Philippe Meier Goldschmied

Uster (seit 2006 selbständig) · seit 2006

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Wer im Zürcher Oberland nach einem Goldschmied sucht, der Schmuck nicht verkauft, sondern baut, landet früher oder später bei Philippe Meier in Uster. Sein Atelier trägt seinen eigenen Namen, sitzt an der Sulzbacherstrasse 1 in 8610 Uster und beschreibt sich selbst mit dem Satz, Schmuck sei so einmalig wie die Person, die ihn trägt. Das ist keine leere Werbezeile: Die ganze Website spricht durchgehend von Einzelstücken, nie von einer Kollektion zum Anprobieren. Seit 2006 fertigt Meier in seinem eigenen Atelier massgeschneiderten Unikat-Schmuck, entwickelt und produziert von einer einzigen Person, nicht von einem Team mit Verkaufsfläche.

Der Weg dorthin begann nicht in Uster. 1991 startete Philippe Meier eine 3-jährige Ausbildung bei der Firma Christoph Trudel an der Zürcher Bahnhofstrasse, mitten im traditionsreichsten Goldschmiede- und Uhrenviertel der Schweiz. Nach eigener Aussage sammelte er in den Jahren danach weiteres Fachwissen in Herstellung, Bearbeitung und Reparatur von Schmuck, mit dem Schwerpunkt auf Präzision und Detailtreue. Erst 2006 machte er sich mit einem eigenen Atelier selbständig, und zwar nicht an der Bahnhofstrasse, wo er gelernt hatte, sondern im Zürcher Oberland. Auf der eigenen Seite beschreibt er sich als seit über 20 Jahren im Goldschmiedehandwerk tätig, was zu den beiden Eckdaten passt: eine Ausbildung, die 1991 begann, und eine eigene Werkstatt, die es seit 2006 gibt.

In der Produktion arbeitet Meier mit Gelbgold, Weissgold, Rotgold, Palladium, Platin und Silber und fasst Edelsteine wie Saphir, Rubin und Diamanten in eigens dafür gearbeitete Fassungen. Konkrete Feingehalte nennt die Website nur für einen Teil dieser Metalle: Gelbgold 750, Weissgold 750 und Silber 925. Für Rotgold, Platin und Palladium bleibt der Feingehalt unerwähnt, was für ein Ein-Personen-Atelier nicht ungewöhnlich ist, aber im direkten Gespräch nachgefragt werden sollte, wenn eine bestimmte Legierung wichtig ist. Bearbeitet werden die Stücke mit einem Puk-Laser-Schweisser, durch Granulieren, Emaillieren, Montieren, von Hand ausgeführte Gravuren, Initialien und individuell angefertigte Fassungen. Ein Puk-Schweissgerät setzt punktgenaue, kurze Schweisspunkte statt das ganze Stück in der Flamme zu erhitzen, eine Technik, die sich in der Branche besonders dort bewährt, wo ein bereits gefasster Stein die Hitze einer klassischen Lötstelle nicht verträgt. Jedes fertige Stück, so die Website, unterliegt höchsten Qualitätsansprüchen und erhält einen Qualitätsstempel, produziert mit externen und regionalen Zulieferern aus der Schweiz.

Ein Punkt verdient offene Worte, gerade für Paare, die gezielt einen Verlobungs- oder Trauring suchen: Auf der gesamten Website taucht das Wort Ring an keiner einzigen Stelle auf, weder Verlobungsring noch Trauring noch Eheringe. Die Seite spricht ausschliesslich allgemein von Schmuckstücken, vom Schmuckhandwerk und von individuell gestalteten Kreationen. Dass ein Goldschmied mit eigener Werkbank, der Edelmetalle bearbeitet und Edelsteine fasst, grundsätzlich auch Ringe fertigen kann, ist im Handwerk die Regel und nicht die Ausnahme. Bestätigt wird es auf der eigenen Seite aber nicht, und genau das sollte man vor einem Termin klären, statt es vorauszusetzen.

Lage und Erreichbarkeit in Uster

Uster liegt rund 13 Kilometer östlich von Zürich am Greifensee und ist mit gut 36'563 Einwohnerinnen und Einwohnern die drittgrösste Stadt im Kanton Zürich, nach der Stadt Zürich selbst und Winterthur. Zusammen mit Wetzikon bildet Uster das eigentliche Zentrum des Zürcher Oberlands, mit eigenem Bahnhof und einer S-Bahn-Anbindung, die den Hauptbahnhof Zürich in rund 14 Minuten erreichbar macht. Die Region hat eine eigene industrielle Geschichte, die für den heutigen Handwerksbetrieb den Hintergrund liefert: Um 1800 arbeitete rund die Hälfte der Bevölkerung in der Baumwollindustrie, und 1832 kam es beim sogenannten Usterbrand zur bekanntesten Fabrikzerstörung der Schweizer Industriegeschichte, als aufgebrachte Handweber eine mechanisierte Spinnerei in Brand setzten. Wer heute nach Uster fährt, findet davon nichts mehr im Stadtbild, aber die Gegend hat seit jeher eine Tradition darin, dass hier gearbeitet und produziert wird, nicht nur verkauft.

Das Atelier selbst öffnet nur an drei Tagen: Dienstag und Donnerstag jeweils von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 20 Uhr, Samstag von 9 bis 16 Uhr. Montag, Mittwoch und Freitag nennt die Website nicht, was bei einem Ein-Personen-Betrieb naheliegt, aber für spontane Vorbeigänger wenig Spielraum lässt. Kontakt läuft über eine auf der Startseite angegebene Telefonnummer und eine E-Mail-Adresse, beide direkt neben Adresse und Öffnungszeiten aufgeführt. Ein Anruf vor der Anfahrt lohnt sich, allein schon wegen der schmalen Öffnungsfenster am Abend.

Handwerk statt Schaufenster

Wer eine Auswahl an fertigen Ringen sehen will, bevor er sich entscheidet, findet bei Philippe Meier nichts dergleichen, und die Website macht daraus auch kein Geheimnis. Es gibt keine Produktgalerie, keinen Konfigurator und keine Preisliste. Was es gibt, ist die Beschreibung eines Handwerks: Metalle, Techniken, ein Qualitätsversprechen, eine Adresse und Öffnungszeiten. Wer sich für ein Stück interessiert, muss den Weg über ein persönliches Gespräch gehen, entweder telefonisch oder direkt im Atelier während der drei offenen Tage. Zu Preisen, Anzahlungen, Lieferfristen oder Garantiebedingungen sagt die Website nichts, weder im Fliesstext noch im Impressum. Das ist ein deutlicher Unterschied zu den grossen Häusern an der Bahnhofstrasse, wo Meier selbst gelernt hat: Dort kann man durch mehrere Etagen mit fertigen Kollektionen gehen, hier bespricht man von der ersten Minute an ein Einzelstück, das noch gar nicht existiert.

Für wen sich der Weg nach Uster lohnt

Der Betrieb passt zu Paaren aus dem Zürcher Oberland und der weiteren Region, die sich bewusst gegen ein Modell aus dem Schaufenster entscheiden und stattdessen ein Stück wollen, das mit dem Goldschmied selbst besprochen und von ihm allein gefertigt wird. Er passt auch zu allen, die eine langfristige Beziehung zu einer Werkstatt suchen, etwa für eine spätere Anpassung oder Reparatur des Schmuckstücks: Ein Atelier, das seit 2006 an derselben Adresse arbeitet und von derselben Person geführt wird, kennt sein eigenes Stück auch Jahre später wieder. Weniger geeignet ist das Angebot für Paare, die kurzfristig, ohne Termin und mit einem festen Budgetrahmen entscheiden wollen: Ohne veröffentlichte Preise und mit nur drei offenen Tagen pro Woche braucht ein Besuch hier etwas mehr Vorlauf als ein Spaziergang durch die Bahnhofstrasse.

Fazit

Philippe Meier Goldschmied ist ein kleiner, klar umrissener Handwerksbetrieb: ein Goldschmied, eine Werkbank, eine Ausbildung, die 1991 an der Zürcher Bahnhofstrasse begann, und ein eigenes Atelier in Uster seit 2006. Die Materialangaben (Gelbgold 750, Weissgold 750, Silber 925) und die Liste der Techniken belegen echtes Fachwissen, keine Marketingfloskel. Die grösste Lücke ist nicht das Handwerk, sondern die Website selbst: Sie erwähnt Ringe nirgends ausdrücklich, und zu Preisen oder Lieferzeiten steht dort nichts. Wer bereit ist, diese Fragen im persönlichen Gespräch zu klären statt sie online nachzulesen, bekommt einen Ansprechpartner mit langer Praxis und einer Werkstatt mitten im Zürcher Oberland, nicht an der teuren Bahnhofstrasse.

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