelmetalle und Steine direkt weiterzuverwenden statt neue zu kaufen. Für ein Paar, das seinen Trauring bewusst aus ererbtem Familienschmuck bauen lassen will statt aus einer Vitrine, ist das genau das richtige Gespräch.

Wie das Atelier organisiert ist

Nach eigener Beschreibung ist der Betrieb "ein kleines Start-up mit einem Studio in Zug", das Team bringt Erfahrung aus Goldschmiedehandwerk und Design ebenso wie aus Finanzen und politischer Arbeit mit, Barbara verantwortet die Administration. Anna fertigt Prototypen und einen grossen Teil der Stücke selbst in Zug, für aufwendigeres Fassen von Steinen arbeitet sie mit dem Atelier Höllmüller in Luzern zusammen, und Schweizer Schmucksteine lässt sie in Winterthur schleifen. Die Verpackung besteht durchgehend aus FSC-zertifiziertem Material, die grösseren Schachteln hat das Atelier zusammen mit der Firma Cartonnages Delavy SA in Villeneuve entwickelt, kleinere Boxen stammen aus Dänemark.

Das Studio ist nicht täglich geöffnet, ein Termin per Telefon, E-Mail oder WhatsApp wird empfohlen, spontane Gespräche sind aber möglich, wenn Anna gerade selbst vor Ort ist. Für eine Anfertigung nach Mass rechnet die Seite mit einem ersten Gespräch von rund 30 Minuten, in dem Ablauf und nächste Schritte geklärt werden, gefolgt von einer Entwicklungsphase mit Skizzen, CAD-Zeichnungen oder Prototypen zur Anprobe. Insgesamt dauert der Prozess nach eigener Angabe 6 bis 10 Wochen, abhängig von der Komplexität des Entwurfs, der Preis wird zu Beginn festgelegt und richtet sich nach dem gewählten Design. Wer sich für ein bestehendes Design aus der Kollektion als Vorlage entscheidet statt für einen komplett neuen Entwurf, bekommt laut Website einen schnelleren Prozess zu einem Preis nahe an dem der fertigen Kollektionsstücke. Für ein Kernstück, das nicht bereits am Lager liegt, nennt die Seite eine Lieferzeit von 6 Wochen. In der Wahl des Materials bleibt das Atelier flexibel: Alle Designs lassen sich in 18-karätigem Recyclinggold in Weiss, Gelb, Rosé oder Rot umsetzen, wer lieber Silber möchte, bekommt recyceltes Sterlingsilber. Konkrete Frankenbeträge nennt die Seite an keiner Stelle, wer den Preis für ein bestimmtes Stück wissen will, muss den Termin tatsächlich buchen. Zu einer Gewährleistung im rechtlichen Sinn äussert sich die Seite ebenfalls nicht ausdrücklich, sie schreibt lediglich allgemein, ihre Entwürfe seien auf Jahrzehnte ausgelegt und liessen sich bei Bedarf reparieren oder neu anfertigen.

Im Vergleich zur übrigen Zuger Szene

Verglichen mit grösseren Häusern, die eine fertige Vitrine mit Verlobungsringen zur Anprobe bereithalten, ist das hier fast das Gegenmodell: eine einzelne Goldschmiedin, die selbst entwirft und grösstenteils auch selbst fertigt, mit dem eigenen Namen als Aushängeschild statt einer Filialmarke. Wer im Zuger Finanzplatz arbeitet oder ohnehin dort ist, muss für ein Erstgespräch nicht extra nach Zürich fahren, verzichtet dabei aber auf eine grosse Auswahl an sofort greifbaren, fertigen Ringen zum Anprobieren. Das Modell lohnt sich vor allem für Paare, die etwas wirklich Eigenes wollen und dafür bereit sind, mehrere Wochen statt eines Nachmittags einzuplanen.

Für wen sich das eignet

Am besten passt dieses Atelier zu einem Paar, dem die Herkunft der Materialien wichtig ist, das eigene oder geerbte Goldstücke mitbringen kann oder will, und das sich Zeit für ein persönliches Gespräch statt für ein Schaufenster nimmt. Wer stattdessen innerhalb weniger Tage einen fertigen Ring von der Stange sucht, ist hier an der falschen Adresse, das Format ist der Termin und das gemeinsam entwickelte Design.

Das Fazit

Jewels by Anna Andrén bietet, was an einer Zuger Altstadtgasse selten zu finden ist: eine eigene Goldschmiedin mit offen kommunizierter Materialherkunft und einer klaren Spezialisierung auf das Umarbeiten von Familienschmuck zu neuen Trauringen. Die Firma dahinter ist keine Neugründung, sondern seit 2013 im Handelsregister eingetragen, auch wenn das heutige Atelier an der Zeughausgasse erst seit 2022 besteht. Der einzige echte Wermutstropfen ist die fehlende Preisangabe auf der Seite selbst, wer budgetieren will, kommt um ein erstes Gespräch nicht herum. Für ein Paar, dem Herkunft und Geschichte des eigenen Rings wichtiger sind als eine grosse Auswahl vor Ort, ist das eine der überzeugenderen Adressen in der Region Zug.

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