Stephanie Bohm Antiken Schmuck & Silber
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Stephanie Bohm Antiken Schmuck & Silber ist kein Zürcher Geschäft, sondern ein deutscher Online-Antiquitätenhandel mit Sitz in Göttingen. Für diese Liste zählt das trotzdem, denn wer einen Verlobungsring mit echter Vorgeschichte sucht statt eines Neuanfertigung ab Stange, landet bei einer solchen Adresse fast zwangsläufig, sobald das Zürcher Angebot an Art-déco- und Jugendstilringen ausgeschöpft ist. Das Sortiment reicht von Biedermeierschmuck über Jugendstil und Art déco bis zu Retrostücken der 1940er und 1950er Jahre, dazu ein zweites, ebenso grosses Sortiment an antikem Tafelsilber. Bestellt wird online, geliefert wird weltweit, und genau darin liegt für Schweizer Kundschaft sowohl der Reiz als auch die Formalität, die man einplanen muss.
Woher das Geschäft kommt
Gegründet hat Stephanie Bohm ihr eigenes Geschäft im Jahr 2002. Ihre ersten Erfahrungen im Antiquitätenhandel sammelte sie allerdings deutlich früher, in der elterlichen Kunsthandlung S. Bohm Antiquitäten in Göttingen, die es nach eigenen Angaben bereits seit 1947 gibt. Beruflich beschreibt sie sich als Kunsthistorikerin, ausgebildete Gemmologin und Diamantgutachterin mit einer Prüfung der IHK, und gibt an, seit über 30 Jahren im Kunsthandel tätig zu sein, was angesichts der Familiengeschichte plausibel ist: Wer in einem Antiquitätengeschäft aufwächst, das seit Jahrzehnten läuft, bringt vor der eigenen Ladeneröffnung schon Berufsjahre mit. Als Mitgliedschaft nennt die Seite die Honourable Society of Jewellery Historians, eine britische Fachgesellschaft für Schmuckhistoriker. Der Laden selbst befindet sich an der Barfüsserstrasse 12 in der historischen Altstadt von Göttingen, in einem der dortigen Renaissancehäuser, was zumindest erklärt, warum ein spezialisierter Antikschmuckhandel überhaupt an diesem Ort und nicht in einer der grossen Handelsstädte sitzt.
Zur Ehrlichkeit gehört, dass die Website selbst nicht ganz einheitlich ist, was die Jahre angeht: Auf der Startseite ist von einer über 40-jährigen Expertise die Rede, auf der Über-uns-Seite von 20 Jahren, und daneben eben von den über 30 Jahren, die Stephanie Bohm persönlich nennt. Diese drei Zahlen passen nicht restlos zusammen, und da sich keine davon eindeutig auf ein festes Datum zurückführen lässt, verzichtet dieser Text bewusst darauf, eine davon als die richtige auszugeben. Was sich klar belegen lässt, sind die Eckdaten: 1947 für die elterliche Kunsthandlung, 2002 für die eigene Gründung.
Was im Sortiment steht
Die Kategorie Antikschmuck ist nach Schmuckart gegliedert: Verlobungsringe, Armbänder, Broschen, Ketten, Colliers und Anhänger, Perlenschmuck, Ohrringe, Ringe sowie Manschettenknöpfe, Uhren und Herrenschmuck. Für ein Ranking mit dem Schwerpunkt Vintage- und Secondhand-Ringe ist besonders die Ringauswahl relevant, und die reicht deutlich über das übliche Solitär-Einerlei hinaus. Ein Beispiel ist ein antiker Perl-Diamant-Ring mit 0.46 ct Diamanten in 14K Gold und Platin aus der Zeit um 1900 für 1.450,00 Euro, ein anderer ein Art-déco-Ring mit einem lupenreinen 0.48 ct Brillanten in 14K Gold, ein Vintage-Bandring von 1988, für 1.950,00 Euro. Weiter oben im Preis liegt ein Art-déco-Saphir-Diamant-Ring mit 1.0 ct Altschliffdiamanten in 18K Gold um 1920 für 2.980,00 Euro. Dazwischen finden sich auch günstigere Einstiege, etwa ein Art-déco-Platinring mit blauem Zirkon um 1925 für 1.650,00 Euro. Jede Beschreibung nennt Material, Goldgehalt (meist 14K oder 18K), geschätzte Entstehungszeit und, wo vorhanden, das Karatgewicht der Steine, was für eine Kaufentscheidung aus der Distanz die minimale Grundlage ist.
Neben den Ringen gibt es Halsschmuck wie ein Biedermeier-Granatcollier aus Böhmen um 1840/60 für 1.450,00 Euro oder ein 4-reihiges Akoya-Perlencollier mit antiker 18K-Gold-Kamee um 1870 für 4.500,00 Euro, dazu Broschen, Ohrringe und Krawattennadeln aus Jugendstil und Art déco. Das zweite grosse Standbein ist Tafelsilber: englisches Sterlingsilber, Kerzenleuchter, Kannen, Bestecke und Schalen, etwa eine George-III-Silberschale mit Widderkopfgriffen aus London von 1800 für 1.900,00 Euro oder ein 5-armiger Kandelaber aus 800er Silber, Hanau um 1960, für 1.980,00 Euro. Wer nicht direkt kaufen, sondern verkaufen will, findet auf der Seite auch einen Ankauf: Stephanie Bohm kauft alten Goldschmuck, Stücke mit Diamanten und Farbsteinen, Luxusuhren, antikes Echtsilber und Gemälde bekannter Maler an, bewertet dabei laut eigener Aussage auch den kunsthandwerklichen Wert über den reinen Materialpreis hinaus, und übernimmt gegen Zeitaufwand auch Gutachten und Bewertungen für Nachlässe und Erbteilungen. Das ist genau die Art von Geschäftsmodell, aus dem ein Teil des Verkaufssortiments überhaupt erst stammt: Stücke aus Nachlässen, die einzeln neu bewertet und weiterverkauft werden, statt aus einer Fabrik zu kommen.
Bestellen, Versand und Zoll aus der Schweiz
Für Schweizer Kundschaft ist der wichtigste Punkt der Versand. Stephanie Bohm liefert nach eigener Aussage weltweit und übernimmt dabei die Versandkosten, verschickt je nach Versicherungswert des Stücks als DHL-Paket oder als DHL ValuePack. Innerhalb Deutschlands nennt die Seite eine Zustellung in der Regel innert 1-2 Werktagen nach Zahlungseingang, bei Sendungen ins Nicht-EU-Ausland bittet sie um eine Bearbeitungszeit von 3-5 Werktagen. Die Schweiz fällt unter diese zweite Kategorie, und dort steht ausdrücklich, dass bei Lieferungen ins Nicht-EU-Ausland zusätzliche Zölle, Steuern oder Gebühren anfallen können, die aber nicht an die Verkäuferin, sondern an die zuständige Zoll- oder Steuerbehörde am Bestimmungsort zu zahlen sind. Für die Praxis heisst das: Der ausgewiesene Ringpreis ist der deutsche Verkaufspreis, und wer ihn in die Schweiz bestellt, sollte bei der Zustellung durch die Post oder DHL mit einer separaten Rechnung für Einfuhrmehrwertsteuer und allfällige Zollgebühren rechnen. Das ist keine Besonderheit dieses Anbieters, sondern gilt für praktisch jeden Onlinekauf aus Deutschland in die Schweiz, aber Stephanie Bohm spricht es in den eigenen Versandbedingungen wenigstens klar an, statt es zu verschweigen.
Bezahlt wird per Überweisung, PayPal oder Kreditkarte, ausserdem ist Barzahlung bei Abholung im Laden in Göttingen möglich, was für die meisten Schweizer Käuferinnen und Käufer allerdings nur dann eine Option ist, wenn ohnehin eine Reise dorthin ansteht. Ein Rückgaberecht wird eingeräumt: In den Versand- und Zahlungsbedingungen ist von einem Widerrufsrecht von 4 Wochen die Rede. An anderer Stelle der Website taucht dafür auch die Zahl 30 Tage auf, was nicht exakt deckungsgleich ist, weshalb dieser Text sich auf die Angabe in den eigentlichen Vertragsbedingungen stützt. Eine ausdrückliche Garantie oder Gewährleistung über die gesetzliche Rückgabefrist hinaus, ein separates Echtheitszertifikat pro Stück oder ein beigelegtes gemmologisches Gutachten werden auf der Website an keiner Stelle versprochen. Wer das für ein teureres Stück will, sollte vor dem Kauf gezielt danach fragen, denn die vorhandene Fachkompetenz der Verkäuferin ersetzt kein schriftliches Papier, das mit dem Ring mitgeschickt wird.
Wie sich das einordnet und für wen es passt
Im Vergleich zu einem Bahnhofstrasse-Haus oder einem Zürcher Secondhand-Juwelier kauft man hier nicht vor Ort und kann ein Stück vor dem Kauf nicht in die Hand nehmen. Dafür ist das Sortiment breiter als das der meisten lokalen Anbieter, weil ein spezialisierter Antikhändler mit eigenem Ankauf laufend Einzelstücke aus Nachlässen bezieht statt ein festes Lager weniger Modelle zu führen. Die Beschreibungen sind fachlich und nennen durchgehend Epoche, Material und, bei Steinen, das Gewicht, was eine Einordnung aus der Ferne überhaupt erst möglich macht. Der Preis ist von Anfang an sichtbar und nicht erst auf Anfrage zu erfahren, was gerade bei einem Auslandskauf Planungssicherheit gibt, abgesehen von den erwähnten Zollkosten, die separat dazukommen.
Für Schweizer Paare, die einen Verlobungsring mit echtem Alter und einer nachvollziehbaren Stilrichtung suchen, etwa einen Art-déco- oder Jugendstilring statt eines neu gefertigten Solitärs, ist das ein legitimer Anlaufpunkt, solange man die Zollformalität als festen Bestandteil des Kaufs einplant und nicht als Überraschung. Wer dagegen ein Echtheitszertifikat oder eine schriftliche Garantie zwingend braucht, sollte das vor der Bestellung direkt klären, denn beides steht so auf der Website nicht.