Goldschmiede einzigartig kreativ

Stampfenbachstrasse 159, Zürich (Kreis 6) · seit 2021

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Ein paar Gehminuten von der Bahnhofstrasse entfernt, an der Stampfenbachstrasse 159, 8006 Zürich, im Kreis 6, führt die Goldschmiedemeisterin N. Gisondi ihr eigenes Atelier: einzigartig kreativ. Wer hier seine Trauringe selbst schmieden will, bucht auf der Website den sogenannten Ehering-Workshop und sitzt dabei nicht in einem angemieteten Kursraum, sondern an derselben Werkbank, an der auch die übrigen Anfertigungen, Umarbeitungen und Verlobungsringe des Hauses entstehen. Das Atelier unter diesem Namen gibt es seit 2021, die Goldschmiedin selbst ist deutlich länger im Fach: Ihre Ausbildung, die man in der Schweiz Lehre nennt, hat sie 2006 begonnen, mit Stationen in Ateliers in St. Moritz, St. Gallen und Zürich, bevor sie sich selbstständig machte. Das ergibt 20 Jahre Berufserfahrung hinter der Person, die während des Workshops direkt neben dem Paar an der Flamme steht, nicht ein wechselndes Kursteam.

Der Ehering-Workshop selbst

Der eigentliche Ehering-Workshop ist ein eintägiger Privatkurs für zwei Personen, von 10 bis 17 Uhr, Mittagessen inklusive. Der Grundpreis liegt bei 1520 Franken für das Paar, ohne Material: Silber, Gold, Edelsteine sowie allfällige Zusatzarbeiten durch eine Fasserin oder einen Graveur werden separat verrechnet, je nachdem, was das Design am Ende braucht. Wer eigenes Altgold einschmelzen lassen will, etwa einen alten Ring einer Grossmutter oder ein Schmuckstück, das sonst in der Schublade liegen würde, zahlt auch dafür extra, für das Testen, Aufbereiten und Einschmelzen; das Angebot richtet sich also durchaus auch an Paare, die lieber vorhandenes Familiengold weiterverwenden als neues Metall zu kaufen. Vor dem eigentlichen Termin steht ein Vorgespräch anhand von Musterringen, in dem Design und Grösse festgelegt werden, danach folgt eine detaillierte Offerte mit Kosten und Zahlungskonditionen. Dieses Vorgespräch muss laut Website mindestens 30 Arbeitstage vor dem Workshop-Termin stattfinden, was bei einer Hochzeit realistischerweise heisst: früh buchen, nicht erst im Vormonat. Während des Workshops führt Gisondi selbst durch jeden Arbeitsschritt und übernimmt die schwierigen Stellen bei Bedarf; wer schon einmal einen Lötkolben in der Hand hatte, weiss, warum das beruhigend ist. Zur Rechtslage gehört auch: Die Haftung bei Verletzungen oder einem Unfall während des Workshops liegt laut Teilnahmebedingungen bei den Kundinnen und Kunden selbst, nicht beim Atelier. Sind am fertigen Ring noch Fassungen oder eine Gravur nötig, dauert die Fertigstellung nach dem Workshop-Tag noch rund 4 Wochen. Eine gesonderte Gewährleistung speziell für das im Workshop entstandene Stück nennt die Website nicht.

Nicht dasselbe wie der normale Schmuck-Kurs

Wichtig ist, den Ehering-Workshop nicht mit dem allgemeinen Schmuck-Kurs zu verwechseln, den dieselbe Werkstatt ebenfalls anbietet und getrennt bewirbt: als eigene Privatstunde für ein einzelnes Schmuckstück, egal ob Ring, Anhänger, Armband oder Brosche. Dieser Kurs kommt in zwei Längen, 4 Stunden von 10 bis 14 Uhr für 400 Franken, oder 7 Stunden von 10 bis 17 Uhr inklusive Mittagessen für 650 Franken, jeweils ohne Material und für eine Person. Der Ehering-Workshop läuft in derselben Zeitspanne wie die 7-Stunden-Variante, ebenfalls 10 bis 17 Uhr mit Mittagessen, kostet aber 1520 Franken, weil er für zwei Personen gedacht ist, die gleichzeitig an ihren eigenen Ringen arbeiten, nicht weil er länger dauert. Beide Angebote laufen unter denselben Rahmenbedingungen: Vorgespräch mindestens 30 Arbeitstage vorher, persönliche Begleitung durch jeden Schritt, Material separat verrechnet. Auf der Website stehen für beide Angebote eigene Buchungsknöpfe nebeneinander, Schmuck-Workshop und Ehering-Workshop, was zeigt, dass es sich um zwei unterschiedliche Produkte handelt und nicht um zwei Preisstufen desselben Kurses. Ein Paar, das seine Trauringe zusammen schmieden will, bucht also den Ehering-Termin für zwei Personen, nicht zweimal den günstigeren Schmuck-Kurs zum Einzelpreis von 400 Franken. Wer dagegen nur ein einzelnes Stück für sich selbst machen will, etwa einen Verlobungsring vor dem eigentlichen Antrag, ist mit dem kürzeren oder dem 7-Stunden-Schmuck-Kurs oft günstiger bedient.

Warum donnerstags oder samstags

Beide Kursarten finden ausschliesslich donnerstags oder samstags statt, nie an einem gewöhnlichen Ladentag. Das ergibt Sinn, wenn man die regulären Öffnungszeiten daneben legt: Laufkundschaft wird laut Kontaktseite dienstags, mittwochs und freitags bedient, dazu am dritten Samstag des Monats. Donnerstag taucht in den Öffnungszeiten gar nicht auf, und an den übrigen Samstagen bleibt der Laden für den normalen Betrieb zu. Wer donnerstags oder an einem der stillen Samstage zum Workshop kommt, bekommt die Werkbank in aller Regel wirklich für sich, ohne dass nebenbei jemand Ringe anprobiert oder eine Reparatur abholt. Für ein Paar, das sich beim Schmieden nicht beobachtet fühlen will, ist das ein leiser, aber echter Vorteil gegenüber einem Schaufenstergeschäft an der Bahnhofstrasse.

Handwerk mit Haltung

Beim Material wirbt das Atelier mit Ökogold: rückgewonnenem Gold, bei dem Reststücke aus der eigenen Werkstatt gesammelt und wieder eingeschmolzen werden, statt im Abfall zu landen. Laut eigener Aussage stammen Edelmetalle und Edelsteine ausschliesslich von Partnern und Lieferanten, die nach fairen, ökologischen und ethischen Kriterien arbeiten, und seit 2023 führt Gisondi zusätzlich eine Auswahl an ecofairen Farbedelsteinen aus Madagaskar. Wer sich gegen das Selberschmieden entscheidet und stattdessen eine Anfertigung nach Mass bestellt, wartet dafür 6 bis 7 Wochen; bringt man dabei eigenes Altgold mit, muss dessen Feingehalt mindestens 18-karätig sein. Über die Arbeit des Ateliers ist zwischen November 2022 und Juli 2026 mehrfach berichtet worden, unter anderem im Tagblatt der Stadt Zürich, im Gold'Or Magazin, im JOSY-Hochzeitsmagazin und in einer Bellevue-Beilage der NZZ, was für eine Ein-Personen-Werkstatt eine ungewöhnlich breite Reihe an Presseerwähnungen ist.

Für wen sich das eignet

Der Ehering-Workshop passt zu einem Paar, dem der Wert eines selbstgeschmiedeten Rings genau darin liegt, dass beide wirklich am Amboss standen, nicht nur beim Aussuchen eines fertigen Modells. Er passt weniger zu jemandem, der in einer Mittagspause vorbeischauen und mit einem fertigen Ring wieder gehen will, oder der eine aufwendige Steinfassung sucht, die ohnehin grösstenteils die Fachperson übernehmen müsste. Der Preis von 1520 Franken für zwei Personen ohne Material ist ein echtes Commitment, ebenso die Vorlaufzeit von mindestens 30 Arbeitstagen und die eigene Haftung während des Termins. Dafür bekommt man eine Goldschmiedemeisterin mit 20 Jahren Erfahrung, die den ganzen Tag persönlich am Tisch steht, ein Atelier, das seine Materialherkunft offenlegt, und ein Ergebnis, das an keinem anderen Ort der Stadt genau so entstehen kann wie hier, an der Stampfenbachstrasse. Für ein Zürcher Paar, das den Trubel der grossen Häuser meiden und stattdessen selbst Hand anlegen will, ist das eine der wenigen Adressen der Stadt, die das ernsthaft anbieten, und weil dieselbe Werkstatt auch Umarbeitungen macht, lässt sich der Workshop-Termin bei Bedarf gleich mit der Frage verbinden, was mit dem Ring einer verstorbenen Grossmutter oder einem nicht mehr getragenen Schmuckstück geschehen soll.

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