Goldschmiede Andreas Merli

Forchstrasse 149, Egg bei Zürich · seit 2017

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Andreas Merli führt seine Goldschmiede in Egg im Zürcher Oberland allein, an der Forchstrasse 149, keine Filiale, kein Verkaufsteam, nur er an der eigenen Werkbank. Wer sich für einen Verlobungsring oder Trauring aus einem echten Atelier statt aus einer Vitrinenreihe interessiert, findet hier eine der wenigen Adressen der Region, die gleichzeitig zwei bekannte Marken führt und selbst von Grund auf fertigt, repariert und umarbeitet.

Was er führt

Neben eigenen Anfertigungen führt Merli Trauringe und Verlobungsringe von Furrer-Jacot sowie Schmuck von Pedro Hunziker. Zur Furrer-Jacot-Kollektion schreibt er auf seiner Seite, die Kunsthandwerker der Marke fassten darin ein Versprechen für die Ewigkeit, jedes einzelne Stück ein Unikat höchster Perfektion, Ausdruck einer Verbindung und einer Geschichte, und verlinkt für Details auf furrer-jacot.com. Beim Pedro-Hunziker-Schmuck geht seine eigene Seite weiter: Die handgefertigten Einzelstücke seien im Zürcher Oberland exklusiv bei ihm erhältlich, so die Formulierung dort wörtlich. Zu sehen sind unter anderem ein Cocktailring aus Rotgold 750 mit Tahitiperle, ein Damenring aus Roségold 750 mit Turmalin, ein Trauring aus Weissgold 750 kombiniert mit Carbon und ein Anhänger aus Weissgold 750 mit einer Tahitiperle und Brillanten. Gold in der Legierung 750 zieht sich durch praktisch das ganze gezeigte Sortiment, dazwischen tauchen auch geschwärzter und brünierter Stahl sowie, laut der allgemeinen Schmuckseite, Silber, Carbon und Hybridkeramik als Materialien auf. Die Rubriken auf der Seite sind Ringe, Halsschmuck, Ohrschmuck, Armschmuck, dazu die beiden Marken-Unterseiten für Furrer-Jacot und Pedro Hunziker, unter dem Motto Ihr Schmuck, Ihr Stil. Auf der Halsschmuck-Seite finden sich als Beispiele ein Perlanhänger aus Weissgold 750 mit Tahitiperle und Brillanten sowie ein zweiter Anhänger mit Tansanit, ebenfalls in Weissgold 750, dazu ein Anhänger an einer Schlangenkette. Damit zeigt sich, dass die Perlen- und Farbsteinstücke keine Einzelfälle sind, sondern sich als kleine, wiederkehrende Linie durch mehrere Kategorien ziehen.

Woher die Erfahrung kommt

Merli beschreibt seinen Werdegang auf der eigenen Seite knapp, aber mit konkreten Namen: Nach gut 15 Jahren Berufserfahrung als Goldschmied führt er seit 2017 sein eigenes Geschäft in Egg. Die Stationen davor nennt er selbst: Furrer-Jacot in Schaffhausen, wo er also den Trauringhersteller, den er heute im eigenen Laden verkauft, schon von der Werkbank her kennt, dazu Obsession in Wetzikon und Les Millionaires in Zürich. Eine formale Lehre erwähnt seine Website nirgends, auch keine Jahreszahlen zu den einzelnen Stationen, nur die Summe von 15 Jahren vor der Selbstständigkeit. Das ist eine Lücke, die man vor einem Termin offen ansprechen kann, wenn einem die Ausbildung wichtig ist, denn die Seite beantwortet die Frage nicht von sich aus. Deutlicher wird Merli beim eigenen Anspruch: Neue Technologien wie das Laserschweissen von Edelmetallen interessierten ihn ausdrücklich ebenso wie Materialien wie Carbon und Hybridkeramik, daneben bleibe ihm das traditionelle Handwerk wichtig, und beides sinnvoll zu verbinden nennt er selbst die Herausforderung seiner Zeit.

Wie das Atelier läuft

Geöffnet hat er Dienstag bis Freitag von 9.00 bis 12.00 Uhr und von 13.00 bis 18.30 Uhr, samstags von 9.00 bis 16.00 Uhr, ausserhalb dieser Zeiten nur nach Absprache. Termine vereinbart man telefonisch, ein Onlineshop mit Warenkorb existiert nicht, was für ein Atelier dieser Grösse eher die Regel als die Ausnahme ist. Die Serviceseite zählt konkret auf, was neben Neuanfertigungen sonst noch möglich ist: Reparaturen, Aufpolieren, Ringgrössenänderungen, das Ersetzen verlorener Edelsteine und die Umarbeitung älterer, nicht mehr getragener Stücke. Auf der Ringe-Seite beschreibt Merli sein eigenes Vorgehen so, dass er im Atelier eigene Schmuckideen umsetze und Stücke nach Kundenwunsch anfertige, alles entstehe noch in sorgfältiger Handarbeit, und er berate auch persönlich beim Kauf von Colliers, Ringen und Ohrschmuck. Auf der Startseite trägt die Seite noch einen Hinweis aus einer früheren, ausdrücklich als aktuelle Situation bezeichneten Phase, wonach jeweils nur eine Partei gleichzeitig empfangen werden könne und eine Terminvereinbarung Wartezeiten vermeide. Ob dieser Satz nur ein Überbleibsel einer älteren Version der Seite ist oder weiterhin so gilt, lässt sich von aussen nicht sagen, ein Anruf vor dem Besuch schadet aber ohnehin nicht.

Was die Seite nicht sagt

Weder für die eigenen Anfertigungen noch für die Furrer-Jacot- oder Pedro-Hunziker-Stücke veröffentlicht die Seite Preise, Anzahlungen oder Lieferfristen, und auch eine Gewährleistung wird nirgends beziffert. Wer einen Verlobungsring bestellen will, bekommt ein Angebot erst im persönlichen Gespräch, nicht vorab online. Bei einem Ein-Personen-Betrieb ohne Preisliste auf der eigenen Website ist das normal, wer aber vorab budgetieren möchte, kommt um einen Anruf nicht herum.

Der Unterschied zur Bahnhofstrasse

Wer für einen Ring sowieso ins Zürcher Oberland fährt statt in die Stadt, sucht meist etwas anderes als ein Schaufenster an bester Lage: ein Gespräch mit der Person, die den Ring am Ende selbst in der Hand hat. Genau das bietet Merli, mit Terminvereinbarung statt Laufkundschaft und einer Werkstatt, die auch Reparaturen und spätere Grössenänderungen selbst übernimmt, statt sie einzuschicken. Dafür fehlt ihm die Auswahl, die ein grosses Haus an der Bahnhofstrasse allein durch die verfügbare Fläche bietet. Eine englische Version der Seite gibt es nicht, wer auf Englisch bedient werden möchte oder zuerst eine grosse Auswahl im Laden vergleichen will, ist an der Forchstrasse in Egg an der falschen Adresse.

Für wen sich der Weg lohnt

Für ein Paar aus dem Zürcher Oberland oder von der Goldküste, das sowieso nicht extra in die Stadt fahren will, ist die Adresse naheliegend, gerade weil Merli mit Furrer-Jacot einen der bekannteren Schweizer Trauringhersteller im Sortiment führt, ohne dass man dafür in ein Fachgeschäft an der Bahnhofstrasse müsste, und mit Pedro Hunziker nach eigener Aussage ein Stück findet, das es in der Region sonst nirgends zu kaufen gibt. Auch wer ein älteres Familienstück umarbeiten statt neu kaufen will, ist bei einem Betrieb, der genau das ausdrücklich als Leistung nennt, richtig aufgehoben. Wer dagegen zuerst mehrere Ringe nebeneinander anprobieren möchte, bevor er sich entscheidet, findet diese Auswahl auf der eigenen Seite nicht abgebildet und sollte das Gespräch vor Ort suchen. Wer schliesslich Wert auf einen festen Ansprechpartner über Jahre legt, etwa für eine spätere Ringgrössenänderung nach der Hochzeit, profitiert davon, dass genau diese Leistung schon auf der Serviceseite als eigener Punkt aufgeführt ist und nicht erst im Gespräch verhandelt werden muss.

Fazit

Ein kleines, aber inhaltlich klares Angebot: ein Goldschmied mit 15 Jahren Erfahrung vor der eigenen Ladeneröffnung 2017, der mit Furrer-Jacot und Pedro Hunziker zwei bekannte Namen führt und daneben selbst fertigt, repariert und umarbeitet. Der einzige wirkliche Wermutstropfen ist die fehlende Preistransparenz auf der Website und die knappe Auskunft zur eigenen Ausbildung, sonst überzeugt das Profil vor allem durch das, was es konkret sagt, nicht durch das, was es bloss suggeriert.

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