Pérez Goldschmied

Usteristrasse 17, Zürich

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Pérez Goldschmied ist ein kleines, inhabergeführtes Goldschmiede-Atelier an der Usteristrasse 17, beim Löwenplatz, 8001 Zürich, ein paar Gehminuten von der Bahnhofstrasse entfernt, aber mit einer ganz anderen Betriebsform als die grossen Häuser dort. Die Brüder Edwin und Robert Pérez führen den Betrieb seit 2005 in zweiter Generation. Beide sind ausgebildete Goldschmiede und zugleich Inhaber, sodass dieselbe Person, die im Verkaufsgespräch berät, später auch am Werktisch feilt und lötet. Seit wann die Firma selbst besteht oder wie lange sie schon an dieser Adresse sitzt, verrät die Website nicht, nur dass die Brüder das Geschäft seit 2005 als zweite Generation weiterführen. Für ein Zürcher Paar, das zwischen einer Filiale und einem echten Atelier wählt, ist genau dieser Unterschied der entscheidende.

Im Angebot stehen Verlobungsringe, Trauringe, Herrenschmuck, Ohrschmuck, Silberschmuck und Ringe im Allgemeinen, alle nach eigenen Angaben handgefertigt im hauseigenen Atelier statt zugekauft und im Schaufenster nur ausgestellt. Wer sich beraten lassen möchte, kann online einen Beratungstermin anfragen. Das Atelier bestätigt den Wunschtermin danach persönlich, es gibt also keinen Sofortbuchungskalender, sondern eine klassische Terminabsprache per Formular oder Telefon. Beim eigentlichen Entwurf arbeitet das Team mit Skizzen, Modellen und Fotografien bestehender Stücke, um sich Schritt für Schritt an den Wunsch der Kundschaft heranzutasten, statt einfach einen Katalog aufzuschlagen. Wer ein Erbstück besitzt, das nicht mehr getragen wird, kann es umarbeiten lassen: Aus alten Steinen oder altem Gold entsteht dann ein neues Stück mit anderer Wirkung. Wer stattdessen ein neues Schmuckstück in Auftrag gibt, kann eigenes Altgold zum aktuellen Tageskurs als Anzahlung einbringen, eine konkrete, auf der Website festgehaltene Regelung und nicht bloss eine mündliche Zusage.

Die einzelnen Kollektionen sind auf der Website nach Anlass getrennt statt in einem einzigen Ringregal vermischt. Bei den Verlobungsringen liegt der Fokus erwartungsgemäss auf dem Diamanten als Mittelpunkt des Rings, bei den Trauringen auf einer handgeschmiedeten Grundkollektion, die als Ausgangspunkt für ein individuelles Design dient statt als fertiges Endprodukt. Dazu kommen Herrenschmuck als eigene Kategorie, Ohrschmuck von eher klassischen bis zu verspielteren Formen, Silberschmuck als günstigerer Einstieg in handgefertigten Schmuck und eine allgemeine Ringkategorie für alles, was sich keinem der anderen Anlässe zuordnen lässt. Jede dieser Kategorien wird auf der Website mit eigenen Bildergalerien gezeigt statt in einem einzigen Katalog zusammengefasst, was zumindest zeigt, dass das Atelier über die Verlobungs- und Trauringe hinaus tatsächlich mehrere Schmuckgattungen selbst herstellt und nicht nur eine Nische bedient.

Für die Kategorie unabhängiger Goldschmiede in der Zürcher Altstadt, in die dieser Betrieb hier eingeordnet ist, zählen vor allem drei Dinge: eine echte Ausbildung der Personen am Werktisch, eine gewisse Dauer am gleichen Standort und nachweisbare Massanfertigung statt reiner Verkaufsfläche. Bei Pérez sind zwei von drei klar erfüllt, die Ausbildung der Brüder wird zwar erwähnt, aber nicht mit Ort oder Jahr belegt, während die Massanfertigung durch die eigene Werkstatt, die Umarbeitungs- und Altgold-Angebote und die Skizzen-basierte Entwurfsarbeit gut dokumentiert ist. Das ist ein reales Handwerksprofil, kein Schaufenster mit angemieteter Werkbank im Hintergrund.

Recyceltes Gold statt neu geschürftes Erz

Ein Punkt, den das Atelier von sich aus in den Vordergrund stellt, ist der Umgang mit dem Rohmaterial. Verwendet wird Oekogold, gewonnen aus Sekundärrohstoffen, also aus eingeschmolzenem Altschmuck, statt aus neu geschürftem Erz. Nach eigener Beschreibung läuft die Aufbereitung über moderne Abluftanlagen und ohne giftige Chemikalien, das Ergebnis sei ein hochwertiges Rohmaterial ohne Qualitätsverlust gegenüber neu gewonnenem Gold. Edelsteine sollen nach denselben Angaben aus fairen Minen stammen. Eine externe Zertifizierung nennt die Website nicht, es handelt sich um eine Selbstauskunft des Betriebs. Verglichen mit vielen Konkurrenten, die zu Herkunft und Recycling gar nichts sagen, ist das immerhin eine klare Haltung statt eines vagen Nachhaltigkeits-Claims.

Der Betrieb hat drei feste Gesichter. Edwin Pérez zeichnet laut eigener Beschreibung für den kreativen Entwurf verantwortlich, mit Inspirationen aus der Natur und, wie die Website betont, jahrelanger Erfahrung. Sein Bruder Robert kümmert sich vor allem um Reparaturen, Umarbeitungen und anspruchsvolle Anfertigungen und behält dabei den Überblick über den gesamten Betrieb. Corinne Pérez ist für Organisation, Schaufensterdekoration und Marketing zuständig. Diese Aufteilung liest sich weniger nach Marketingtext als nach einer tatsächlichen Rollenverteilung in einem Familienbetrieb dieser Grösse, was bei drei Personen auch naheliegt.

Öffnungszeiten, Kontakt und Preise

Geöffnet ist Dienstag bis Freitag von 10:00 bis 18:30 Uhr und Samstag von 10:00 bis 17:00 Uhr, montags bleibt das Atelier geschlossen. Für ein Team dieser Grösse ist das eine plausible Regelung und in Zürcher Handwerksbetrieben dieser Kategorie nicht ungewöhnlich. Erreichbar ist das Geschäft telefonisch unter 044 241 25 24 oder per E-Mail über das Kontaktformular auf der Website. Wer mit dem Auto kommt, findet im Parkhaus Globus, eine Gehminute entfernt, einen Platz.

Zu Preisen äussert sich die Website nirgends, weder für eine Anfertigung noch für eine Umarbeitung oder Reparatur. Für ein Atelier mit Massanfertigung als Kerngeschäft ist das normal: Der Preis hängt vom Material, vom Stein und vom Aufwand ab und wird im Gespräch festgelegt, nicht im Katalog. Ebenso wenig nennt die Website eine Gewährleistungsfrist oder feste Lieferzeiten für eine Anfertigung, wer das wissen will, muss im Beratungsgespräch danach fragen. Auch zur Frage, wo die beiden Brüder ihre Lehre absolviert haben oder wie lange sie im Beruf stehen, macht die Website keine Angabe, nur dass "jahrelange Erfahrung" in die Arbeit einfliesst. Das ist keine Besonderheit dieses einen Betriebs, sondern die übliche Praxis bei individueller Anfertigung, aber wer als Zürcher Paar genau das prüfen möchte, sollte es vor dem ersten Termin einplanen und direkt nachfragen.

Im Vergleich und für wen es sich lohnt

Im Vergleich zu den grossen Häusern ein paar hundert Meter weiter an der Bahnhofstrasse tritt Pérez Goldschmied bewusst kleiner auf: keine internationale Kollektion von der Stange, sondern ein Betrieb, der jedes Stück im eigenen Atelier entwirft und fertigt. Wer einen fixfertigen Markenring innerhalb weniger Minuten kaufen möchte, ist hier am falschen Ort. Wer sich Zeit für ein Gespräch nimmt und ein Stück will, das es in dieser Form noch nicht gibt, findet hier ein Angebot, das genau darauf ausgelegt ist.

Am meisten profitieren Paare, die entweder ein komplett neues Design wünschen, ein Familienstück umarbeiten lassen wollen oder Wert auf recyceltes statt neu geschürftes Gold legen. Wer dagegen eine grosse Auswahl an sofort verfügbaren, unterschiedlichen Ringgrössen im Laden anprobieren möchte, findet bei einem grösseren Fachgeschäft eine breitere Regalauswahl. Bei Pérez entsteht das Stück grösstenteils erst im Gespräch, was mehr Zeit braucht, dafür aber ein Ergebnis liefert, das auf das jeweilige Paar zugeschnitten ist statt auf eine ganze Kollektion.

Als Fazit bleibt ein glaubwürdiger, klein gehaltener Familienbetrieb mit einer klaren Haltung zu Material und Herkunft, geführt von Leuten, die die Website selbst als Goldschmiede und nicht nur als Verkäufer ausweist. Die offenen Fragen, zu Lehre, Preis und Garantie, sind eher fehlende Angaben auf der Website als ein Zeichen mangelnder Qualität, und ein kurzer Anruf unter der oben genannten Nummer dürfte die meisten davon in wenigen Minuten klären.

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