Celinni

Dufourstrasse 49, Zürich (Kreis 8, nach Terminvereinbarung) · seit 1967

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Celinni ist ein französisches Diamantaire-Haus mit Sitz in Paris, das seit dem 22. April 2025 auch in Zürich ein privates Büro führt, an der Dufourstrasse 49 im Kreis 8. Wer die Adresse googelt, findet kein Ladengeschäft mit Schaufenster: Der Zürcher Auftritt ist ausdrücklich ein Showroom nach Terminvereinbarung, kein Geschäft für Laufkundschaft wie an der Bahnhofstrasse. Vor Ort betreut Selma Laraqui als Diamantexpertin die Zürcher Kundschaft, erreichbar über das Buchungsformular auf der Website, per WhatsApp unter 076 626 78 88 oder per E-Mail an selma@celinni.com. Geöffnet ist von Dienstag bis Samstag zwischen 9 und 19 Uhr, aber eben nur mit Termin, nicht auf einen Sprung von der Strasse. Im Buchungsformular lässt sich der Anlass des Termins gleich mitangeben, von der Auswahl eines bestimmten Diamanten oder Edelsteins bis zur reinen Beratung nach dem Kauf. Zwei der aufgeführten Optionen, eine unverbindliche Einführung in Diamanten und eine Werkstattbesichtigung, sind laut Formular ausdrücklich kostenlos, ein niederschwelliger Einstieg für alle, die zuerst nur verstehen wollen, worauf es bei Karat, Farbe und Reinheit ankommt, bevor sie sich auf ein Budget festlegen.

Das Haus datiert seine Gründung auf 1967 und beschreibt sich auf der eigenen Seite als französisches Diamantenhaus, das seit diesem Jahr besteht. Gegründet hat es David Sussman, der laut Firmengeschichte bei seinem Grossvater an den grossen Diamantbörsen von Antwerpen und Bombay ausgebildet wurde und dort jüngstes Mitglied der Antwerpschen Diamantkring wurde. Die Handelslizenz dieser Börse führt Celinni bis heute unter der Nummer 00002090. Daneben spricht die Website von sechs Generationen weitergegebenen Diamantenwissens in der Familie Sussman. Das bezieht sich erkennbar auf die Familientradition im Diamantenhandel, die schon vor der Gründung des Hauses 1967 bestand, nicht auf das Alter der Firma Celinni selbst: Die beiden Zahlen widersprechen sich nicht, sie beschreiben zwei verschiedene Dinge, die Handelsfamilie und die Firma. Rechtlich firmiert das Unternehmen als Steinberg International mit Sitz an der Rue Buffault 9, 75009 Paris, eingetragen unter der SIRET-Nummer 500 200 225 00026 mit einem Gesellschaftskapital von 7500 Euro. Das Markendepot beim französischen Patentamt INPI trägt die Nummer 063470466.

Im Angebot stehen zertifizierte Diamanten (GIA, IGI oder HRD), Verlobungsringe, Trauringe und Anfertigungen nach Mass sowie farbige Edelsteine aus Kolumbien, Sri Lanka, Madagaskar, Brasilien, Tansania und Thailand. Celinni bezieht seine Steine nach eigener Aussage direkt über die Diamantbörsen von Paris, Antwerpen, Mumbai und Hongkong, ohne Zwischenhändler, was den Preis drücken soll. Seit 2008 betreibt das Haus zusätzlich einen Online-Katalog mit nach eigenen Angaben über 100'000 zertifizierten Diamanten, den man von Zürich aus genauso nutzen kann wie vor Ort im Büro an der Dufourstrasse. Wer lieber zuerst online vergleicht und erst danach für die Beratung in die Schweiz kommt, kann das bei Celinni also tun, ohne den Anbieter zu wechseln.

Wo die Steine gefasst werden

Für eine Schweizer Käuferin ist die ehrliche Antwort hier wichtig: Gefasst wird nicht in Zürich. Die Zürcher Adresse ist ein Beratungsbüro, kein Atelier. Ein Verlobungsring beginnt dort als Termin, bei dem Metall, Diamant und Fassung besprochen werden, danach entsteht ein 3D-Modell zur Vorschau, und erst dann wird das Stück im Pariser Atelier gegossen, gefasst, poliert und geprüft. Von dort geht es entweder an die Zürcher Adresse oder direkt an die Kundschaft in der Schweiz. Auch Reparaturen, Umarbeitungen und individuelle Gravuren laufen über dieselbe Pariser Werkstatt, eine Gravur braucht laut Website im Schnitt 7 Werktage. Wer eine Werkbank vor Ort in Zürich sucht, an der tatsächlich gefertigt wird, findet sie bei Celinni nicht. Wer sich dagegen für die internationale Auswahl und die Zertifizierungspraxis interessiert, bekommt hier trotzdem einen ernstzunehmenden Ansprechpartner mit einer langen Handelsgeschichte im Rücken.

Wartung, Reparatur und Zahlung

Celinni wirbt mit drei konkreten Zusagen: lebenslanger Wartung, kostenloser Gravur und einer zinsfreien Zahlung in 10 Raten. In der Praxis heisst das laut eigener Formulierung: Grössenänderung, Gravur und eine professionelle Wartung sind alle 18 Monate kostenlos, damit der Ring dauerhaft glänzt. Für eine formelle schriftliche Expertise, etwa für eine Versicherung, einen Erbfall oder einen Wiederverkauf, verweist die Website auf eine gesonderte Anfrage, ohne dafür einen Preis zu nennen. Die laufende, unverbindliche Einschätzung beim Termin selbst ist dagegen kostenlos, bis zu 10 Stück pro Besuch. Das ist keine Schweizer Gewährleistung im gesetzlichen Sinn, sondern eine Firmenzusage, die weltweit für alle Celinni-Adressen gilt. Diesen Unterschied sollte man im Kopf behalten, bevor man sie mit einer lokalen Garantie verwechselt.

Preis

Konkrete Zahlen nennt die Website nur für den Einstieg: Ein Verlobungsring bei Celinni Zürich beginnt laut eigener Angabe bei etwa CHF 1000, abhängig von Karat, Farbe, Reinheit und Schliff des Diamanten. Anfertigungen nach Mass oder Fassungen aus Platin können nach Angaben des Hauses mehrere tausend Franken kosten, eine Obergrenze nennt die Seite nicht. Wer wissen will, was ein bestimmter Stein am Ende kostet, braucht also ohnehin ein persönliches Angebot, eine Preisliste zum Selbststudium gibt es nicht. Das ist bei einem Haus, das mit Zertifikaten statt mit Vitrinenpreisen arbeitet, wenig überraschend, aber es lohnt sich, das vor dem ersten Termin zu wissen.

Wie sich das einordnet

Celinni ist damit weniger ein einzelner Zürcher Goldschmiedebetrieb als eine französische Kette mit Terminbüros in mehreren Ländern, darunter neben Zürich auch Genf, Lausanne, Antwerpen, Brüssel, Casablanca, Rabat, Marrakesch und Dubai, dazu mehrere französische Städte. Das Zürcher Büro ist damit eine von vielen Stationen in einem grösseren Netzwerk und keine gewachsene lokale Institution, dafür ist die Adresse mit April 2025 schlicht zu neu. Wer aus Prinzip ein inhabergeführtes Zürcher Geschäft mit eigener Werkbank sucht, ist bei einem anderen Namen aus dieser Kategorie besser aufgehoben. Wer dagegen zuerst den Stein und sein Zertifikat vergleichen will, bevor er sich auf eine Fassung festlegt, und wem es nichts ausmacht, dass die Anfertigung anschliessend aus Paris kommt, findet hier ein Haus mit langer Handelsgeschichte, einer nachvollziehbaren Eigentümerstruktur (Steinberg International, im Pariser Handelsregister unter einer SIRET-Nummer eingetragen) und einer klar beschriebenen Nachbetreuung.

Unabhängige Bewertungen liessen sich für den Zürcher Standort nicht finden, weder auf einer Bewertungsplattform noch in der lokalen Presse. Das ist bei einer erst im April 2025 eröffneten Adresse wenig überraschend, bedeutet aber auch, dass ausser der eigenen Website noch keine dritte Quelle über die Erfahrung vor Ort berichtet. Ein Hinweis auf eine Schliessung oder einen Betreiberwechsel fand sich nirgends. Im Gegenteil: Das Buchungsformular und die Kontaktangaben wirken aktiv gepflegt, mit einer namentlich genannten Ansprechpartnerin statt einer anonymen Kontaktadresse.

Unter dem Strich ist Celinni in Zürich eine seriöse, wenn auch noch junge Adresse für alle, die einen zertifizierten Diamanten losgelöst von der Fassung beurteilen wollen und eine internationale Handelsstruktur einer kleinen Boutique vorziehen. Der Kompromiss ist die Distanz zwischen Beratung und Werkstatt. Wer den Goldschmied bei der Arbeit sehen will, muss woanders hin. Wer zuerst den Stein und das Zertifikat verstehen will, bevor er sich für eine Fassung entscheidet, ist mit Celinni gut bedient.

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