Hana Kim
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Hana Kim ist ein kleines Schmuckatelier an der Ankerstrasse 25, 8004 Zürich, im Kreis 4, geführt von der Goldschmiedin Nicole Hana Kim. Es ist eher ein Showroom mit angeschlossener Werkstatt als ein klassisches Ladengeschäft an einer Einkaufsstrasse: Öffnungszeiten sind donnerstags und freitags von 12 bis 18 Uhr sowie samstags von 11 bis 17 Uhr, ausserhalb dieser Zeiten läuft das Geschäft über Termin und den eigenen Onlineshop. Wer die typische Bahnhofstrasse-Auslage mit goldenen Vitrinen erwartet, findet hier etwas anderes: ein Atelier, das koreanisches Design mit Schweizer Verarbeitung verbindet und das auch so kommuniziert.
Die Handschrift stammt von Nicole Hana Kim selbst. Auf der eigenen Seite beschreibt sie ihre Arbeit als das Formen von Metall mit traditionellen Schmiedetechniken, wobei koreanische Elemente und ihre eigenen Wurzeln mit Schweizer Präzision zusammenkommen. Entgegen dem Trend zur Digitalisierung des Goldschmiedehandwerks wird jedes Stück von Hand gefertigt. Einen Teil des Prozesses lagert das Atelier dabei aus: Bestimmte Stücke werden bei Gusspartnern in der Schweiz gegossen und anschliessend ebenfalls in der Schweiz vergoldet. Das eigentliche Formen, Feilen und Fertigstellen findet im Atelier an der Ankerstrasse statt, nicht bei einem externen Auftragsfertiger im Ausland. Wer eine Werkstatt sucht, in der buchstäblich jeder Arbeitsschritt vor Ort passiert, muss diese Differenzierung kennen: Handwerk am eigenen Bankeisen, kombiniert mit spezialisierten Schweizer Partnern für Guss und Vergoldung. Eine Jahreszahl, seit wann das Atelier an dieser Adresse arbeitet, nennt die Seite selbst nicht, das lässt sich aus den öffentlichen Angaben nicht seriös herleiten.
Material und Herkunft
Ein Beispiel für die Formsprache ist die Nabisa Collection, eine Hommage an den koreanischen Pungmul-Tanz, bei dem die Tänzer Hüte mit langen Papierschleifen tragen, die sie durch die Luft wirbeln. Die Kollektion überträgt diese Bewegung in 12 Schmuckstücke aus mattem Metall mit feinen, papierartigen Oberflächenstrukturen. Daneben führt hana kim die Linien Malva, Node, Silla und Yaksok-Link sowie eine Zusammenarbeit mit der Designerin Nina Yuun unter dem Titel Heimat.
Bei den Materialien legt hana kim die Herkunft offener dar, als das in der Branche üblich ist. Silber ist durchgehend 925er Sterling Silber, laut eigenen Angaben recycelt aus der Schweiz, Deutschland und Österreich und in Eigenproduktion in Zürich verarbeitet. Für Vergoldungen wird sogenanntes Ökogold verwendet, dessen Lieferant Mitglied des Responsible Jewellery Council ist, die Vergoldung selbst geschieht in der Schweiz. Auch das Gold für Sonderanfertigungen kommt laut der eigenen Werte-Seite als Recyclinggold aus der Schweiz, Deutschland und Österreich und wird ebenfalls in Zürich verarbeitet. Zwei Steine haben sogar eine dezidiert Schweizer Herkunft: Jade aus Poschiavo und Bergkristalle aus der Göscheneralp, beide geschliffen und poliert in Deutschland und der Schweiz. Als Begründung nennt das Atelier den Umstand, dass rund 50 Prozent des weltweit geförderten Goldes in der Schmuckindustrie verarbeitet wird, häufig aus Regionen mit schwacher Regulierung, und positioniert sich bewusst dagegen, bis hin zur Wahl der eigenen Bank, die laut Selbstauskunft Investitionen in Treibhausgas-intensive Industrien und industrielle Landwirtschaft ausschliesst. Auch die Verpackung ist Teil davon: Versandkarton aus recyceltem Karton, Schmuckschachtel aus FSC-zertifiziertem Material.
Sonderanfertigungen nach Termin
Der für ein Verlobungsring-Vorhaben wichtigste Teil ist die Sonderanfertigung. Im Menü der Seite steht dafür neben "Termin buchen" auch ein Punkt namens "Bespoke", der eigentliche Ablauf ist aber auf der Seite "Termin buchen" beschrieben. hana kim nennt Verlobungs- oder Trauringe an keiner Stelle der Website ausdrücklich als eigene Kategorie, Ringe erscheinen bei Damen wie Herren schlicht als Produktgruppe. Ein Schmuckstück mit persönlicher Bedeutung lässt sich aber direkt über das Kontaktformular oder per E-Mail anfragen, und genau darüber würde auch ein Verlobungsring laufen. Das ist die Lücke, die diese Kategorie an anderer Stelle bei konkreteren Anbietern findet, hier muss man selbst den ersten Schritt machen.
Der Ablauf ist auf der Seite konkret beschrieben. Ein erstes Gespräch im Atelier dauert etwa 30 bis 40 Minuten und dreht sich um Ideen und Vorlieben, danach folgen Skizzen oder Konzepte im Detail, bei Bedarf ein zweites Gespräch für die endgültige Entscheidung. Verfügbar für solche Termine ist das Atelier laut eigenen Angaben dienstags bis freitags von 9 bis 18 Uhr. Eine Einschränkung gehört zur vollständigen Einordnung dazu: Für Sonderanfertigungen verwendet hana kim nach eigener Aussage nur wiedergewonnene Steine, Steine Schweizer Herkunft oder Steine, die Kundinnen und Kunden selbst mitbringen. Wer einen bereits gekauften Stein, etwa einen geerbten Solitär, selbst mitbringt, kann ihn nach dieser Beschreibung neu fassen lassen. Wer dagegen erwartet, dass das Atelier einen frisch am Markt beschafften neuen Diamanten für ihn einkauft, sollte diesen Punkt vor dem Termin klären, denn die Seite beschreibt diesen Weg so nicht. Für ein Haus, das sich ausdrücklich über Transparenz beim Edelmetall positioniert, ist das eine konsequente Grenze, aber eine, die man kennen sollte, bevor man mit einer bestimmten Erwartung ins Beratungsgespräch geht.
Nach dem Kauf
Nach dem Kauf zeigt sich dieselbe Sorgfalt in den Pflegehinweisen. Silberstücke laufen mit der Zeit natürlich an, wogegen laut eigener Anleitung eine alte Zahnbürste mit etwas Zahnpasta und warmem Wasser hilft. Bei vergoldeten Stücken verwendet hana kim eine Schicht von 3 bis 5 Mikron, dicker als die in der Branche übliche Schicht von 1 bis 3 Mikron, trotzdem nutzt sich auch diese Schicht mit der Zeit durch Reibung ab. Wer möchte, schickt das Stück zur Neuvergoldung ein, die Preise dafür liegen laut eigener Preisliste bei CHF 20 bis 40, eine reine Politur bei CHF 20. Kann ein beschädigtes Stück nicht mehr repariert werden, gewährt hana kim 25 Prozent Rabatt auf den nächsten Einkauf, was zumindest eine gewisse Kulanz zeigt, auch wenn es keine formelle Reparaturgarantie ist. Zur Ringgrösse veröffentlicht die Seite eine eigene Anleitung mit Faden oder Zahnseide und Lineal sowie die Möglichkeit, einen Ring Sizer zu bestellen, praktisch für alle, die vor einem Antrag ohne Wissen der anderen Person eine Grösse bestimmen müssen.
Versand und Rückgabe
Der Versand innerhalb der Schweiz ist gemäss eigenen Angaben kostenlos und dauert bis zu 4 Werktage, sofern das Stück an Lager ist. Wer im Atelier abholen möchte, kann bei einer Bestellung bis 15 Uhr das Stück am selben Tag ab 16 Uhr abholen, oder an einem der folgenden Tage während der regulären Öffnungszeiten. Nach Deutschland und Österreich liefert hana kim ebenfalls kostenlos, dort mit bis zu 10 Werktagen, in die übrige EU inklusive Grossbritannien kostet der Versand CHF 20 bei bis zu 15 Werktagen. Rücksendungen sind innerhalb von 14 Tagen ab Lieferdatum möglich, innerhalb der Schweiz kostenlos über den beigelegten Rücksendeaufkleber, die Rückerstattung erfolgt laut eigenen Angaben innerhalb von 10 Tagen nach Erhalt der retournierten Ware.
Reichweite und Sichtbarkeit
hana kim ist über das eigene Atelier hinaus in Verkaufsstellen wie Cabinet, kari kari und schön und recht in Zürich, bei Petit Puce und rytz in Bern sowie bei Bottega Ethica in Freiburg gelistet, dazu einige Onlinehändler. Presse gab es unter anderem in der Bellevue-Beilage der NZZ, in der Annabelle und im deutschen Vogue, ein Hinweis darauf, dass das Label über die reine Quartierkundschaft hinaus wahrgenommen wird, auch wenn das für ein einzelnes Verlobungsring-Vorhaben zweitrangig ist.
Einordnung
Im Vergleich zu anderen Adressen in den Kreisen 2 bis 6 ist hana kim das am wenigsten klassische Goldschmiede-Profil in dieser Liste: kein Familienbetrieb mit jahrzehntelanger Adresse, sondern ein Designlabel mit eigenem Atelier, das seinen Schmuck zusätzlich über einen eigenen Onlineshop verkauft. Für ein Paar, das ein möglichst individuelles Stück mit erkennbarer eigener Handschrift sucht und offen für die genannten Materialauflagen bei Steinen ist, ist der Beratungstermin an der Ankerstrasse eine ernsthafte Option, gerade weil die Herkunft der Materialien so genau dokumentiert ist wie bei kaum einem anderen Betrieb im Quartier. Wer dagegen von Anfang an ausdrücklich Verlobungsringe im Sortiment aufgeführt sehen will oder erwartet, dass das Atelier selbst einen neuen, frei am Markt gekauften Solitär beschafft, sollte das vor dem Termin klären, weil die Seite genau das nicht verspricht. Als Adresse für eine persönlich begleitete Sonderanfertigung im Quartier lohnt sich der Termin trotzdem, mit dieser einen Einschränkung im Kopf.