COMISH

Rapperswil-Jona (nach Terminvereinbarung) · seit 1999

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COMISH ist das Goldschmiede-Atelier von Shanti Sandmeyer in Rapperswil-Jona, im Kern ein Ein-Personen-Betrieb, der sich für grössere Aufträge und Marktauftritte um drei weitere Personen aus dem engsten Umfeld erweitert. Der Name stammt aus einer Zeit, als das Atelier noch zu dritt geführt wurde: COMISH setzt sich aus den jeweils ersten beiden Buchstaben der Vornamen Corinne, Michela und Shanti zusammen. Geblieben ist Shanti Sandmeyer, und den Namen hat sie behalten, weil er für sie und ihr Team schöne Erinnerungen trägt. Auf diesem Fundament baut sie eigenen Angaben zufolge seit 1999 weiter, was COMISH zu einem der länger bestehenden unabhängigen Ateliers am oberen Zürichsee macht, auch wenn die Website selbst keine Lehrzeit oder Ausbildungsstationen von Shanti Sandmeyer nennt.

Wer ein Ladengeschäft mit Schaufenster sucht, wird bei COMISH nicht fündig. Eine öffentlich genannte Werkstattadresse gibt es nicht, nur ein Postfach in 8645 Rapperswil-Jona und eine Telefonnummer, 055 246 51 17. Die Website ist unmissverständlich: Adresse und Termine gibt es auf Anfrage, der Zugang läuft ausschliesslich nach Terminvereinbarung über ein externes Kalendertool, das direkt auf der Startseite verlinkt ist. Für ein Paar, das eine Auswahl in der Vitrine erwartet, ist das eine Umstellung. Für alle anderen ist es die logische Folge eines Ateliers, das nach Mass für einzelne Kundinnen und Kunden arbeitet statt Lagerware zu verkaufen.

Wer an der Werkbank sitzt

Shanti Sandmeyer führt COMISH als Goldschmiedin und Inhaberin. Unterstützt wird sie tageweise von der Goldschmiedin Ragna Sauter, die nach eigenen Angaben an der Werkbank mitarbeitet und nicht nur im Verkauf steht. Das Fassen der Steine übernimmt ihr Vater Marcel Sandmeyer, auf der Website als Steinfasser geführt. Simone Fischer ergänzt das Team als Partnerin und rechte Hand an Ausstellungen, und an Märkten wird die Besetzung zusätzlich durch Freundinnen der Familie verstärkt. Es ist also kein anonymes Verkaufspersonal, das die Kundschaft an der Werkbank vertritt, sondern eine Handvoll Personen mit klar benannten Rollen, von denen zwei mit Shanti Sandmeyer verwandt sind. Wo genau sie selbst das Goldschmieden gelernt hat, verrät die Website nicht, was angesichts der sonst offenen Kommunikation über das Team auffällt.

Eheringe und Partnerringe

Die Kategorie, in der COMISH am ausführlichsten Auskunft gibt, sind Eheringe und Partnerringe, mit einer eigenen Seite, die eine Haltung beschreibt statt nur eine Produktliste zu zeigen. Ringpaare müssen laut dieser Seite nicht zwingend zwei exakt gleiche Ringe sein, sondern sollen den Charakter beider Tragenden zeigen, ohne dass die eine Seite sich zu sehr anpassen muss. Ein verbindendes gestalterisches Element lasse sich nach eigener Aussage immer finden. Für ein kleineres Budget bietet COMISH Ringe aus Silber statt aus Gold oder Platin an, eine Option, die ausdrücklich benannt wird statt nur zwischen den Zeilen zu stehen. Bei Paaren, die schon lange verheiratet sind und deren alte Ringe nicht mehr zum heutigen Geschmack passen, arbeitet Shanti Sandmeyer auf Wunsch die alten, meist schmaleren Ringe in neue ein, so dass das ursprüngliche Metall am Finger bleibt, eingebettet in eine neue Fassung. Die alte Gravur zu erhalten gelinge meistens, schreibt die Seite. Gleichgeschlechtliche Paare werden dort ausdrücklich als ebenso willkommen genannt wie heterosexuelle Paare, eine Formulierung, die nicht jedes Atelier in der Region so direkt trifft.

Das übrige Sortiment

Neben Eheringen führt COMISH Ringe mit und ohne Steine, Ohrschmuck, Halsschmuck und eine eigene Männerschmuck-Linie. Bei den Ringen beschreibt Shanti Sandmeyer ihre Inspirationsquellen konkret: Pflanzen, Rindenstrukturen, Fellmuster von Wildtieren, Schneeverwehungen und Korallen, die sie beim Schnorcheln beobachtet hat. Sie orientiere sich nicht an kurzlebigen Trends, sondern an einer Formensprache, die über viele Jahre tragbar bleiben soll. Die Männerschmuck-Linie arbeitet vor allem mit geschwärztem Silber, Weiss- oder Rotgold im zertifizierten Oekogold-Standard und Bronze, dazu vorwiegend Rohdiamanten oder schwarzen Diamanten; andere Materialien sind auf Wunsch möglich. Ein weiterer, weniger üblicher Programmpunkt ist die Umarbeitung von Erbstücken. Statt vorhandene Steine einfach weiterzuverkaufen, verarbeitet COMISH das Material, an dem die Erinnerung der Kundin oder des Kunden hängt, zu einem neuen Stück, das zur heutigen Trägerin oder zum heutigen Träger passt. Das sei handwerklich anspruchsvoller als eine Neuanfertigung, weil jedes Ausgangsstück anders ist, schreibt Sandmeyer selbst dazu.

Recyceltes Material statt Minenware

COMISH verwendet nach eigenen Angaben ausschliesslich Edelmetall aus Recycling und keines, das direkt aus einer Mine stammt, zertifiziert über das Oekogold-Label. Das ist eine überprüfbare Aussage und kein vages Nachhaltigkeitsversprechen: Oekogold ist ein eigenständiges Label mit eigenem Zertifizierungsprozess, auf das die Website direkt verlinkt. Für ein Atelier dieser Grösse ist das eine bewusste Einschränkung der eigenen Materialbeschaffung, keine reine Marketingfloskel.

Zugang, Termine und Marktauftritte

Wer COMISH ohne festen Termin erleben will, hat 2026 zwei öffentliche Gelegenheiten. Am Herbstmarkt in Grüningen, an der Stedtligasse 4, ist das Atelier vom 10. bis 11. Oktober vertreten. An der in&out Designmesse in Aarau, in der Aeschbachhalle an der Aeschbachweg 8, ist es am 23. und 24. Oktober zu finden. Ausserhalb solcher Termine läuft alles über die eigene Terminbuchung, die auf der Website direkt zu einem externen Kalendertool führt. Preise nennt die Website nirgends, weder für Eheringe noch für andere Schmuckstücke, was bei einem Atelier, das praktisch alles nach Mass fertigt, wenig überraschend ist, aber bedeutet, dass sich eine Kostenvorstellung erst im persönlichen Gespräch ergibt.

Wie es sich einordnet

Im Vergleich zu den grossen Namen an der Zürcher Bahnhofstrasse ist COMISH fast das Gegenteil: kein Schaufenster, keine Filiale, keine Preisliste, dafür ein Atelier, in dem eine überschaubare, namentlich bekannte Gruppe von Personen jedes Stück selbst fertigt. Innerhalb der Rapperswiler Kategorie sticht COMISH dadurch heraus, dass Eheringe und Partnerringe eine eigene, inhaltlich ausgearbeitete Seite bekommen statt nur nebenbei erwähnt zu werden, und dass die Herkunft des Materials klar benannt ist statt offen zu bleiben. Wer eine grosse Auswahl an Fassungen sofort anprobieren will, ist hier an der falschen Adresse. Wer stattdessen ein Ringpaar möchte, das aus einem Gespräch entsteht und bei Bedarf ein altes Familienstück einbezieht, findet in Shanti Sandmeyers Atelier eine der konsequenteren Adressen am oberen Zürichsee.

Fazit

COMISH ist kein Geschäft zum Hineinspazieren, aber genau das ist der Punkt: Wer sich auf ein Erstgespräch nach Terminvereinbarung einlässt, bekommt ein kleines, seit 1999 bestehendes Atelier mit klar benannten Rollen, einer ausformulierten Haltung zu Eheringen und einer nachvollziehbaren Materialpolitik. Der einzige echte Wermutstropfen ist die fehlende Preistransparenz online, die eine erste Einschätzung ohne Anruf oder Terminbuchung erschwert. Für Paare am oberen Zürichsee, die einen persönlichen Goldschmiedebetrieb einem Schaufenster in der Innenstadt vorziehen, ist COMISH eine klare Empfehlung.

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