Fellow Jewels (Zürich branch)
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Fellow Jewels ist eine unabhängige Goldschmiede mit Sitz in Basel, die sich selbst auf LinkedIn als Schweizer Schmuck-Maison bezeichnet. Rechtlich firmiert der Betrieb als GmbH, eingetragen an der Spalenvorstadt 3 in 4051 Basel, mit der Handelsregisternummer (UID) CHE-479.429.888 und Raphael Gsponer als Geschäftsführer. Wer sich auf der Website umsieht, findet keinen klassischen Ladenverkauf, sondern einen Onlineshop, ergänzt durch das Basler Atelier, das Bestellungen auch zur Abholung bereithält. Erreichbar ist das Unternehmen telefonisch unter +41 61 261 70 88 oder per E-Mail an mail@fellowjewels.com, dazu ein gewöhnliches Kontaktformular auf der Website, keine eigene Beratungslinie für Verlobungen.
Was es zu kaufen gibt
Im Sortiment laufen sechs Kollektionen zusammen: Diamonds, Rainbow, Stackings, Rings, Farbsteine und Ohrschmuck. Die Preise reichen von rund CHF 700 für einen schlichten Ring namens Lyna bis zu CHF 26'000 für das Modell Mint, ein Farbstein-Unikat. Dazwischen liegt die eigentliche Spezialität des Hauses: aufwendig gefasste Einzelstücke mit seltenen, individuell zertifizierten Steinen. Der Ring Serious zeigt in einer Fassung aus 18-karätigem Rotgold einen natürlichen Diamanten von 4,14 Karat im Asscher-Schliff, mit einem warmen, bräunlichen Farbton und einem GIA-Zertifikat, seitlich ergänzt durch Diamant-Baguettes mit zusammen rund 0,70 Karat. Erhältlich wäre er in den Grössen 46 bis 65, aktuell sind jedoch sämtliche Grössen als ausverkauft markiert.
Ähnlich läuft es bei den Farbsteinringen. Nilo, ebenfalls aus 18-karätigem Rotgold, trägt einen sambischen Smaragden mit 11,95 Karat, SSEF-zertifiziert mit dem Vermerk "minor oil", dazu Diamant-Akzente in den Farb- und Reinheitsgraden F bis G/VS, für CHF 22'000. Sun, für CHF 15'000, setzt auf einen Spessartin-Granaten aus Tansania mit 5,62 Karat, laut Produktbeschreibung im eigenen Atelier in Basel aus dem Rohkristall geschliffen und GRS-zertifiziert. Beide sind derzeit ebenfalls ausverkauft. Wer eines dieser Fotos schön findet, kauft heute also nicht das abgebildete Stück selbst, sondern bestenfalls eine neue Anfertigung nach demselben Prinzip.
Günstiger und tatsächlich noch verfügbar ist Georg: 18-karätiges Weissgold, gestempelt 750, mit einem kolumbianischen Smaragden von 1,20 Karat, GRS-zertifiziert und ebenfalls mit dem Vermerk "minor oil", dazu Baguette-Diamanten mit zusammen rund 1,50 Karat in Farbe/Reinheit F bis G/VS, für CHF 8'000 in den Grössen 46 bis 60. Am unteren Ende der Preisskala liegen einfachere Stücke wie Heart für CHF 940, ein Hinweis darauf, dass nicht jedes Modell im vier- oder fünfstelligen Bereich liegt.
Handwerk statt Katalogware
Auffällig ist die Konsequenz, mit der Fellow Jewels seine Steine belegt: kaum ein teureres Stück ohne Zertifikat einer unabhängigen Institution wie GIA, GRS oder SSEF, dazu Herkunftsangaben wie Sambia oder Tansania, wo andere Anbieter mit blossen Adjektiven arbeiten. Jedes Produkt wird zudem als Schweizer Handarbeit beschrieben, und die Marke ist unter anderem als Ausstellerin bei der Designmesse Blickfang gelistet. Das deckt sich mit dem Grundsatz auf der eigenen Rückgabeseite: Weil die Schmuckstücke individuell gefertigt, graviert, angepasst oder auf Kundenwunsch hergestellt werden, besteht dafür laut eigener Aussage kein gesetzliches Widerrufs- oder Rückgaberecht. Fellow Jewels behandelt damit praktisch sein ganzes Sortiment rechtlich als Einzelanfertigung, nicht nur die ausdrücklichen Sonderaufträge.
Bestellung, Versand und Rückgabe
Bestellt wird über einen gewöhnlichen Onlineshop-Checkout. Innerhalb der Schweiz ist der Versand gratis und dauert nach eigenen Angaben 2 bis 5 Werktage, in die EU 4 bis 10 Werktage, weltweit 5 bis 14 Werktage, wobei Sonderanfertigungen länger brauchen können. Wer nicht per Post bestellen will, kann seine Bestellung auch gratis im Basler Atelier an der Spalenvorstadt 3 abholen, eine Option, die es für eine allfällige Zürcher Adresse nach aktuellem Stand der Website noch nicht gibt. Zurückgeben lässt sich ein Stück innert 14 Tagen, sofern es unbenutzt und vollständig samt Etui und Zertifikaten ist und die Rücksendung vorher per E-Mail angekündigt wurde. Für Sonderanfertigungen, also praktisch das ganze Sortiment, gilt dieses Rückgaberecht ausdrücklich nicht.
Ein Verlobungsring, aber keine Verlobungsseite
Das Wort Verlobungsring taucht auf der ganzen Website kein einziges Mal auf, auch nicht bei den teuersten Diamantringen. Wer eine Fassung wie Serious als Antragsring haben möchte, fragt über denselben allgemeinen Kanal an wie jeder andere Kunde: Telefon oder E-Mail, ohne eigene Beratungsseite, ohne Terminkalender für Brautpaare und ohne einen einzigen publizierten Preis oder eine Lieferzeit für eine neue, ähnliche Anfertigung. Im Vergleich zu spezialisierten Verlobungsring-Anbietern ist das eine deutliche Lücke, aber kein Widerspruch: Ein Haus, das seine Ringe grundsätzlich als Einzelstücke versteht, kann einen Antragsring genauso gut über eine formlose Anfrage verkaufen wie über eine eigene Rubrik. Es macht die Sache nur weniger übersichtlich für alle, die zuerst einen Preis sehen wollen, bevor sie schreiben.
Zürich: angekündigt, aber noch nicht angekommen
Auf der Startseite kündigt Fellow Jewels einen neuen Standort in Zürich an, mit dem Zieldatum August 2026, in englischer Sprache mitten auf einer sonst deutschsprachigen Seite. Eine mittlerweile offline genommene Stellenanzeige für eine Store-Managerin oder einen Store-Manager sprach ebenfalls von einer Eröffnung im Sommer 2026 und suchte jemanden, der den neuen Laden von Grund auf mitgestaltet. Auf der eigenen LinkedIn-Seite wiederum steht an anderer Stelle ein früheres Zieldatum, Sommer 2025, für denselben Shop, ein Hinweis darauf, dass sich der Zeitplan mindestens einmal verschoben hat. Eine genaue Adresse oder ein Stadtquartier nennt weder die Website noch eine der beiden anderen Quellen. Ebenso wenig lässt sich sagen, ob am neuen Standort eine eigene Werkbank steht oder ob es sich, wie die Stellenbezeichnung Store Manager nahelegt, in erster Linie um eine Verkaufsfläche für in Basel gefertigte Stücke handelt. Für Kundschaft in den Quartieren abseits der Bahnhofstrasse heisst das im Klartext: Der Name gehört bereits jetzt in die engere Wahl, ein Besuch vor Ort ist zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht möglich.
Für wen es passt
Am meisten Sinn ergibt Fellow Jewels für Paare, die einen nachweisbar echten, individuell zertifizierten Stein wollen und bereit sind, für ein bestimmtes Modell eine Anfrage statt eines fixfertigen Kaufknopfs zu nutzen. Wer stattdessen einen Ring von der Stange sofort mitnehmen oder in einem Ladenlokal in der eigenen Stadt anprobieren möchte, muss sich bis zur tatsächlichen Eröffnung in Zürich gedulden oder den Weg nach Basel auf sich nehmen.
Unser Fazit
Fellow Jewels überzeugt dort, wo es um den Stein selbst geht: 18-karätiges Gold, durchgehend unabhängig zertifizierte Edelsteine mit Herkunftsangabe, Schweizer Handarbeit und eine Rückgaberegelung, die Sonderanfertigungen offen benennt statt sie zu verschweigen. Der Haken liegt in der Organisation drumherum: Die auffälligsten Stücke sind bereits verkauft, ein Preis oder eine Lieferzeit für eine neue Anfertigung nennt die Website nirgends, und die Zürcher Präsenz ist derzeit eine Ankündigung mit verschobenem Zeitplan, keine Adresse zum Hingehen. Wer damit leben kann, bekommt eine der wenigen Basler Werkstätten, die den Sprung über die Kantonsgrenze wagt, mit einer Diamant- und Farbsteinqualität, die den Umweg über eine E-Mail-Anfrage rechtfertigt.