mojo design

Neugutstrasse 5, Winterthur · dal 2005

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mojo design ist ein Goldschmiede-Atelier in Winterthur, keine Filiale einer grösseren Kette und keine Boutique mit fremder Manufakturlinie im Schaufenster. Gegründet 2005 von Caroline und Bruno Mojonnier, wird der Betrieb bis heute von den beiden geführt, und was verkauft wird, entsteht auch dort: "Alle Schmuckstücke werden bei uns im Atelier in Handarbeit geschmiedet", schreibt das Atelier selbst, und die Werkstatt an der Neugutstrasse 5 (Postleitzahl 8400) ist seit 2009 die feste Adresse, davor sass man an einem anderen Standort in derselben Stadt. 2013 kam ein Anbau dazu, weil der Platz knapp wurde. Für ein Paar, das einen Trauring will und nicht nur eine Rechnung mit einer Manufaktur-Referenznummer, ist das ein anderer Ausgangspunkt als ein Verkaufsraum an bester Lage.

Wer hier am Werktisch steht

Caroline Mojonnier ist diplomierte Goldschmiedemeisterin EFZ und leitet zusammen mit Bruno Mojonnier, diplomiertem Gemmologen FGA und Ingenieur ETH, den Betrieb. Im Team arbeiten daneben mehrere diplomierte Goldschmiedinnen EFZ an Produktion und Verkauf, dazu aktuell zwei Lernende, die ihre vierjährige Lehre zur Goldschmiedin EFZ im Haus absolvieren. mojo design bildet also selber aus, mit einer neuen Lehrstelle alle zwei Jahre, Berufserkundungs-Nachmittagen für Schulklassen und Interessierte etwa alle zwei bis drei Monate und einer Pflicht-Eignungsabklärung vor jeder Bewerbung. Wo genau Caroline und Bruno Mojonnier selbst gelernt haben, verrät die Website nicht, das bleibt offen. Was sie zeigt, ist die andere Hälfte der Frage, die für einen Schweizer Käufer zählt: Es wird hier tatsächlich am eigenen Werktisch gearbeitet, und die nächste Generation Goldschmiede und Goldschmiedinnen wird im selben Atelier ausgebildet statt zugekauft.

Selber schmieden statt nur kaufen

Das eigentliche Alleinstellungsmerkmal ist der Workshop "Eheringe selber schmieden": Ein Paar fertigt seine Trauringe unter Anleitung eines Goldschmieds selbst, in einem Atelier, das laut eigener Angabe für maximal vier Teilnehmende gleichzeitig eingerichtet ist, mit einer Betreuungsperson pro Paar oder Person. Schwierige Schritte wie das Fassen von Steinen oder Gravuren übernimmt das Team danach trotzdem, die Qualitätskontrolle bildet den Abschluss. Nötig ist dafür laut Website keine Vorerfahrung, gerechnet wird mit einem halben bis einem ganzen Tag im Atelier, Termine sind von Dienstag bis Samstag möglich. mojo design nennt sogar den Aufpreis dafür in Franken statt ihn zu verschweigen: Wer seine Ringe im Workshop mitschmiedet statt sie fertigen zu lassen, zahlt 200 bis 400 Franken mehr pro Ring. Das Beispiel auf der Website rechnet es vor: Zwei Ringe, die das Atelier allein anfertigt, kosten 3400 Franken, dieselben Ringe im Workshop mit Unterstützung geschmiedet kosten 3400 plus 400, also 3800 Franken, ohne weitere Zuschläge. Empfohlen wird der Termin zwei bis drei Monate vor dem Wunschdatum, damit für Gravur oder Steinfassung noch Zeit bleibt. Für die Versicherung während des Workshops sind die Teilnehmenden selbst zuständig, das steht so auf der Seite.

Fairtrade-Gold seit 2015

mojo design war nach eigener und von FLOCERT bestätigter Angabe das erste Goldschmiede-Atelier der Schweiz, das für den Ein- und Verkauf von Fairtrade-Gold lizenziert wurde, seit 2015 (FLO-ID 32762), und wirbt zusätzlich mit einer Fairmined-Zertifizierung. Wer sein Altgold bringt, bekommt daraus laut eigener Darstellung neu geschmiedeten Schmuck (Kreislaufwirtschaft statt Neuware), und wo neues Material nötig ist, kommt bevorzugt zertifiziertes Fairtrade-Gold zum Einsatz. Die Zeitachse auf der eigenen Website liest sich wie ein Nachhaltigkeitsprogramm mit Jahreszahlen statt Marketingfloskeln: 2016 kamen faire Diamanten mit bekannter Herkunft aus Australien und Kanada dazu, 2019 faire Saphire und Rubine aus Sri Lanka, 2020 nennt sich das Atelier die erste CO2-neutrale Goldschmiede der Schweiz. Für die Trauring-Beratung heisst das konkret, dass sich Metall und Stein nicht nur nach Optik, sondern auch nach dokumentierter Herkunft wählen lassen, was in der Kategorie mit ihrem verbreiteten 3D-Konfigurator-Ansatz ohnehin Standard sein sollte, hier aber tatsächlich mit einer geprüften Zertifizierung statt nur mit einem Wort auf der Startseite unterlegt ist. Passend dazu betreibt mojo design nach eigener Angabe den ersten 3D-Ehering-Konfigurator der Schweiz für Fairtrade-Gold, bei dem sich Legierung, Ringform und Oberfläche vorab am Bildschirm zusammenstellen lassen, die dort angezeigten Preise seien allerdings ausdrücklich nur indikativ und würden erst mit einer verbindlichen Offerte fixiert.

Was ein Ring kostet

Auf der eigenen Website zeigt mojo design reale Beispielpreise statt einer Einstiegszahl mit Sternchen: ein schlichter Ehering aus Fairtrade-Rotgold kostet 2780 Franken, ein Paar mit Brillanten in Rotgold 9280 Franken. Dazwischen liegen weitere gezeigte Modelle. Das sind Beispiele, keine verbindliche Preisliste für jede Kombination, aber es sind echte, auf der Seite publizierte Zahlen und keine geschätzte Spanne. Weitere Kosten wie Gravur oder eine spätere Grössenänderung nennt die Website nicht mit festen Beträgen, dazu macht das Atelier erst nach einem Beratungsgespräch eine verbindliche Offerte.

Garantie, Lieferzeit und was bei einer Rückgabe zählt

Die allgemeinen Geschäftsbedingungen von mojo design (Stand 26. Mai 2020) nennen eine Gewährleistung von 24 Monaten auf zugesicherte Eigenschaften der Ware, ohne dass individuell angefertigte Stücke davon ausgenommen wären. Anders beim Rückgaberecht: Ein reguläres Produkt darf innert 10 Kalendertagen zurückgeschickt werden, originalverpackt und ungebraucht, individuell für den Kunden angefertigte Produkte sind von diesem Rückgaberecht aber ausdrücklich ausgeschlossen. Für einen selbst mitgeschmiedeten oder nach Mass gefertigten Trauring heisst das: Die 10 Tage Bedenkzeit gelten nicht, die 24 Monate Gewährleistung gegen Mängel schon. Bei der Lieferung schreibt das Atelier eine übliche Frist von 1 bis 3 Tagen, bei längerer Wartezeit werde der Kunde informiert. Eine gesonderte Regelung zur Grössenänderung Jahre nach dem Kauf oder ein Servicepaket dafür veröffentlicht die Website nicht gesondert, wer das braucht, muss vor Ort nachfragen.

Winterthur statt Bahnhofstrasse, und neu auch Schaffhausen

Für den Weg nach Winterthur statt an die Zürcher Bahnhofstrasse spricht schon die Parkplatzfrage: mojo design wirbt mit Parkplätzen direkt vor dem Geschäft, während sich an der Bahnhofstrasse in den kommenden Jahren ohnehin einiges verschiebt (Beyer schliesst Ende 2026, Patek Philippe übernimmt die Hausnummer 31 im Jahr 2027). In Winterthur bleibt die Adresse seit 2009 dieselbe, und die Familie hinter dem Betrieb ist seit der Gründung 2005 identisch geblieben, 2025 feierte das Atelier auf der eigenen Website "20 Jahre mojo design". Im April 2026 kam eine zweite Adresse dazu, wenn auch nicht unter dem Namen mojo design: Am 30. März 2026 wechselte das alteingesessene Atelier von Goldschmiede André Heimgartner in Schaffhausen den Besitzer und wird seither von der Familie Mojonnier als Filiale weitergeführt, neu unter dem Namen Mojonnier Goldschmiede mit eigenem Auftritt auf mojonnier-goldschmiede.ch. Reguläre Öffnungszeiten dort liefen laut der Mitteilung vom 7. April 2026 ab dem 5. Mai 2026. Für Kundschaft aus der Region Schaffhausen ist das ein zweiter Zugang zur selben Werkstattphilosophie, ersetzt aber nicht den Hauptsitz in Winterthur, wo weiterhin produziert wird.

Für wen sich das lohnt

mojo design passt zu einem Paar, dem die Herkunft des Materials genauso wichtig ist wie das fertige Stück, und zu einem Paar, das den Ring nicht nur abholen, sondern an einem Nachmittag im Atelier mitschmieden will. Wer stattdessen online zu Hause vergleichen und konfigurieren möchte, findet mit dem 3D-Ehering-Konfigurator ebenfalls einen Einstieg, muss die dort gezeigten Preise aber als Richtwert und nicht als Endpreis verstehen. Wer nichts anfassen und einfach ein fertiges Stück im Webshop unter shop.mojo-design.ch bestellen will, kann das auch tun. Der einzige echte Vorbehalt: Wer einen Ring individuell schmieden lässt, verzichtet auf das übliche 10-tägige Rückgaberecht, das gilt in dieser Kategorie allerdings so gut wie überall, wo wirklich nach Mass gearbeitet wird, und ist eher eine Eigenschaft von Massanfertigung als ein Mangel dieses einen Betriebs. Für ein Paar aus dem Grossraum Zürich, das lieber in Winterthur als an der Bahnhofstrasse einkauft und dem eine geprüfte Fairtrade-Herkunft mehr sagt als ein bekannter Markenname, ist mojo design eine der wenigen Adressen, an denen sich das mit einem eigenen Zertifikat und einer eigenen Werkstatt belegen lässt.

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