Goldschmied Krähenmann

Am Bach 7, Küsnacht ZH (Goldküste) · seit 1976

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Christoph Krähenmann führt sein Goldschmiedeatelier an der Adresse Am Bach 7 in Küsnacht, ein paar Gehminuten vom See entfernt und weit weg vom Trubel der Bahnhofstrasse. Wer sich für einen Verlobungsring entscheidet und dabei nicht extra in die Stadt fahren will, findet hier eine Werkstatt, in der eine einzige Person entwirft, sägt, lötet und poliert, und in der das Ladenlokal gleichzeitig als kleine Galerie dient.

Von der Lehre in Küsnacht über Kalifornien zurück an den See

Krähenmann beschreibt seinen Werdegang selbst auf der Seite: Er wurde in Zürich geboren und wuchs im Sudan und am Zürichsee auf. Seine vierjährige Goldschmiedelehre absolvierte er in Küsnacht und schloss sie 1980 mit dem eidgenössischen Diplom ab, die Ausbildung begann also 1976, das Jahr, das die Startseite mit "Herstellung von edlem Schmuck seit 1976" nennt. Danach zog es ihn nach Südkalifornien: Er arbeitete als Designer und Werkstattchef bei Bosshard/JFA Designs in Costa Mesa und bei Silverhorn in Santa Barbara, bevor er 1993 sein eigenes Atelier in Santa Barbara gründete. Eigene Stücke aus dieser Zeit wurden nach Angaben der Seite auch in Museen gezeigt, genannt wird das Bowers Museum in Santa Ana. Erst im Herbst 2010 kehrte er nach Küsnacht zurück und übernahm dort das Atelier seines eigenen Lehrmeisters. Der Presse-Rückblick auf der Seite selbst datiert das genauer: Ein Beitrag im Branchenblatt "GOLD' OR" von Dezember 2010 trägt den Titel "Christoph Krähenmann übernimmt Atelier Bürlimann". Wer also "seit 1976" liest, sollte es als Berufsjahre verstehen und nicht als eine Werkstatt, die seit damals ununterbrochen an derselben Küsnachter Adresse läuft: Dazwischen liegen die Jahre in Costa Mesa und Santa Barbara, bis zur Rückkehr 2010.

Einzelstücke nach eigenem Entwurf

Auf der Seite zeigt Krähenmann Ringe, Broschen, Anhänger, Ohrringe, Armbänder und Manschettenknöpfe, von Eheringen bis zu figürlichen Stücken wie einer Feigenblatt-Brosche oder einem Schmetterlings-Anhänger. Verarbeitet werden Gelbgold, Rotgold und Weissgold ebenso wie Platin und Silber, dazu Diamanten, Saphire, Rubine, Aquamarine und Perlen. Der eigene Anspruch ist klar formuliert: "Sämtliche Schmuckstücke sind Einzelstücke und entstehen nach individuellem Design." Einen eigenen Menüpunkt für Verlobungsringe führt die Seite nicht, das Angebot ist stattdessen offen gehalten, samt der direkten Einladung "Möchten Sie auch ein handgefertigtes Schmuckstück oder Accessoire? Machen Sie einen Termin mit mir." Für ein Paar, das einen Ring nach eigenen Vorstellungen bauen lassen will statt eines von der Stange, ist das genau das richtige Gesprächsformat, auch wenn das Wort Verlobungsring auf den hier besichtigten Seiten nicht auftaucht.

Recyclinggold und ein Ladenlokal, das auch Galerie ist

Krähenmann nennt sich "zertifiziertes Mitglied der GYR Edelmetalle AG" und verarbeitet Recycling-Gold, das er unter dem Namen Oekogold führt, mit der eigenen Begründung, damit Kundschaft und Umwelt gleichermassen zu schonen. Das Ladenlokal ist daneben auch ein Ausstellungsraum. Die Seite listet unter anderem Fotografien von Reto Caduff, Skulpturen von Peter Aerne und Bilder der "Artiste Architecte" Esther V. Rausch-Frey, die unter dem Titel "Ombres Blanches d'Architectures, de Plantes et de Fruits" zeigte. Die Startseite führt Rausch-Frey weiterhin als aktuelle Ausstellung, die dazu im Archiv dokumentierten Beiträge stammen allerdings von 2017. Das ist ein Hinweis darauf, dass die Webseite an mancher Stelle seit einigen Jahren nicht mehr nachgeführt wurde, auch wenn die Galerie-Idee als solche glaubwürdig bleibt.

Das Schaufenster als eigene Bühne

Für Krähenmann ist das Schaufenster nicht nur Auslage, sondern eine eigene kleine Bühne, wie die im Presse-Archiv gesammelten Beiträge zeigen. Als die Strasse vor dem Laden aufgerissen wurde, machte er aus der Baustelle ein Thema fürs Schaufenster: "Baustelle im Schaufenster" titelte die "Zürichsee-Zeitung" im April 2014, "Goldrausch an der Goldküste" der "Küsnachter" im selben Monat, und selbst das amerikanische Fachmagazin "The Centurion" griff die Geschichte im April 2014 unter dem Titel "How One Jeweler Turned A Construction Nightmare" auf. Im April 2017 waren es Schulkinder aus Itschnach, die mit selbst bemalten Ostereiern das Fenster gestalteten, dokumentiert in der "Zürichsee-Zeitung" vom 9. April 2017 unter "Ei, ei, ei, handgemachte Ostereier von Schulkindern aus Itschnach" und im "Küsnachter" desselben Monats unter "Junge Künstler sorgen für farbiges Oster-Feuerwerk im Schaufenster von Christoph Krähenmann". Es sind kleine Geschichten, aber sie zeigen ein Geschäft, das sich als Teil des Dorflebens versteht und nicht nur als Verkaufsstelle.

Presse über zwei Kontinente

Das im Presse-Bereich der eigenen Seite dokumentierte Medienecho beginnt mit einem Artikel im amerikanischen "In Sync Jewelry Designer" im Oktober/November 1999 und reicht über Fachtitel wie "AJM" (April 2001), "Lapidary Journal" (Juni 2003) und "GEMS & GEMOLOGY" (Frühling 2006) bis zur Küsnachter und Zürichsee-Regionalpresse nach der Rückkehr. "Küsnachter", "Zürichsee-Zeitung", "Seesicht" und die "Dorfpost" des Küsnachter Gewerbeverbands berichteten wiederholt, der jüngste dort gelistete Beitrag stammt vom Dezember 2018. Das Muster passt zur Biografie: internationale Fachpresse während der Jahre in Kalifornien, Lokalpresse nach dem Umzug an den Zürichsee.

Erreichbarkeit

Das Atelier liegt an der Adresse Am Bach 7, 8700 Küsnacht, mit der Telefonnummer +41 44 910 86 67 direkt bei Christoph Krähenmann selbst, keine Zentrale, keine Warteschlaufe. Die auf der Seite publizierten Öffnungszeiten sind Dienstag bis Freitag 10:00 bis 12:00 Uhr und 14:00 bis 18:30 Uhr sowie Samstag 10:00 bis 16:00 Uhr. Preise nennt die Seite nirgends, wer wissen will, was ein bestimmter Entwurf kostet, muss den Termin tatsächlich buchen.

Wie er sich einordnet

Verglichen mit den grossen Namen an der Bahnhofstrasse ist das hier fast das Gegenmodell: keine Ladenzeile mit aneinandergereihten Auslagen und keine Verkaufsfläche, die vom Werktisch getrennt ist, sondern eine einzige Fachperson, die am Bach in Küsnacht selbst entwirft und fertigt, mit dem eigenen Schaufenster als einzigem, dafür persönlich bespieltem Auftritt nach aussen. Für ein Paar, das an der Goldküste wohnt, in Zollikon, Erlenbach oder Küsnacht selbst, spart das den Weg in die Stadt. Wer sich zusätzlich für Recyclinggold mit einer nachvollziehbaren Zertifizierung interessiert, bekommt hier eine klare Aussage dazu, während das bei vielen städtischen Ateliers offenbleibt.

Für wen sich das lohnt

Am besten passt dieses Atelier zu einem Paar, das ohnehin am östlichen Seeufer lebt oder dort hinzieht, das lieber mit der Person spricht, die den Ring am Ende auch selbst baut, und das sich nicht an starren Kollektionen orientieren will. Wer eine grosse Auswahl an fertigen Verlobungsringen zum Anprobieren sucht, ist hier an der falschen Adresse, das Format ist der Termin und das Gespräch über einen eigenen Entwurf. Wer das sucht, findet in Krähenmann eine sorgfältig geführte, unabhängige Adresse mit einer ungewöhnlich gut dokumentierten eigenen Geschichte, kleine Unschärfen bei der Aktualität der Webseite eingerechnet.

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