Messika
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Messika ist an der Bahnhofstrasse die jüngste unter den grossen Namen: ein Pariser Haus, gegründet erst 2005, während die meisten Nachbarhäuser schon deutlich länger an derselben Strasse stehen. Wer die Move-Kollektion schon kennt, das schmale Band mit dem frei gleitenden Brillanten darin, findet hier die einzige Adresse in der Deutschschweiz, an der sich das Original anprobieren lässt, statt es nur im Online-Shop zu bestellen. Seit diesem Sommer führt Messika eine eigene Boutique an der Bahnhofstrasse 37, die erste des Hauses in der Deutschschweiz überhaupt und erst die zweite in der ganzen Schweiz nach Genf. Wer sich für ein Verlöbnis nicht den klassischen Solitär wünscht, sondern eine erkennbar moderne Formensprache mit einer eigenen Geschichte dahinter, findet hier beides: eine noch junge Adresse in Zürich und ein Haus, das seine zwanzig Jahre auf ein einziges, immer wiederkehrendes Motiv gebaut hat.
Die neue Adresse an der Bahnhofstrasse
Ein Bericht des Prestige Magazins vom 30. Juni 2026 beschreibt die Eröffnung so, wie sie sich auch auf der eigenen Filialseite von Messika liest: Bahnhofstrasse 37, 8001 Zürich, die erste Boutique des Hauses in der Deutschschweiz und die zweite im Land nach Genf. Der Raum ist laut diesem Bericht modern und wohnlich gestaltet, mit klaren, zeitgemässen Linien und handwerklichen Details, dazu massgefertigte Einbauten für eine ruhige, hochwertige Atmosphäre. Neben der eigentlichen Verkaufsfläche gibt es einen abgetrennten Bereich für private Beratungen sowie eine Bar für persönliche Gespräche, ein Aufbau, den man inzwischen von mehreren Maisons an dieser Strasse kennt. Gezeigt wird laut demselben Bericht die volle Bandbreite der Schmuck- und High-Jewelry-Linien, darunter eigens für diese Eröffnung genannte Stücke wie Move Link 20th Anniversary, Hypnotic Scale und Night Owl. Der erste Name lässt sich ohne grossen Rechenaufwand herleiten: Das Haus wurde 2005 gegründet, zwanzig Jahre später, 2025, dürfte diese Sonderserie entstanden sein, auch wenn der Bericht selbst diesen Zusammenhang nicht ausdrücklich erklärt. Die eigene Filialseite nennt für die Zürcher Adresse Öffnungszeiten von 10.00 bis 18.30 Uhr, allerdings ohne die einzelnen Wochentage einzeln aufzuschlüsseln, sodass sich daraus keine verlässliche Aussage über Samstag oder Sonntag ableiten lässt. Eine Telefonnummer ist ebenfalls hinterlegt, wer aber lieber gleich vorbeigeht: Die Boutique liegt mitten im belebten Abschnitt der Strasse, zwischen den älteren Zürcher Häusern und den übrigen internationalen Maisons.
Ein Diamant, der nicht stillsteht
Was Messika von einem klassischen Solitär unterscheidet, liegt nicht im Stein, sondern in der Fassung. Beim Move-Prinzip liegt ein Brillant lose in einem offenen, ovalen Käfig aus Weiss-, Rosé- oder Gelbgold und gleitet darin bei jeder Bewegung der Hand ein Stück hin und her, statt starr in einer Krappe zu sitzen. Auf der eigenen Kollektionsseite beschreibt das Haus dieses Prinzip als mehr denn nur Schmuck, als eine Haltung von Stil und Unabhängigkeit, bei der der Stein modern, verspielt und frei wirkt, fast schon ungezähmt. Move kam 2007 auf den Markt, zwei Jahre nach der Gründung des Hauses, und ist seither zur eigentlichen Signatur geworden: Move Uno, Move Classique, Move Noa und Move Link sind nur einige der Namen, unter denen sich das gleiche Grundprinzip in immer neuen Varianten wiederfindet. Auf der Ringseite des Online-Shops laufen an einem einzigen Tag 99 verschiedene Modelle zusammen, verteilt auf 22 eigenständige Kollektionsnamen, von denen die meisten mit Move beginnen oder darauf aufbauen. Als Material nennt die Seite durchgehend 18-karätiges Gold sowie Steine mit mindestens den Farben F bis G und der Reinheit VS1, dazu bei einem Teil der Herrenlinie auch Titan in natürlicher, schwarzer oder anthrazitfarbener Ausführung. Auf der reinen Kollektionsseite zur Move-Classique-Linie werden 16 Modelle gezeigt, mit Preisen von 2390 bis 5990 Euro, je nach Stück und Grösse. Über die gesamte Ringkategorie hinweg reicht die Spanne von 830 bis 34300 Euro. Diese Zahlen stehen so auf der internationalen Seite des Hauses in Euro, nicht in Franken: Die spezifisch schweizerische Fassung der Website liess sich beim Schreiben dieses Texts nicht öffnen, eine eigene Preisliste in Franken für die Zürcher Boutique war entsprechend nicht auffindbar. Wer den genauen Frankenpreis für ein bestimmtes Stück wissen will, kommt an einem Besuch oder einer Anfrage vor Ort kaum vorbei.
Vom Diamantenhandel der Eltern zum eigenen Haus
Die Gründerin Valérie Messika beschreibt den Start des Hauses auf der eigenen Seite in der ersten Person: 2005 habe sie die Maison Messika gegründet, damals im Alter von 29 Jahren. Sie sei aufgewachsen im Diamantenhandel ihres Vaters, seit den 1970er-Jahren im Geschäft, und diese Herkunft, so schreibt sie selbst, unterscheide ihr Haus von vielen anderen, weil sie als eine der wenigen unabhängigen, von einer Frau gegründeten Maisons ihre Kollektionen bis heute selbst entwirft. Ihr eigener Anspruch war laut dieser Selbstbeschreibung, Diamantschmuck für ein verändertes Bild von Weiblichkeit zu entwerfen, für freie, selbstbewusste Frauen, wie sie es formuliert, und dabei Ideen aus der Modewelt wie Trends und Wiedererkennbarkeit in Diamantschmuck zu übersetzen, ähnlich wie bei einem Haute-Couture-Kleid. Die eigene Haus-Chronik auf der Website nennt daneben eine Reihe von Jahreszahlen, die sich untereinander stimmig ergänzen: 2007 der Start von Move, 2013 die erste eigene Boutique an der Rue Saint-Honoré in Paris, 2015 die Eröffnung einer eigenen High-Jewelry-Werkstatt, 2017 eine Kapsellinie mit Gigi Hadid zum 10. Geburtstag von Move, was angesichts des Starts 2007 rechnerisch genau aufgeht, und 2021 der erste offizielle Auftritt im Rahmen des Pariser Haute-Couture-Kalenders mit einer gemeinsam mit Kate Moss entworfenen Linie. Aus einem noch jungen Modeschmuck-Start-up ist damit innerhalb von rund zwei Jahrzehnten ein Haus geworden, das offiziell zu den anerkannten Namen der Pariser Haute Couture zählt, ohne dabei seinen Ursprung im familiären Diamantenhandel zu verstecken.
Was die Website nicht zeigt
Zu einer eigenen Werkbank oder einer Goldschmiedelehre vor Ort in Zürich äussert sich weder die Filialseite noch der Bericht zur Eröffnung, und das ist bei einer internationalen Maison dieser Art auch nicht anders zu erwarten: Gefertigt wird zentral, verkauft und beraten wird an der Bahnhofstrasse. Auf der eigenen Website unterhält Messika separate Länderseiten unter anderem für Europa, die USA, Grossbritannien, die Schweiz, Japan, China, Australien, Hongkong, die Türkei, die Vereinigten Arabischen Emirate, Korea und Saudi-Arabien, ein Zeichen für ein Haus mit klar internationaler Ausrichtung, auch wenn sich daraus keine verlässliche Gesamtzahl an Boutiquen ableiten lässt: Verschiedene ältere Quellen nennen dazu sehr unterschiedliche Zahlen, weshalb dieser Text bewusst auf eine eigene Schätzung verzichtet. Ebenso wenig lässt sich online eine Gewährleistungsfrist auf die Ringe selbst finden, nur die allgemeine Beschreibung der Materialien und Steinqualität. Wer sich für ein bestimmtes Move-Modell entschieden hat und wissen will, was eine spätere Grössenänderung kostet oder wie lange eine Reparatur dauert, muss das vor Ort in der neuen Boutique klären.
Für wen sich die Boutique eignet
Am besten passt Messika zu einem Paar, das bewusst kein traditionelles Solitär-Bild sucht, sondern eine Fassung, die sich auch ohne grossen Stein sofort als das eigene Statement lesen lässt, und das eine noch relativ junge Marke einem Jahrhunderthaus vorzieht. Wer eine in Zürich gewachsene Werkstattgeschichte oder eine Goldschmiedin sucht, die ihre eigene Lehre in der Stadt gemacht hat, findet das an dieser Adresse naturgemäss nicht, ebenso wenig eine sofort sichtbare Preisliste in Franken. Der eigentliche Vorteil liegt woanders: Seit diesem Sommer lässt sich das Move-Prinzip erstmals in der Deutschschweiz direkt am Finger ausprobieren, statt es nur von Bildern oder aus der Westschweiz zu kennen. Für ein Paar, das ohnehin schon ein Move-Stück besitzt oder sich eines für die Zukunft vorstellen kann, ist die neue Adresse damit ein klarer Gewinn, für alle anderen zumindest eine Gelegenheit, ein an der Bahnhofstrasse bisher fehlendes Formenvokabular einmal aus der Nähe zu sehen.